Mit Peilsender auf Reinekes Spuren
24.09.2009 | 17:17 Uhr 2009-09-24T17:17:00+0200
Bei der Jagd auf Meister Reineke gehen die Waidmänner und -frauen unterschiedliche Wege. Während der eine still mit dem Teckel im Anstand wartet, hetzt der andere den Fuchs mit großen Hundemeuten.
Ganz anderer Natur war die Fuchsjagd, zu der sich Funkpeilsportler aus Nordrhein-Westfalen und Hessen auf der „Eisernhardt” trafen.
Beim Amateurfunkpeilen, auch „Fuchsjagd” genannt, geht es darum, fünf im Wald versteckte Kleinsender mit dem Peilempfänger in der Hand aufzuspüren und anzulaufen. Die Sender arbeiten auf frei empfangbaren Amateurfunkfrequenzen auf einem 80-Meter-Amateurfunkband. Durch die große Wellenlänge lassen sich im ersten rennen die Sender von den Peilamateuren genau lokalisieren.
Deutlich schwieriger wurde es beim zweiten Lauf auf der Zweimeterwelle. Die Funksignale im UKW-Bereich wurden vom Laub der Bäume oder Höhenflanken reflektiert und führten so manchen der „Fuchsjäger” in die Irre.
Auch Karten und Kompass erlaubt
Ausrichter Frank Sperber: „Erschwerend kommt hinzu, dass jeder Sender nur für eine Minute innerhalb eines Fünf-Minuten-Zyklus sendet.” In den restlichen vier Minuten sei jeweils einer der anderen Sender aktiv. Da könne es passieren, dass der Jäger kurz vor dem anvisierten Ziel nicht mehr weiter kommt und einige Minuten warten muss. „In solchen Fällen hilft ein geschultes Auge, das den mit einer farbigen Markierung versehenen Sender in 10 bis 20 m Entfernung erkennt.”
Als Hilfsmittel und weitere Ausrüstung durften die Teilnehmer noch eine Karte und einen Kompass mit in den Wald nehmen. Schnellster Fuchsjäger war bei beiden Läufen Peter Gierlach aus dem Rhein-Sieg-Kreis, der die in Luftlinie rund fünf Kilometer lange Strecke knapp unter eineinhalb Stunden bewältigte. Unter dem Strich legen die Teilnehmer zwischen sieben und neun Kilometer zurück. Deshalb sei das Amateurfunkpeilen eine attraktive Freizeitbeschäftigung, die Technik mit Suchspaß, Naturerlebnis und Bewegung verbinde. Damit eigne sie sich, so Frank Sperber, Peilreferent der Siegener Uni-Funker, nicht nur für Funkamateure, sondern auch für Jogger, Walker, Wanderer oder Geocacher, „die einmal etwas anderes erleben möchten oder ein bisschen Abenteuer suchen”.
Naturerlebnis mit Technik verbunden
Wer zehn Kilometer unter einer Stunde läuft und sich mit Karte und Kompass gut im Wald orientieren kann, schaffe es unter die besten zehn Peiler in Deutschland.In der Bundesrepublik gebe es rund 100 Peilsportler, die sich für Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren wollen. Parallel zum Wettkampf in Siegen wurden in Obzor (Bulgarien) die Europameister ermittelt.
Und die Fuchsjagden im Siegerland werden noch in diesem Herbst fortgesetzt. Das nächste Peilangebot steht am Allerheiligen-Feiertag, Sonntag, 1. November, im Terminkalender. Wie Frank Sperber erläuterte, können interessierte Funker zwei bis drei Wochen vorher Infos darüber im Internet bekommen.
„Besucher sind bei uns herzlich willkommen”, erläutert der Organisator. Sie können, mit Leihempfängern ausgestattet, sich auf die Spuren des piependen Meister Reineke begeben. „Wir stellen die Empfänger zur Verfügung und nach einer kurzen Einweisung kann die Jagd beginnen.”
Weitere Infos im Internet unter www.ardf-siegerland.de
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