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Niemand hat etwas zu verschenken

30.08.2012 | 18:47 Uhr
Niemand hat etwas zu verschenken
Wer nicht zu den Opfern einer Kaffeefahrt-Abzocke gehören will, sollte bei einem entsprechenden Angebot im Briefkasten bedenken, dass niemand etwas zu verschenken hat.Foto: IKZ

Wer auf einen Betrüger bei Kaffeefahrten hereinfällt und sich eine völlig überteuerte Magnetfeld-Unterlage fürs Bett andrehen lässt, die keinen gesundheitlichen Nutzen hat, ist selber schuld. Meint man. Doch das ist zu einfach.

Meist sind es ältere Menschen, die das vermeintlich kostenlose Angebot für einen Ausflug inklusive Kaffee und Kuchen nutzen. Viele von ihnen sind einsam und dankbar für Abwechslung. Genau diese Lage nutzen die Verkaufsprofis dann in entlegenen Landgasthöfen aus. Sie geben den Senioren das Gefühl, Gewinner zu sein – notfalls mit Nachdruck – und zocken sie ab.

Geschäftemacher, die die Unsicherheit und Einsamkeit älterer Menschen ausnutzen, gehören härter bestraft. Die Länder-Initiative ist deshalb ein richtiger Ansatz für eine notwendige neue Regelung. Allerdings wird auch sie das Phänomen der Kaffeefahrten nicht vollständig verdrängen. Die Betrüger werden wieder Wege finden, Menschen hinters Licht zu führen. Wer nicht dazugehören will, sollte bei einem entsprechenden Angebot im Briefkasten bedenken, dass niemand etwas zu verschenken hat.

Gregor Boldt

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