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Oft zu jung fürs Gymnasium

22.01.2012 | 18:11 Uhr

Zu still, zu langsam, zu wenig Unterstützung von den Eltern: Wenn Grundschullehrer der Meinung sind, das Kind sollte nach der vierten Klasse besser auf die Realschule statt auf das Gymnasium, dann liegt das nicht unbedingt an den Noten. Sondern eher an der Sorge, das Gymnasium sei zu leistungsorientiert für den verspielten Jungen, das verträumte Mädchen.

Wahrscheinlich liegen Grundschullehrer nur selten mit ihrem Gutachen daneben. Doch die Kinder sind erst neun oder zehn Jahre alt, wenn sie auf das differenzierte Schulsystem verteilt werden. Der Kampf, den Eltern und Lehrer miteinander führen, wenn es nicht hundertprozentig rund läuft in der Grundschule – er wird einfach zu früh geführt.

Schon oft wurde versucht, die Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen. In Hamburg ist daran eine schwarz-grüne Regierung gescheitert. In NRW rüttelt Rot-Grün nur zaghaft, mit der Einführung der Sekundarschule, daran; die Grundschulen aber lässt sie, wie sie sind – zu groß ist die Gefahr, den mühsam errungenen Schulfrieden zu gefährden.

Dabei machen die Grundschulen gute Arbeit, fördern starke wie schwache Kinder. Sie sollten es zwei Jahre länger tun dürfen. So kann der Appell für die Verantwortlichen nur lauten: Habt Mut!

Birgitta Stauber-Klein

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