Mehr als 1000 Menschen feierten auf der Siegplatte
01.05.2009 | 21:23 Uhr 2009-05-01T21:23:00+0200
Siegen. (-ag) Über 1 000 Menschen folgten gestern dem Aufruf des Bündnisses „Heraus zum Roten 1. Mai”, das zur Demonstration an der Siegerlandhalle und zur anschließenden Kundgebung auf der Siegplatte aufgerufen hatte.
Als prominente Gastrednerin war die Europaabgeordnete der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht, nach Siegen gekommen. Sie warnte davor, dass die „schärfste Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren” wie damals zu Aggressionen und Kriegen führen könne. Diese geschichtlichen Zusammenhänge dürften nicht vergessen werden. Über eine Billion Euro seien zugunsten der Kapitalbesitzer umverteilt worden, die Politik habe dafür den roten Teppich ausgerollt, sagte Wagenknecht. „Wir brauchen mehr soziale Unruhe im Land, mehr Widerstand gegen diese Art von Politik”, rief sie in die Menge.
20 Organisationen hatten sich zu dem Bündnis 2009 unter dem Motto „Für Eure Krise sollt Ihr selber zahlen” zusammen getan. Kurdische und tamilische Demonstrationsteilnehmer machten lautstark auf die Behandlung ihrer Landsleute in ihren Heimatländern aufmerksam.
Die zahlreichen Demonstranten und Kundgebungsteilnehmer nutzten das schöne Wetter auch, um im Kreise Gleichgesinnter zu feiern. Die Veranstalter freuten sich über den friedlichen und harmonischen Verlauf des Tages auf der Siegplatte. Vor der Rede von Sahra Wagenknecht stimmte der VEB-Chor mit alten und neuen Liedern der Arbeitnehmerbewegung die Menge musikalisch auf den politischen Inhalt des Tages ein. Die Gruppe „Gutzeit” aus Hamburg präsentierte Spott-, Hetz- und Lästersongs im Country-Stil. Den Abschluss des kulturellen Rahmenprogramms machte die italienische Band RedSka mit „konsequent antifaschistischen” Liedern. Dass die Neonazis, die sich in Eiserfeld zusammen gerottet hatten, das Fest nicht störten, stand ein riesiges Aufgebot der Polizei bereit.
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