Pläne für Parkgebühren in Olpe vorgestellt
05.04.2011 | 11:00 Uhr 2011-04-05T11:00:00+0200
Olpe.Lennestadt und Attendorn haben sie schon, und die Kreisstadt zieht jetzt nach: Die Rede ist von Parkgebühren im Ortskern, mit denen Olpe den leeren Stadtsäckel zumindest ein wenig füllen will.
Dass die Parkgebühren kommen, war nach dem Beschluss des Stadtrates Mitte Februar bekannt (wir berichteten), doch jetzt steht schwarz auf weiß, wie. Besonders hart soll es die Mietparker in den Parkhäusern treffen, alle zahlen 50 Cent pro Stunde (von 9 bis 18 Uhr).
Im Bauausschuss am Donnerstag, 7. April, (17 Uhr) steht das Thema auf der Tagesordnung, und dann wird sich zeigen, ob die Politik den Vorschlag der Verwaltung durchwinkt oder wieder ,einkassiert’ - zumindest teilweise. Zur Erinnerung: Mitte Februar hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, fast den kompletten Stadtkern mit Parkscheinautomaten zu ,verminen’, doch die Mehrheit im Rat hatte das auf vier Parkflächen gestutzt.
Ab der ersten Minute wird gezahlt
Ganz konkret sollen die Parkgebühren für die beiden Parkhäuser Kardinal von Galen-Straße sowie Franziskanerstraße mit jeweils vier Parkscheinautomaten einkassiert werden - und zwar ab dem 1. September. Die Parkplätze „Kurkölner Platz“ und „Martinstraße“ erhalten jeweils einen Automaten. Gezahlt werden soll ab der ersten Minute, eine ,freie halbe Stunde’ wie in Altenhundem, soll es in Olpe nicht geben. Beigeordneter Peter Wurm: „Bei der geringen Gebühr von 50 Cent haben wir keine Notwendigkeit gesehen.“
Eine Rückerstattung der Gebühr durch die Gewerbetreibenden gibt es ebenfalls nicht, da die Olper Geschäftsleute damit Probleme erwartet hätten. Der Vorsitzende des Infokreises, Hans-Hermann Joeres, hatte der Stadt unter anderem mitgeteilt: „Wie bereits in unserer eingehenden Untersuchung mitgeteilt, haben vergleichbare Städte bei diesen geringen Parkgebühren auf eine Erstattung verzichtet, da die Abwicklung über einen Doppelschein mit Abschnitt Probleme mit sich bringt.“
Dauerparker zahlen 80 Euro
Wilfried Hilden, Leiter des Olper Ordnungsamtes, klärte auf: „Ein solches System hätte bedeutet, dass jeder Parkschein ein ,Doppelschein’ gewesen wäre. Die zweite Hälfte hätte man im Geschäft abgeben können, worauf die Gebühr erstattet oder verrechnet worden wäre. Aber darauf wollen wir jetzt verzichten.“
Richtig happig werden soll es für die Dauermieter der Parkhäuser: Bisher zahlten Mieter für einen Dauerplatz im Kardinal-von-Galen-Parkhaus 45 Euro pro Monat und im Parkhaus Franziskanerstraße 20 Euro (Fünf-Tage-Woche) bzw. 30 Euro (Sieben-Tage-Woche). Ab September sind für beide Häuser 80 Euro pro Monat geplant.
Begründet wird das mit dem Wunsch nach Gleichbehandlung. Denn: Bei einer Dauernutzung ohne Mietvertrag (50 Cent pro Stunde) würden rund 120 Euro pro Monat fällig, da wäre der Unterschied zum Dauermieter mit 45 Euro zu groß.
Moderne SMS-Technik
Einzug halten soll im neuen ,Olpe der Parkgebühren’ die moderne SMS-Technik: Denn wer gerade mal keine Münze zur Hand hat oder seine Parkzeit einfach bequem per Handy verlängern will, soll dies tun können, so Wilfried Hilden: „Es ist zwar noch nicht ganz klar, mit welchem System und welchem Anbieter, aber das soll kommen.“
In der Praxis kann es so funktionieren:
Der Parker schickt eine SMS an die Nummer, die auf dem Parkscheinautomat steht und gibt in einer vorinstallierten Kurzfassung an, wie viele Minuten oder Stunden er parken möchte und wird damit registriert. Die Politessen können diesen SMS-Vorgang nachprüfen. Der SMS-Parkauftrag kann auch verlängert werden. Hilden: „Dann schickt man eine neue SMS mit der neuen gewünschten Parkzeit, kann also verlängern, ohne zum Parkautomaten zurückkehren zu müssen.“ Dieser Service koste die Stadt zwar Geld (1000 Euro jährliche Servicepauschale plus 6 Cent pro SMS-Vorgang und Softwarekosten), solle aber bewusst im Sinne der Geschäftskunden angeboten werden. Der Parker zahlt nur seine SMS-Gebühr zusätzlich.
Im Durchschnitt erhofft sich die Stadt durch die Parkgebühren eine jährliche Mehreinnahme von rund 210.000 Euro.

22:20
sei es Olpe, Siegen, Köln, Attendorn oder Lennestadt. Sicher kann man überall einkaufen. Aber überall zahlt man auch. Es wäre doch verlogen wenn eine Parkgebühr zur Meidung der Stadt führen würde, die Parkflächen werden irgendwo doch immer bezahlt - ob über Gebühren oder Steuern ist letztlich egal. In Olpe wurden bis dato viele Plätze auf Kosten der Allgemeinheit eingerichtet, jetzt zahlt halt der, der sie auch nutzt - wo ist das verkehrt?
07:37
Stimmt, in Siegen gibt es mehr Möglichkeiten. Die Stadt ist aber auch größer, oder? Ihre Argumentation vergleicht Äpfel mit Birnen.
Man muss sich doch mal fragen, wer die Straßenreparaturen, das Kulturprogramm oder die momentan sehr hübsche Innenstadtbepflanzung bezahlt. Daran wird bei den ganzen Kommentaren nicht gedacht und es entsteht der Eindruck, die Stadtoberen würden sich die Gelder aus den Parkgebühren selber in die Tasche stecken. Die Gelöder werden doch für den Haushalt der Stadt eingennommen und kommen so wieder allen Bürgern zu gute. Aber wenn man natürlich nur auf dem Egotrip fährt....
01:09
Ist doch ganz klar...ich fahre demnächst durch nach Siegen. Da muß ich zwar auch zahlen....hab aber mehr Möglichkeiten!!
Ich werde zukünftig garantiert in Olpe weder ein Eis essen...noch im Löwen zu Mittag essen...und erst gar nicht mehr Bummeln gehen...Tschüß Olpe!!!!!!!!
PS: Bestimmt denken viele so...hoffentlich!
07:48
Hoffentlich geht auch überall das Mobilfunknetz , wenn man SMS machen soll .
13:11
Die Menschen haben immer weniger netto. Trotzdem werden sie abgezockt. Sei es die dazu ausgenutzte Regenwasserabgabe, die Grundsteuer oder nun die Parkgebühren. Es soll sich vor den nächsten Wahlen ja kein Verordneter bei mir sehen lassen!