Pfosten und Danecker retten Weißtal den Erfolg
15.11.2009 | 22:31 Uhr 2009-11-15T22:31:00+0100Mit einem knappen 2:1 (1:1)-Erfolg über die Reserve des TuS Erndtebrück hat der TSV Weißtal die Tabellenführung in der Fußball-Landesliga verteidigt.
Allerdings stand dem Spitzenreiter in der Schlussphase eine ge-hörige Portion Glück zur Seite. Denn die forsch auftretenden Gäste verpassten den Ausgleich denkbar knapp.
Dramatisch war es, was sich in der dreiminütigen Nachspielzeit auf dem Gernsdorfer Henneberg abspielte. Salim Akdan hätte für den TSV die Entscheidung erzielen müssen, als er TuS-Schlussmann Tobias Dünhaupt schon umkurvt hatte, den Ball aus spitzem Winkel aber nicht im leeren Tor unterbrachte.
Zur tragischen Figur des Abends wurde dann jedoch Erndtebrücks Christian Schmelzer. Dieser traf zunächst nach einem Getümmel im Weißtaler Strafraum nur den rechten Torpfosten. Nach der anschließenden Ecke kam der baumlange Schlacks völlig frei zum Kopfball. Doch diesmal war es Weißtals Tobias Danecker, der praktisch mit dem Schlusspfiff auf der Linie klärte.
So dramatisch die Schlussminuten, so erhitzt auch die Gemüter auf beiden Seiten, als sich Vereinsverantwortliche nach dem Abpfiff deftige Wortgefechte lieferten. Komplimente gab es von beiden Trainern, und zwar an die Adressen ihrer eigenen Mannschaften. Allerdings: Bei der Beurteilung des Spiels waren sich die Kontrahenten nicht im Geringsten einig.
„Ein Punkt wäre für uns verdient gewesen, Weißtal hat für einen Spitzenreiter enttäuschend gespielt”, konstatierte Erndtebrücks Trainer Marcus Köhler. Dem gegenüber empfand Weißtals Spielertrainer Daniel Cartus den Sieg für seine Mannschaft als hoch verdient. „In der zweiten Hälfte hätten wir zwei, drei weitere Tore machen müssen.”
Gäste in erster
Hälfte tonangebend
Die 400 Zuschauer hatten ein intensives Spiel gesehen, in dem die Erndtebrücker im ersten Durchgang die tonangebende Mannschaft waren, aber nur für wenig Torgefahr sorgten. Ausnahme war die frühe TuS-Führung durch Simeon Schmidt, der den Ball im Liegen über die Torlinie beförderte, nachdem TSV-Torhüter Oliver Broska die Kugel nicht festhalten konnte (9.).
Die Hausherren sahen sich zumeist defensiv gebunden und entfachten kaum Druck. Sehenswert allerdings der Ausgleich. Dominik Meiswinkel bediente Florian Schnorrenberg mit einem feinen Zuspiel in die Tiefe. Dieser hatte keine Mühe, Dünhaupt zu umspielen und den Ball einzuschieben (19.).
Nach der Pause änderte sich das Bild, bedingt auch durch einen Weißtaler Blitzstart. Der Sekundenzeiger hatte noch keine volle Runde gedreht, da markierte Akdan bereits das 2:1. Der Stürmer traf im Anschluss an eine Freistoß-Flanke von Cartus. „Das hat uns nach unten gerissen”, so TuS-Trainer Köhler.
In der Tat: Eine halbe Stunde lang spielte nun praktisch nur noch Weißtal. Die durchaus vorhandenen Chancen zum 3:1 nutzte der Spitzenreiter aber nicht. Erst als Cartus, den weiterhin eine Zerrung plagt, sich eine Viertelstunde vor dem Ende auswechselte, ging die Ordnung beim TSV verloren und die Wittgensteiner kamen zur – erfolglosen – Schlussoffensive.
„Heute sind alle an ihre Grenzen gegangen, da müssen wir weitermachen”, freute sich Cartus nach dem Spiel. Bleibt noch das Gerücht, laut dem der Spielertrainer bald wieder in Diensten der Sportfreunde Siegen steht. Cartus: „An diesen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen. Bislang ist keiner auf mich zugekommen. Unser Ziel ist jetzt der Gewinn der Herbstmeisterschaft.” Mit dem Gastspiel beim Hasper SV gibt es in zwei Wochen noch eine schwere Hürde zu überspringen.

07:37
Vielleicht sollte sich Erndtebrücks Trainer Köhler mal selbst hinterfragen, warum er mit einer Mannschaft, die mit aktuellen und ehemaligen Westfalenliga-Spielern nur so gespickt ist, lediglich auf einem Abstiegsplatz rangiert.