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Phoenix-Gala und ein Dämpfer

14.11.2010 | 19:41 Uhr
Phoenix-Gala und ein Dämpfer
Historisch war der Pausenstand - 52:16 - beim Phoenix-Sieg über Oldenburg. Foto: Michael KLEINRENSING

Hagen.Dieses Timing war perfekt: Nach langer Zeit zurück im Fokus der Fernseh-Livekameras führte Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen den Vorjahresmeister vor. „Für uns ist das natürlich ein Traum“, freute sich Geschäftsführer Oliver Herkelmann nach dem furiosen 89:62 (52:16)-Sieg gegen die EWE Baskets Oldenburg. Der Hagener Jubel wurde allerdings tags darauf merklich eingetrübt: Nach einem Bruch des Schienbeinkopfes fällt Edward Seward mehrere Monate aus.

33 Minuten waren gespielt in der Ischelandhalle, die Partie nach dem Dreier von David Bell zum 76:37 natürlich längst entschieden. Auf den Rängen herrschte Karnevalsstimmung, nachdem auch die Stehplatzfans auf dem Heuboden erstmals freie Sicht auf das Parkett hatten und selbst die Besucher auf der VIP-Tribüne zu Sprechchören animieren konnten. Nur noch die Höhe des Phoenix-Sieges gegen Oldenburg war fraglich, doch leichte Körbe wollten die Gastgeber dem Meister von 2009 dennoch nicht gewähren. Edward Seward wurde diese vorbildliche Einstellung zum Verhängnis: Als er Oldenburgs Louis Campbell auf dem Weg zum Korb blockte, stürzte dieser auf das rechte Knie des Phoenix-Centers. Seward musste gestützt aus der Halle geleitet werden, schon da schwante Phoenix-Coach Ingo Freyer Übles. Gestern kam die Bestätigung: Nach einem Bruch des Schienbeinkopfes muss Seward morgen operiert werden. „Wahrscheinlich ist die Saison für ihn beendet“, fürchtet Physiotherapeut David Lopez.

Der lange Ausfall des 32-Jährigen ist für Phoenix der Dämpfer nach einem denkwürdigen Abend am Ischeland, an dem aus Sicht der Gastgeber ansonsten alles klappte. „Das war eines der besten Spiele, das Phoenix je gespielt hat“, war Freyer einfach nur begeistert: „Ich kann kaum in Worte fassen, was hier passiert ist.“ Dabei hob er aus einem „unglaublich starken Team“ mit Zygimantas Jonusas einen Akteur hervor, dessen Einsatz vorher nach seinem Muskelfaserriss in der Wade fraglich gewesen war: „Zyggi war unser Motor, hat uns viel Energie gegeben.“

Der Litauer bekämpfte nicht nur Oldenburgs Ass Rickey Paulding wirkungsvoll, auch an den ersten Körben war er beteiligt. Beim 9:2 (5. Minute) sah sich Gäste-Coach Predrag Krunic zur ersten Auszeit gezwungen, da sein Team mit der aggressiven Defensive der Hagener überhaupt nicht zurecht kam. Kurzfristig wirkte es, doch nach dem 12:10 (8.) legten die Gastgeber erst richtig los. Mark Dorris per Dreier und folgendem Dreipunktspiel leitete den 40:6-Lauf ein, in den nächsten zwölf Minuten agierten die Hagener wie im Rausch. Nach Belieben fielen die Dreier von Bell, Jacob Burtschi und Quentin Pryor, durch viele Offensivrebounds gegen körperlich überlegene, aber völlig verunsichert agierende Gäste erarbeitete man sich immer wieder zweite und dritte Chancen.

Erst nach dem historischen Pausenergebnis fing sich der Favorit etwas, doch näher aufschließen konnte er gegen ein homogenes Hagener Team nicht. Erst nach dem 83:45 (35.) ließ Phoenix die Gäste am Brett durch Oliver Stevic und Chris McNaughton etwas Ergebniskosmetik betreiben (83:57). Den Schlusspunkt, einen krachenden Dunking von Bernd Kruel, behielten sich die Gastgeber an diesem Abend aber selbst vor. „Oldenburg bei 60 Punkten zu halten, das ist schon der Hammer“, befand der Center: „Das Spiel tat gut.“ Nur beim Fernsehsender Sport1 hätte man sich etwas mehr Spannung gewünscht. Telegen scheint das aktuelle Phoenix-Team dennoch zu sein: Bereits am 11. Dezember wird das Spiel gegen Frankfurt ebenfalls live vom Ischeland übertragen.

Phoenix Hagen - EWE Baskets Oldenburg

     89:62 (52:16)

Phoenix Hagen: Pryor (20, 2/5 Dreier, 4 Assists, 3 Steals), Bell (11, 2/5 Dreier), Schwarz, Jonusas (16, 1/6 Dreier, 12 Rebounds, 4 Assists), Spohr (2), Kruel (6), Burtschi (10, 2/5 Dreier, 9 Rebounds), Seward, Dorris (19, 1/2 Dreier, 4 Assists), Terwilliger (5, 1/2 Dreier, 7 Rebounds. EWE Baskets Oldenburg: Lukauskas (10, 2/3 Dreier), Baynes (4, 4 Blocks), Smeulders, Campbell (4), Protic (2), Stevic (14, 11 Rebounds), Hain, Paulding (10), Smith (11), McNaughton (7).

Spielviertel: 22:10, 30:6, 21:21, 16:25.

Teamstatistik: 36:35% Wurfquote, 9/25:5/22 Dreier, 28/37:11/15 Freiwürfe, 49:41 Rebounds, 16:13 Assists, 7:16 Ballverluste, 8:1 Steals, 4:6 Blocks. - 2823 Zuschauer.

Axel Gaiser

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