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Mozarts Krönungsmesse brillantes Finale

28.09.2009 | 15:16 Uhr

Olpe. Immer wieder ist es ein Genuss, wenn ein großer Chor seine mächtige Stimme erhebt und es gottlobend durch die heiligen Hallen schallt:

Am Sonntag gab es einen Grund zum Jubeln: Im Rahmen der Jubiläumsfestwoche „100 Jahre St. Martinus-Kirche Olpe” sang der Chor der „Jubilarin” zusammen mit dem Chor der Heilig-Geist-Kirche unter der Gesamtleitung von Dieter Moers unter anderem Mozarts anspruchsvolle Krönungsmesse.

Eine gute Stunde voll feierlicher Musik - passend zum Anlass - stand auf dem Programm. Lange hatte man für das recht anspruchsvolle Konzert Vorbereitungen getroffen und viel geübt. Am Sonntag war es dann soweit: Das Ergebnis konnte dem gutgefüllten Haus präsentiert werden - und konnte sich sehen bzw. hören lassen.

Feierlich hob das Te deum („Großer Gott wir loben dich") von Mozart zuerst an. Das Mozartsche Jugendwerk ist kompositorisch typisch für seine Zeit; allerdings offenbart Mozart hier schon sein später offen zu Tage tretendes Genie, indem er mancherlei Kühnheiten einbringt. Ein Werk also, das dem Rahmen würdig war und das dem Martinuschor wie auf den Leib geschneidert war.

Im zweiten Teil des Konzerts konnten sich zunächst Anja Koch und Stefan Meier an der Oboe profilieren. Unterstützt von einem Instrumentalensemble, mit Musikern überwiegend aus dem heimischen Raum, konnten sie beim Oboenkonzert (op.9,9) von Albinoni in allen drei Sätzen glänzen, wobei besonders der Zweite wunderschön „gezeichnet" war.

Sicherlich auch im wortwörtlichen Sinne gedacht, zum Dank an das 100-jährige Bestehen der Martinuskirche, war die Auswahl der Kantate „Nun danket alle Gott" von G. Ph. Telemann. Der vorgetragene Einganssatz ist für vier Gesangssolisten und Orchesterbegleitung konzipiert. Mit echt barockem Glanz füllten die Solisten Gabriele Dartsch (Sopran), Annette Wurm (Alt), Lothar Blum (Tenor) und Ralf Stiebig (Bass), allesamt Könner ihres Faches, das Kirchenschiff aus.

Höhepunkt war das letzte Werk des Abends: Mozarts Krönungsmesse. Mozart hatte des öfteren seine Malaise mit den zeitlichen Vorgaben der Messdauer. Selbst beim feierlichsten Anlass dürfe eine Messe „nicht länger als dreiviertel Stunden dauern", klagte er, als er die Messvertonung schrieb. Dem zum Trotz (oder vielleicht deshalb) gelang ihm dieses Kleinod. Für beide Chöre stellte die Messe eine besondere Herausforderung dar. Von kleineren Stellen abgesehen, harmonierten die beiden Chöre, das Orchester und die vier Solisten trefflich.

Nach der hervorragenden opernhaften Passage im „Agnus Dei” konnte Kantor Dieter Moers mit seinem gewohnt ruhigen Dirigat die hörenswerte Messe zu einem würdigen Schluss führen.

Philipp Weber

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