Nicht zögern und zum Arzt gehen
10.06.2010 | 15:50 Uhr 2010-06-10T15:50:00+0200
Olpe.In Deutschland erkranken jährlich rund 48 000 Frauen an Brustkrebs. „Je früher eine bösartige Geschwulst entdeckt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung“, erklärt Dr. Jürgen Schwickerath, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Brustzentrum am St. Martinus Hospital Olpe.
Die Früherkennung ist deshalb die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung von Brustkrebs. „Jede Frau ab 20 Jahren sollte einmal im Monat ihre Brust durch Abtasten selbst untersuchen“, rät Dr. Schwickerath.
Um eine Selbstuntersuchung der Brust richtig und sicher durchführen zu können, hat die kfd St. Martinus in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kompetenz gegen Brustkrebs“ eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema angeboten.
Wann tritt
Brustkrebs auf?
Dr. Schwickerath diskutierte mit einer kleinen Gruppe interessierter Frauen über verschiedene Untersuchungsmethoden und beantwortete Fragen wie: „Wann tritt Brustkrebs am häufigsten auf? Wer ist besonders gefährdet, an Brustkrebs zu erkranken? Tritt in den Wechseljahren häufiger Brustkrebs auf? Kann man zur Verminderung des Brustkrebsrisikos beitragen? etc.“
Er gab Tipps zur Selbstuntersuchung der Brust und betonte ausdrücklich, dass eine regelmäßige Selbstuntersuchung eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zu den Vorsorgeuntersuchungen ist. Dies wird durch die Tatsache belegt, dass nahezu 80 Prozent der an Brustkrebs erkrankten Frauen den Knoten in ihrer Brust selbst entdecken. „Wer an sich Auffälligkeiten bemerkt, sollte nicht zögern, zum Arzt zu gehen“, erklärte Dr. Schwickerath.
Der Arzt wird den Tastbefund überprüfen und, falls nötig, weitere Untersuchungen veranlassen, um zu einer klaren Diagnose zu kommen. Herr Dr. Schwickerath machte aber auch darauf aufmerksam, dass die größte Gruppe der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, die der Altersgruppe von 60 Jahren und älter sind. Leider halten genau diese Frauen es oft nicht für erforderlich, eine Untersuchung bei einem Gynäkologen durchzuführen. Anhand von Brustimitaten konnten die Frauen selbst fünf versteckte Knoten unterschiedlicher Größe ertasten und ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich eine Veränderung in der Brust anfühlt. Die Frauen waren von den wichtigen und sehr einfühlsam vorgetragenen Informationen beeindruckt und können eine solche Veranstaltung nur weiter empfehlen. Da Interesse an weiteren Veranstaltungen zur Selbstuntersuchung besteht, beabsichtigt die kfd St. Martinus Olpe im Herbst dieses Jahres erneut eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein „Kompetenz gegen Brustkrebs“ durchzuführen. Herr Dr. Schwickerath wird dann sicherlich wieder als Referent zur Verfügung stehen.

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