Mutmaßlicher Nazi-Kriegsverbrecher Csatáry aufgespürt
15.07.2012 | 21:51 Uhr 2012-07-15T21:51:00+0200
Jerusalem. Der gesuchte mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry ist offenbar in Ungarn entdeckt worden. Der 97-Jährige soll für die Deportation Tausender Juden ins KZ Auschwitz mitverantwortlich sein. Csatáry steht an erster Stelle auf der Fahndungsliste des Simon-Wiesenthal-Zentrums.
Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry ist nach Informationen des Simon-Wiesenthal-Zentrums aufgespürt worden. Wie das Jerusalemer Büro des Wiesenthal-Zentrums am Sonntag mitteilte, wurde der 97-Jährige von der britischen Boulevard-Zeitung „The Sun“ in der ungarischen Hauptstadt Budapest fotografiert und gefilmt. Csatáry soll für die Deportation von 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz mitverantwortlich sein.
Die Informationen über Csatáry wurden vom Direktor des Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, veröffentlicht. Zuroff sagte, die „Sun“ habe sich bei ihren Recherchen auf Informationen gestützt, die vom Wiesenthal-Zentrum im September 2011 herausgegeben wurden. Damals habe ein Informant, dem inzwischen eine Belohnung von 25.000 Dollar gezahlt worden sei, es ermöglicht, den Aufenthaltsort Csatárys zu bestimmen. Laut „The Sun“ lebt der 97-Jährige in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. „Ich habe nichts gemacht, verschwindet!“, habe er zu den Reportern gesagt, bevor er die Tür zuschlug.
Information geht an die Staatsanwaltschaft
Zuroff hatte im Dezember auch in Berlin eine neue Kampagne zur Enttarnung und Verurteilung noch lebender NS-Verbrecher mit Hilfe örtlicher Ermittlungsbehörden vorgestellt. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum arbeitet bei der Kampagne mit der Targum-Shlishi-Stiftung in den USA zusammen. Die Kampagne soll Ermittlungsbehörden dabei unterstützen, Kriegsverbrecher in Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, Ungarn, Kroatien und den baltischen Staaten zu finden.
Das Wiesenthal-Zentrum übergab seine Informationen laut Zuroff auch der Staatsanwaltschaft in Budapest. Vize-Staatsanwalt Jenö Varga konnte am Sonntag zu dem Fall keine Einzelheiten mitteilen. Er sagte lediglich, eine „Untersuchung“ sei im Gange, die Staatsanwaltschaft werte die „eingegangenen Informationen aus“.
Das Wiesenthal-Zentrum in Wien ist nach dem 2005 gestorbenen Nazi-Jäger Simon Wiesenthal benannt. Csatáry flüchtete nach Informationen des Zentrums nach Kanada, nachdem er 1948 in der Tschechoslowakei in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden war. Er soll sich als Polizeichef im Ghetto von Kosice (ungarisch: Kassa, deutsch: Kaschau) durch besondere Grausamkeit ausgezeichnet haben. In Kanada lebte er als Kunsthändler in Montréal und Toronto, bevor er von den dortigen Behörden enttarnt wurde und sich nach Ungarn absetzte. (afp)

15:34
[off topic]
Neeeeeeeeee, m.E. absolut nix mit "Off topic", sondern nur einmal ein kleines, feines Beispiel dafür, dass es durchaus divergierende Betrachtungswinkel geben kann und wie der eine berechtigterweise als Kriegsverbrecher verfolgt und angeklagt werden muss, aber andere (die ebenfalls Befehle befolgt haben und schätzungsweise eine viertel Million Menschenleben auf dem Gewissen haben) als höchstdekorierte Helden bezeichnet werden!!! Ruhig mal darüber nachdenken!!!
12:43
Merkwürdig finde ich nur, die gleichen Leute die meinen das die ehemalige RAF Terroristin Frau Becker nach 32 Jahren nicht mehr vor Gericht gestellt werden soll, aber ein mutmaßlicher Nazi - Kriegsverbrecher aber nach mindestens 67 Jahren soll vor Gericht gestellt werden.
Und ich glaube kaum das es zu einer Verurteilung kommt, da die meisten Zeugen wohl leider tot sind, und sich wohl kaum noch das Gesicht des Verdächtigen gemerkt haben können.
Wer ist das denn???
06:09
...Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Genau so wie Mord verjähren die Straftaten nicht. Angesichts der Schwere der Schuld ist das auch gut so.
László Csatáry gehört nicht zu unserer Nachkriegsgeneration. Er ist unmittelbarer Täter.
Mit den heute geführten Diskussionen (Beschneidung - Holocaust) hat das schlichtweg gar nichts zu tun. Wir müssen lernen das zu trennen und um vor dümmlichen Vorwürfen zu wehren.
05:50
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...versehentlich auf #5 gelandet
Niemand will Ihnen irgendetwas nachtragen, Sie dürfen alles um Sie herum ignorieren .
Sie dürfen sogar die Enttarnung eines Massenmörders als "Anheizung des Antisemitismus´ " bewerten.
Aber verlangen Sie bitte nicht, ernstgenommen zu werden...
03:12
Was hat der Mord an den Juden mit den Bombenangriffen der englischen Alliierten zu tun?
Sollen wir einem Massenmörder ein Denkmal bauen?
Möchten Sie jemaden, der 15000 Menschen in die Tötungsmaschinerie nach Auschwitz geschickt hat frei herumlaufen lassen?
Werden in Kanada Greise verfolgt, wenn israel Geld braucht?
Solange Ewiggestrige wie Sie mit ihren kruden deformierten Moralvorstellungen(?) noch hier ihr hirnloses Zeugs niederschreiben, sollte man Straftäter, egal welchen Alters, dahin stecken wo sie hingehören: In den Knast.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjährt nicht!
00:08
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15700 deportierte Juden hatten Angehörige - ich schätze, die sind interessiert!
Ansonsten alle, die nicht gegenüber den Verbrechen der NS-Zeit abgestumpft sind.
Zum Thema Luftangriffe kann ich nur sagen : Wer Wind sät, wird Sturm ernten !
Ach so - nur die allierten Luftangriffe waren Terror ? Jetzt verstehe ich Sie...
22:33
Er ist 97 Jahre alt und wohnt in einer 2 Zimmer Wohnung. Wahrscheinlich wird sich seine Situation nach einer Verhaftung erheblich verbessern, was die Versorgung und medizinische Betreuung angeht.