Phoenix-Center John Turek: Holland statt Hagen
30.06.2010 | 17:09 Uhr 2010-06-30T17:09:00+0200
Hagen.Der Center geht, die Lizenz soll bleiben. Während Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen gestern den Wechsel des umworbenen John Turek zum niederländischen Meister GasTerra Flames Groningen zur Kenntnis nehmen musste, reichte Geschäftsführer Oliver Herkelmann beim Gutachter-Ausschuss die notwendigen Lizenzunterlagen zum Stichtag 30. Juni ein. Und zeigte sich optimistisch: „Ich bin sicher, dass wir damit die auflösenden Bedingungen erledigt haben.“
Dass man in der zweiten Erstliga-Saison nicht auf John Turek würde bauen können, damit mussten sich die Phoenix-Verantwortlichen seit einigen Wochen abfinden. Zu gut waren die Leistungen des 27-jährigen US-Amerikaners - immerhin bester Schussblocker der Liga, fünftbester Rebounder und in den Top ten der effektivsten Akteure -, als dass er der zahlungskräftigeren Konkurrenz hätte verborgen bleiben können. „Das ist sehr schade, war aber leider abzusehen“, berichtete Herkelmann von lukrativen Angeboten für Turek, mit denen Phoenix nicht mithalten konnte.
Allerdings hätte der Phoenix-Geschäftsführer erwartet, den US-Center künftig bei einem etablierten Ligakonkurrenten anzutreffen; „Dass er nach Holland wechselt, überrascht mich.“ Allerdings hat Turek, der für Phoenix in der letzten Saison 12,4 Punkte im Schnitt erzielt hat, für die Groninger bereits in der Saison 2006/2007 gespielt, ehe er über Belgien und Polen nach Hagen kam. Zudem spielt der niederländische Meister in der neuen Saison - als erster Klub in der Basketball-Historie des Landes - in der Vorrunde der Euroleague, des höchsten kontinentalen Klubwettbewerbs. Mit Turek hat er seinen Kader übrigens komplett.
Davon ist Phoenix noch ein gutes Stück entfernt. Für den Vorjahres-Aufsteiger geht es vielmehr vorrangig darum, die Lizenzauflagen - Nachweis von 80 Prozent der geplanten Sponsorenerträge und Erhöhung des Gesellschafterkapitals auf 100 000 Euro - zu erfüllen. „Das wird gelingen“, zeigte sich Herkelmann vor der Abgabe der Unterlagen in Leverkusen beim Gutachterausschuss-Vorsitzenden der Bundesliga (BBL), Reiner Moschall, zuversichtlich.
Dabei verhehlt er nicht, dass Phoenix gegenüber dem ursprünglichen Lizenzantrag den Saisonetat reduziert hat, um zum Stichtag 30. Juni 80 Prozent davon nachweisen zu können. „Wir planen derzeit, mit einem Etat von 1,3 Millionen Euro in die Saison zu gehen“, sagte Herkelmann. Davon allerdings benötige man mehr als 200 000 Euro für die Ischelandhalle - für den Phoenix-Eigenanteil des ersten Jahres und Anfangs-Investitionen wie Parkett, Standkörbe und eine vierte Roto-Bande. Hinzu kommen die Kosten von Jugend, Ladies und Liga-Strukturen.
Ob der Etat noch aufgestockt werden kann, was dann in den Spielerkader investiert werden würde, müssen weitere Gespräche mit den Partnern zeigen. „So wie wir aufgestellt sind mit vielen Sponsoren im mittleren Bereich, haben wir viel mehr Gespräche zu führen als etwa ein Klub wie die Deutsche Bank Skyliners“, erklärt Herkelmann, etliche Termine mit Geldgebern stünden deshalb noch aus. Die endgültige Lizenzerteilung der BBL erwartet er gleichwohl zeitnah. Wenn auch Aufsteiger BBC Bayreuth seine Bedingungen erfüllt, stünden 17 Erstligisten fest. Ob es für Platz 18 ein Wildcard-Verfahren gibt, entscheidet sich bei der Ligatagung am nächsten Dienstag in Hamburg. Wobei Herkelmann sich dafür ausspricht, dann den Düsseldorf Giants eine Chance einzuräumen. Schon, damit es neben den Bonn wenigstens einen zweiten westdeutschen Rivalen im Oberhaus gibt.

14:21
Dünn ist gar kein Ausdruck. Hier wird dochhoffentlich nicht wieder etwas vertuscht.
08:58
das hört sich alles sehr dünn an !!!