Phoenix-Taktik in Berlin geht schief
16.11.2009 | 10:50 Uhr 2009-11-16T10:50:00+0100
Berlin. Der Fanclub „Supporters” nutzte das Gastspiel von Phoenix Hagen bei Alba Berlin zur Dreitages-Tour in die Hauptstadt, für den heimischen Basketball-Bundesligisten war der Trip nicht so lohnenswert.
Mit 64:90 (30:45) kassierte der Aufsteiger beim Ex-Meister die fünfte deutliche Niederlage in Folge. Und nachdem seine Schützlinge nur phasenweise mit dem Favoriten auf Augenhöhe agierten, bekannte Coach Ingo Freyer: „Leider können wir dieses Niveau gegen einen so starken Gegner nicht über eine lange Zeit durchhalten.”
Entscheidend ins Hintertreffen gerieten die Gäste vor 8551 Zuschauern in große Arena bereits zu Beginn. Den ersten von zahlreichen Alba-Dreiern konnte Bernd Kruel - in Vertretung des in Hagen bei seinem JBBL-Team gebliebenen Matthias Grothe erstmals Kapitän - noch aus der Halbdistanz beantworten. Doch dann setzten sich die Gastgeber ebenfalls meist aus der Distanz zügig auf 8:2 (3. Minute) und 22:8 (8.) ab. Vergeblich hatten die Gäste auf die bisherige Alba-Schwäche von der Dreierlinie gehofft. „Wir wollten Berlin von außen werfen lassen, weil wir die Stärken eher unter dem Korb gesehen haben”, räumte Freyer ein.
Das ging schief, allein Rashad Wright - bisher in sieben Spielen ganze fünfmal erfolgreich - traf gestern drei Dreier. Neuzugang Derrick Byars, Julius Jenkins und Immanuel McElroy taten es ihm gleich und ließen die Berliner zügig wegziehen, während die Gäste aus der Distanz erneut meistens Fahrkarten schossen (2 von 15). „Wir müssen endlich unser Wurfgefühl finden”, weiß Freyer, gerade Andre McGee stecke wieder im Tief. Früh wechselte der Coach deshalb diesmal neben Malte Schwarz auch Reservisten wie Thomas Dreesen, Kristof Schwarz und Dominik Spohr ein, wesentliche Impulse konnten sie indes auch nicht setzen.
Nach dem 45:24 (16.) waren es eher die Stammkräfte wie Jonathan Kale und John Turek, die Phoenix wieder herankommen ließen. Beim 51:41 (25.) schien sogar mehr möglich, doch eine Minute später hieß es durch sieben Jenkins-Punkte bereits wieder 58:41. Begünstigt durch Hagener Ballverluste, insgesamt leisteten sich die Gäste 17 „Turnover”. Bei einem solch starken Gegner dürfe man sich allenfalls die Hälfte erlauben, um eine Chance zu haben, befand Co-Trainer Steven Wriedt: „Berlin ist eine Mannschaft, die jeden Fehler sofort bestraft.” Nicht zum ersten Mal machte man bei Phoenix diese Erfahrung - und Freyer weiß: „Bei den nächsten drei Heimspielen muss etwas Zählbares herauskommen.”
Statistik
Berlin - Hagen
90:64 (45:30)
Alba Berlin: Byars (10), Hamann (7, 7 Rebounds, 6 Assists), Zwiener (3), Dojcin (3), Sekulic (11), Jenkins (14), Wright (19, 3/6 Dreier), Chubb (12), Bajramovic (3), Faßler, McElroy (8). -
Phoenix Hagen: Pryor (7, 6 Ballverluste), Griffin (11, 3 Assists), Malte Schwarz (3), Kristof Schwarz, Dreesen (2), Spohr, Fleetwood (7), Kruel (4, 7 Rebpunds), Kale (17), McGee (2), Turek (11, 8 Rebounds).
Spielviertel 26:15, 19:15, 23:18, 22:16. Teamstatistik: 48:45 % Wurfquote, 10/22:2/15 Dreier, 40:32 Rebounds, 20:8 Assists, 11:17 Ballverluste, 11:8 Ballgewinne, 4:3 Blocks. - 8551 Zuschauer.

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