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Mit gesundem Lebensstil zum Baby

29.03.2010 | 16:01 Uhr
Mit gesundem Lebensstil zum Baby

Essen.Wer den Partner fürs Leben gefunden hat, dem fehlt zum perfekten Glück oft nur noch der Nachwuchs. Doch was, wenn die Schwangerschaft Monat für Monat auf sich warten lässt? Manchmal kann ein ungesunder Lebensstil Schuld sein.

Ein unerfüllter Kinderwunsch macht Paare oft ratlos. Kommt es nach einem Jahr ungeschütztem Sex nicht zur Schwangerschaft, liegt der Weltgesundheitsorganisation zufolge Unfruchtbarkeit vor. Was für Betroffene schrecklich und endgültig klingt, kann jedoch einfache Ursachen haben. „Neben körperlichen Schäden kann auch ein ungesunder Lebensstil zum Ausbleiben einer Schwangerschaft führen“, sagt der Frauenarzt Dr. Klaus König, 2. Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Das richtige Alter

Im Allgemeinen werden junge Frauen leichter schwanger: „Im Alter zwischen 20 und 25 hat eine Frau die meisten Eisprünge“, so König. Daher sei es am einfachsten dieses Alter für eine Schwangerschaft zu wählen. „Leider ist das aus beruflichen Gründen oft nicht machbar.“ Denn die Ausbildung vieler Frauen ist heute länger als noch vor 50 Jahren, danach folgen noch ein paar Jahre Berufserfahrung, bevor es an die Familienplanung geht. „Aber keine Panik - auch mit Mitte Dreißig können Frauen schwanger werden. Es kann nur manchmal länger dauern.“

Mit gesundem Lebensstil zum Wunschkind

Schwangere Frauen bemühen sich meist gesünder zu leben. Dabei sollten sie schon beim Kinderwunsch auf ihre Gesundheit achten. „Dann werden sie nämlich schneller schwanger“, sagt König. Zu einem gesunden Lebensstil gehören:

• eine ausgewogene Ernährung

• ausreichend Bewegung

• Stress vermeiden

• nicht rauchen

• auf Alkohol und Medikamente verzichten

• Übergewicht reduzieren

„Wer raucht, egal ob Mann oder Frau, senkt damit seine Fruchtbarkeit, da Nikotin die Durchblutung der Gefäße minimiert“, so der Experte. „Aber auch Untergewicht wirkt sich negativ aus.“ Denn viele Frauen mit Untergewicht haben weniger, oft keinen Eisprung.

Macht die Anti-Baby-Pille unfruchtbar?

Ein typisches Ammenmärchen ist, dass sich die Anti-Baby-Pille auf die Fruchtbarkeit auswirkt. „Das stimmt aber nicht“, sagt König. „Selbst Frauen, die Jahrzehnte das Verhütungsmittel genutzt haben, werden nach dem Absetzen nicht später schwanger.“ Es gäbe sogar Untersuchungen die belegen, dass sich eine vorherige Einnahme der Anti-Baby-Pille nach dem Absetzen positiv auf die Fruchtbarkeit auswirke.

Den Eisprung bestimmen

„Sex zur Zeit des Eisprungs erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft“, so der Experte. Zur Bestimmung dieser Zeit, gibt es verschiedene Möglichkeiten. „Zum einen lassen sich die fruchtbaren Tage berechnen“, sagt König. „Denn der Eisprung findet immer etwa zur Mitte des Zyklus statt.“ Wer einen 28-tägigen Zyklus hat, hat ihn demnach um den 14. Tag.

„Zum anderen kann man die Basal-Temperatur-Methode nutzen.“ Zur Durchführung genüge ein einfaches Thermometer, mit dem die Temperatur jeden Tag morgens vor dem Aufstehen unter der Zunge oder rektal gemessen wird. „Kurz vor dem Eisprung sinkt die Temperatur und steigt dann um etwa ein halbes Grad an“, sagt König. „So bleibt sie bis zur Menstruation und fällt dann wieder ab.“ Die Ergebnisse solle man am besten als Kurve notieren, Vordrucke gäbe es beim Frauenarzt. „So lässt sich der Zyklus samt fruchtbarer Tage bestimmen und übersichtlich notieren.“

Den Spaß nicht verlieren

Eine spezielle Baby-Stellung, also eine Praktik, bei der eine Schwangerschaft eher eintritt, gibt es nicht. „Auch so genannte Fruchtbarkeitsmassagen oder Beckenbodentraining beeinflussen die Schwangerschaftsrate nicht“, so der Experte.

Generell sollten auch Paare, die sich ein Kind wünschen, Sex nicht nach dem Kalender planen. Denn damit geht nicht nur die Romantik verloren. „Sex darf nicht zur Pflichtveranstaltung werden“, sagt König. „Denn auch damit sinkt die Chance einer Schwangerschaft.“

Carolin Voss

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