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„Mr. Ehrenamt“: Theodor Radhöfer

02.03.2011 | 17:52 Uhr
„Mr. Ehrenamt“: Theodor Radhöfer
Theodor Radhöfer aus Olpe ist in vielen Funktionen für das Stadtjubiläum "700 Jahre Olpe" aktiv.

Olpe.Wenn vom Thema ,Ehrenamt’ die Rede ist, kann der Olper Theo Radhöfer ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Denn der ehemalige Leiter der Hakemicke-Hauptschule hat sich seit seiner Pensionierung in zahlreichen Funktionen engagiert - in der Kirchengemeinde, im Kammerchor und last not least bei der „Freiwilligenbörse“. Kein Wunder, dass der heute 71-Jährige in einem Stadtjubiläumsjahr ganz besonders gefordert ist.

Jubiläums-Managerin Sigrid Mynar weiß die Arbeit Radhöfers besonders zu schätzen: „Er ist für mich ein unheimlich wichtiger Helfer in diesem Jahr.“ Recht hat sie, denn Radhöfer ist bei „700 Jahre Olpe“ Vielfach-Aktionist im besten Sinne - kulturell, pädagogisch, historisch.

Als Vorsitzender des Olper Kammerchores, dem er seit der Gründung 1985 angehört, hat er seinen ersten Jubiläums-Auftritt schon hinter sich: „Ja, ja, das war das Pontifikalamt im Januar. Aber wir werden ja auch beim ,Ball der Olper’ mit dabei sein, der am 30. April stattfindet . Und anlässlich des Volkstrauertages singen wir ein Requiem.“

Letzteres ist ihm ganz wichtig, denn das Requiem Es-Dur von Johann Adolf Hasse ist für Radhöfer auch ein „Akt des Erinnerns“ an die Schrecken der großen Kriege: „Man sollte auch Nachdenkliches in einem Stadtjubiläum berücksichtigen. Wir hatten in 700 Jahren Stadtgeschichte ja nicht nur schöne Zeiten.“

Nächste Ehrenamts-Baustelle: Der Krippenweg. „Da wollen wir etwas Neues reinbringen“, berichtet Radhöfer, der den Olper Krippenweg gemeinsam mit dem Team der Freiwilligenbörse in diesem Jahr zum 3. Mal auf die Beine stellt. Das ,Neue’ hat - natürlich - mit Altem zu tun, denn: „Wir hatten die Idee, im Jubiläumsjahr besonders alte Krippen auszustellen. Dafür brauchen wir natürlich die Hilfe der Olper Bürger.“ Wer also solch alte ,Schätzchen’ noch irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden zum Leben erwecken kann und will, sollte sich bei der Freiwilligenbörse melden, bittet Radhöfer. Kontakt: 02761/831370 (montags 9 bis 11 Uhr und donnerstags 16 bis 18 Uhr) oder unter freiwilligenboerse@olpe.de per email. Wichtig für die Krippen-Organisatoren: „Schön wäre es auch, wenn wir mal eine Krippe mit lebensgroßen Figuren präsentieren könnten.“ Der Krippenweg wird vom 1. Adventssonntag begehbar sein - über das Jubeljahr hinaus bis zum 2. Sonntag 2012.

Wesentlich früher, nämlich in den Sommerferien, findet das „Historische Zeltlager“ statt - wieder nicht ohne die Mitwirkung von ,Mr. Ehrenamt’ Radhöfer. Der aber sofort Wert auf die Feststellung legt, dass die Stadt Olpe für die Organisation zuständig ist: „Wir helfen da nur bei den Anmeldungen.“ Das werden allerdings an die 100 sein, denn so viele Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren dürfen vom 25. bis 29. Juli eine Zeitreise bis ins Mittelalter antreten: „Eine ganz tolle Sache“, ist Radhöfer von der Idee begeistert, die hinter dem Zeltlager steckt, das bei der Kolping-Familienferienstätte stattfinden wird: „Das wird vom Germanen-Verein ,Sugambra’ geleitet, der die Kinder zum Mitmachen animiert.“ Will heißen: Die 8-bis 12-Jährigen mahlen Mehl zwischen Steinen, schießen mit selbst gefertigten Bögen oder basteln Webrahmen. Und alles in historischem Gewand. Der bekennende Anhänger der Montessori-Pädagogik strahlt: „Die Kinder sollen ganz viel selbst machen, das gefällt mir besonders. Gerade dieses Alter ist das Entdeckeralter.“ Radhöfer weist daraufhin, dass sich bereits an die 70 Interessierten angemeldet hätten, aber nur maximal 100 aufgenommen werden könnten. Sein Appell: Umgehend anmelden unter den oben bereits genannten Kontakt-Daten der Freiwilligenbörse!

Für eine weitere Jubiläumsaktion hält der 71-Jährige die Fäden in der Hand: die Bibelausstellung. Vom 30. April bis zum 15. Mai können Interessierte im Lorenz-Jaeger-Haus die Anfang der 90-er Jahre entstandene Wanderausstellung „Von der Keilschrift zur Computerbibel“ bewundern. Radhöfer: „Die Ausstellung ist damals zum Jahr der Bibel entstanden und wurde seither von etwa 400 000 Menschen besucht.“

Angeschlossen an die Ausstellung ist unter anderem ein theologischer Vortrag („Jonas’ Zorn und Gottes’ Mitleid“) sowie ein Kinderbibeltag, der am 7. Mai stattfinden wird.

Angesichts des Einsatzes an gleich vier Jubiläums-Fronten verwundert es nicht, dass sich das ehrenamtliche Engagement des rüstigen Pensionär s fast zu einer Art ,Halbtagsjob’ ausgeweitet hat: „Ja, so 15 bis 20 Stunden kommen pro Woche schon mal zusammen“, weiß er zu berichten, lächelt aber noch dabei. Denn bei all der Arbeit ist Radhöfer lupenreiner Überzeugungstäter: „Die Gesellschaft braucht das Ehrenamt. Gerade in der Kultur, beispielsweise im Chorgesang oder auch der bildenden Kunst kann sich die Gesellschaft vieles sonst nicht mehr leisten.“

Josef Schmidt

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