Nach Tod der Kinder total abgerutscht

Nachrodt-Wiblingwerde.. Vermutlich kaum aus purer Nächstenliebe hatte ein 28-jähriger Nachrodt-Wiblingwerder ein Treffen zwischen einem Mann mit Kontakten zu TÜV-Plaketten-Fälschern und einem Pkw-Besitzer vermittelt. Auch war er mit Drogen und ohne Führerschein hinterm Steuer erwischt worden. Gestern stand er vor dem Amtsgericht.

14 Voreintragungen im Strafregister und eine laufende Bewährung hatten den Nachrodt-Wiblingwerder nicht davon abhalten können, wieder auf die schiefe Bahn zu geraten. Nachdem zwei seiner Kinder gestorben waren, war der 28-Jährige erneut straffällig geworden – ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.

So hatte er den Kontakt zwischen dem Kriminellen und dem Autobesitzer hergestellt. Der Inhaber hatte dem Fremden seinen Wagen überlassen. Der hatte ihn in eine Iserlohner Werkstatt gefahren und hatte ihn mit einer gefälschten TÜV-Plakette zurückgebracht. Damit hatte sich der Angeklagte der Beihilfe zur Urkundenfälschung schuldig gemacht.

Dem nicht genug, war er am 13. Oktober vergangenen Jahres in der Opperhusener Straße zum einen mit drei Gramm Amphetamin sowie über drei Gramm Marihuana und zum anderen bei einer Fahrt ohne Führerschein ertappt worden.

Über seinen Verteidiger Frank Becker räumte der Nachrodt-Wiblingwerder gestern Morgen alle drei Taten ein. Richter Dirk Reckschmidt hakte nach und wandte sich dabei direkt an den Angeklagten: „Einschlägig und unter Bewährung – was treibt Sie dazu?“ Der 28-Jährige antwortete ehrlich. Nach dem Tod seiner beiden Kinder sei er abgerutscht, in die falsche Szene geraten und habe Drogen konsumiert. Gerade sei er in der Entgiftung gewesen. Eine Therapie habe er sich „fest vorgenommen“.

Sechs Monate Haftauf Bewährung

Das Gericht gab ihm eine allerletzte Chance und verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 150 Sozialstunden. Auch wurde eine einjährige Sperre zur Neuerteilung einer Fahrerlaubnis angeordnet.

Der Nachrodt-Wiblingwerder sei in alte Verhaltensmuster zurückgefallen, so Richter Dirk Reckschmidt, dessen Warnung zum Schluss deutlicher nicht hätte ausfallen können: „Die Gefahr, dass Sie wirklich mal einfahren, ist relativ hoch.“