Normal wäre schön
12.09.2012 | 18:52 Uhr 2012-09-12T18:52:00+0200
Es war noch nie so leicht, zu schwer zu sein. Wer durch eine Fußgängerzone schlendert, gerät von einer Döner- oder Backduftschwade in die nächste, die werden ja nicht ohne Absicht auf die Passanten geblasen. Überhaupt: Bis zum nächsten Lebensmittel sind es selten mehr als ein paar Meter. Und selbst die lassen sich oft im Aufzug zurücklegen oder auf der Rolltreppe. Wir brauchen immer weniger körperliche Energie, um unseren Alltag zu bewältigen. Aber wir essen gern noch so, als sollten wir zur Feldarbeit unserer Urgroßeltern antreten oder im Flöz den Abbauhammer schwingen. So werden zwei von drei Männern zu schwer.
Es war aber auch noch nie so verpönt wie heute, zu schwer zu sein. Wenn sich jedes zweite Mädchen zu dick fühlt, obwohl es ein normales Gewicht hat, ist das krank. Wir müssen verrückt sein: Immer mehr werden immer dicker – und die Traumfiguren werden immer klappriger. Wir sollten wohl beides: Maßvoller, vernünftiger essen – und klapperdürre Models für krank erklären, nicht zu Idolen. Wir sollten die Mitte wiederfinden. Vielleicht müssten wir sogar viel mehr normal sein wollen.

15:32
Alle paar Wochen können wir lesen, dass 2 von 3 deutschen Männern übergewichtig seien.
Dazu die folgenden Anmerungen:
1. Als "übergewichtig" werden demnach all diejenigen betrachtet, die einen BMI größer 25,0 haben.
Jedoch hat ein spst das ortllicher und somit halbwegs muskulöser Mann ruckzuck einen BMI größer 25, OHNE "dick" zu sein.
Am Beispiel der Klitschko-Brüder ist das prima nachweisbar:
BMI gleich Gewicht dividiert durch Körpergröße in Metern zum Quadrat.
Ca. 110 Kilo dididiert durch 4 (2,0 m x 2,0 m) ergiebt einen BMI von 27,5.
Nur, die Klitschkos sind, wie viele halbwegs sportliche Normalmänner auch, keineswegs zu dick!
2. Wenn jemand sich richtig gut fühlt in seinem ihem Körper, dann hat diese Person sein ihr persönliches Wohlfühlgewicht erreicht. Dann ist er sie mitnichten "übergewichtig".
09:33
Wenn die oft vorgebrachte These stimmen würde, dass Übergewicht das Resultat einer Kombination von Bewegungsmangel u. Überernährung ist, dann müssten körperlich arbeitende Menschen durchschnittlich weniger Übergewicht überweisen. Dies ist aber offenbar nicht der Fall. Es ist sogar anzunehmen, dass in Büros arbeitende Menschen eher weniger Übergewicht aufweisen, weil ihr Bildungsgrad im Schnitt höher sein dürfte.
Es ist auch unwahrscheinlich, dass Bewegung u. Sport in den letzten 20 oder 30 Jahren noch weiter abgenommen haben. Ich erinnere mich noch gut an die 60er oder 70er, als kaum ein Erwachsener Rad fuhr oder Sport trieb. Joggen oder Walking waren so gut wie unbekannt. Die vor kurzen wieder erwähnten Trimm Dich-Pfade waren mehr ein lustiger PR-Gag, waren meist kaum besucht! Heute treiben wesentlich mehr Menschen regelmäßig Sport oder gehen in Fitnessstudios.
Das Hauptproblem ist eine völlige Veränderung der Essgewohnheiten: regelmäßig Fastfood, Süßigkeiten, Süßgetränke, Snacks...