Michael Lerscht steht vor Comeback
30.10.2009 | 19:33 Uhr 2009-10-30T19:33:00+0100Die Spiele des TuS Ferndorf waren in den vergangenen Wochen teils zum Gruseln. Da ist es nur bedingt von Vorteil, dass das Team von Caslav Dincic an Halloween, dem jährlichen Feiertag der Albträume, zur gewohnten Anwurfzeit (19.30 Uhr) in eigener Halle zum Kampf um Regionalliga-Punkte antritt.
Zumindest bereitete der heutige Gast seinen bisherigen Gegnern selten schlaflose Nächte: Die Ibbenbürener Spielvereinigung hat einen durchwachsenen Saisonstart hinter sich, holte bisher nur sechs Punkte.
Gäste ohne Angst
vor großen Namen
Aufhorchen lässt allerdings die Tatsache, dass dies dem Team von Atila Petö neben den Heimsiegen gegen Minden (34:23) und Soest (41:38) in fremder Halle beim TuS Wermelskirchen gelang. Beim Tabellendritten des Vorjahres gewannen die Ibbenbürener mit 36:32. Ein Zeichen, dass die Petö-Truppe keine Angst vor großen Namen hat.
„Das war eine Überraschung”, gibt Dincic zu. Nachdem er die Mannschaft zuvor gegen Hagen beobachtet hatte, ließ der Serbe sich das Spiel der Ibbenbürener am vergangenen Wochenende (Heimsieg gegen Soest) auf Video mitschneiden – und konnte sich dabei von den Qualitäten eines weiteren Neuzugangs überzeugen. Arvis Langanovskis war in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Lettischen Liga, bevor sein zu Saisonbeginn bereits zur SpVg gewechselter Nationalmannschaftskollege Arnolds Straume ihn vom neuen Verein überzeugen konnte. Gegen Wermelskirchen stand der Linkshänder erstmals (ohne vorheriges Training) auf der Platte, spielte 50 Minuten und beeindruckte mit neun Rückraum-Toren.
Heim-Pleite im
vergangenen Jahr
„Ibbenbüren hat sich mit den beiden Letten sehr gut individuell verstärkt, zudem sind sie kämpferisch stark. Da haben wir in der vergangenen Saison schlecht gegen ausgesehen”, so Dincic.
Vor einem Jahr hatte der TuS in eigener Halle eine 37:40-Niederlage hinnehmen müssen; im Rückspiel revanchierten sich die Ferndorfer, machten eines ihrer besten Saisonspiele und siegten mit 47:40.
Während bei den Gästen also zurzeit die zwei Letten für Euphorie sorgen, ließ auch Dincic mit der Ankündigung zweier „Rückkehrer” aufhorchen. Neben Dennis Aust, der nach seiner Oberschenkelzerrung wieder voll trainieren konnte, wird nämlich auch Michael Lerscht am heutigen Abend auf der Bank sitzen – „und vielleicht auch spielen”, so Dincic. „Michael ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Er hat ehrgeizig an seiner Rückkehr gearbeitet und ist inzwischen wieder topfit.”
Lerscht war im vergangenen Oktober nach überstandener Reha durch einen erneuten Kreuzbandriss weit zurückgeworfen worden. Seitdem hat der 25-jährige Mittelmann viel für das „Comeback” geschwitzt, jeden Tag individuelles Training absolviert und steht nun wieder in den Startlöchern für die erneute Rückkehr aufs Parkett.
Somit kann Mirza Sijaric heute wieder auf seine Stammposition auf Linksaußen zurückkehren, Lerscht sorgt für eine weitere Alternative im Rückraum. Zumindest Voraussetzungen, die Mut machen, dass es am Halloween-Abend nicht zu einem „Horror-Spiel an der Stählerwiese” kommen wird.

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