Mehr Rücksicht hat eindeutig Vorfahrt
29.04.2008 | 14:20 Uhr 2008-04-29T14:20:00+0200Kreis Olpe. (wp) Landrat Frank Beckehoff, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Olpe, Andreas Zeppenfeld, und der Behindertenbeauftragte des Kreises, Friedhelm Hoffmann, rufen gemeinsam zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf.
Im Vorfeld des europäischen Protesttages der Menschen mit Behinderungen, der unter dem Motto "Teilhabe jetzt - Eine Gesellschaft für alle" steht, appellieren sie insbesondere an Autofahrer, Gehwege nicht zuzuparken.
Gerade Rollstuhlfahrer und Menschen, die auf Rollatoren oder andere Gehhilfen angewiesen sind, aber auch Personen mit Kinderwagen sind darauf angewiesen, dass Gehwege in ausreichender Breite frei bleiben und nicht durch Fahrzeuge oder Auslagen vor Geschäften unpassierbar sind.
"Ich habe das schon oft erlebt, dass mir der Weg durch parkende Autos versperrt war", erzählt Matteo Marburger, Schüler der Max von der Grün Schule, und Schulleiterin Andrea Niehr ergänzt: "Leider werden die Falschparker immer rücksichtsloser."
Deshalb mahnt Landrat Beckehoff, der Schirmherr der Kreisverkehrswacht ist, an: "Teilhabe am Leben in der Gesellschaft setzt neben dem Abbau von Barrieren in den Köpfen der Menschen, auch die Bereitschaft zur Rücksichtnahme auf die Belange der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im öffentlichen Straßenverkehr voraus."
Im Kreis Olpe leben zurzeit 13 000 anerkannte Schwerbehinderte, das heißt Personen, die einen Ausweis mit mindestens 50 Prozent anerkanntem Grad der Behinderung haben. Fast 8.000 davon haben das Merkmal "G" für Gehbehindert oder "aG" für außergewöhnlich Gehbehindert. "Nimmt man dazu noch die vielen Senioren mit Mobilitätseinschränkungen und die Familien mit Kindern im Kinderwagenalter kommt eine große Zahl betroffener Personen zusammen", stellt Friedhelm Hoffmann die Bedeutung des Problems heraus.
Ein anderes Ärgernis ist die unberechtigte Belegung eines Behindertenparkplatzes. Diese Rücksichtslosigkeit beeinträchtigt die Mobilität der Behinderten oder bringt sie sogar oft in riskante Situationen. "Auch wer neben einem Auto einparkt, das offensichtlich einem Behinderten gehört, sollte den notwendigen Abstand einhalten", erinnert Andreas Zeppenfeld. "Denn besonders Rollstuhlfahrer brauchen genügend Platz, um die Fahrertür weit öffnen zu können."
Deshalb waren sich alle einig: Rücksicht hat eindeutig Vorfahrt!

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