Phoenix wird wieder in Seattle fündig
03.08.2010 | 18:13 Uhr 2010-08-03T18:13:00+0200
Hagen.In Amerikas Nordwesten hat Phoenix Hagen mit Chase Griffin schon einmal einen guten Griff getan. Auch dessen mutmaßlicher Nachfolger kommt aus Seattle: „Scharfschütze“ Ryan Appleby, der als exzellenter Werfer von der Dreipunktlinie gilt, ist die erste Neuverpflichtung des Basketball-Bundesligisten für die neue Saison.
Nicht nur die Herkunft aus der Metropole des US-Bundesstaats Washington verbindet Ryan Appleby (26) mit dem gleichaltrigen Chase Griffin. „Er hat schon eine gewisse Ähnlichkeit mit Chase, kann auch auf der eins spielen“, bestätigt Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann mit Blick auf den Spielstil des Neuzugangs: „Im Vergleich ein besserer Schütze mit weniger Drang zum Korb.“ Dass mit Applebys Verpflichtung das Thema Griffin bei Phoenix endgültig ad acta gelegt ist, will Herkelmann („Beide könnten auch gut gemeinsam spielen“) zwar nicht bestätigen. Angesichts von Griffins aktuellen Gehaltsvorstellungen und dem knappen Phoenix-Etat sei dessen Weiterverpflichtung aber „extrem unwahrscheinlich“. Zumal man zeitnah einen weiteren US-Aufbauspieler verpflichten will - und dann auf den kleinen Positionen komplett wäre.
Wie vor zweieinhalb Jahren noch Griffin so ist auch der neue „Shooting Guard“ nun günstig zu haben. „Beide haben sich nach sehr guten College-Karrieren verzockt“, zieht Herkelmann Parallelen,. Nach der Schulzeit auf der Standwood High School, in der Appleby seine Treffsicherheit aus der Distanz eine Einladung ins US-Jugendnationalteam eintrug, brach er im College nach einer Saison an der University of Florida drei Jahre bei den Washington Huskies (NCAA-Division 1) alle Dreier-Rekorde. Für Treffer in einem Spiel (9), in einer Saison (84) und in der Karriere (231), obwohl der 1,90 m große Aufbauspieler nur drei Jahre bei den Huskies spielte. „Keiner schießt wie Ryan“, bekannte sein Coach Lorenzo Romar.
Der Karriereweg verlief nach der bemerkenswerten College-Laufbahn aber nicht geradlinig weiter. Zwar verpflichtete ihn zunächst Idaho Stampede für die NBA Development League, doch den „Cut“ vor dem Saisonstart überstand nicht. Zuletzt spielte Appleby in der unteren US-Liga NABL bei den Seattle Aviators, sein Geld musste er indes auch mit eigener Basketballschule und als Diät- und Gesundheits-Berater im Wellness-Center verdienen.
Mentalität eines Scorers
In Hagen (Herkelmann: „Wir haben uns schon in den letzten zwei Jahren mit ihm beschäftigt“) tritt er verspätet nun sein erstes Profi-Engagement in Übersee an. Und dort soll Appleby, seit Kindertagen ein Fan von NBA-Scharfschütze „Pistol“ Pete Maravich, die schwachen Wurfquoten der Erstliga-Debütsaison - nur die Absteiger Düsseldorf und Paderborn trafen schlechter - beheben. „Er ist ein Aufbauspieler, hat aber durch und durch die Mentalität eines Scorers“, urteilt Trainer Ingo Freyer: „Mit Zygimantas Jonusas und Ryan Appleby haben wir schon einmal zwei sehr gute Werfer.“ Nach den Erfahrungen der Vorsaison hat Phoenix mit dem neuen Mann eine Probezeit bis nach dem BBL-Turnier in Bad Neuenahr Ende September vereinbart. Doch Herkelmann ist optimistisch: „Trotz der Lücken in Applebys Karriere haben wir ein sehr gutes Gefühl.“

19:02
Wenn man seine Tweeds so liest, kann ich dazu nur sagen: Gott wird das schon regeln!
18:40
Der hat aber weder bei Twitter noch auf seiner eigenen Homepage bislang etwas über einen Wechsel verlauten lassen.