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Starkes Schicksal

Martin Laipold wieder im Sattel

15.11.2009 | 15:57 Uhr

Bunte Lateren, leuchtende Kinderaugen und ein besonderer St. Martin zogen am Samstag durch die Straßen von Niederdielfen.

Wilnsdorf-Niederdielfen - 14.11.09: (hre) Unterstützt von der Musikkapelle Irmgarteichen 1918 e.V. fand am Samstag der diesjährige Martinszug des FHD Familienverbund Herz-Jesu Dielfen statt. Für den 59-jährigen St. Martin, Martin Laipold, der über viele Jahre den Heiligen dargestellt hatte, war dies sein Comeback nach einer schweren Krankheit. Er hatte einen drastischen Schlaganfall erlitten, war beinahe vollkommen gelähmt. Heute lebt er im Pflegezentrum "Haus an der Weiss" in Niederdielfen und sein Zustand hat sich erheblich verbessert. Foto 1: von li. die sechsjährige Laura Zöller und die vierjährige Marie von der Heide mit ihren wunderschönen selbstgebastelten Martinslaternen Foto 2: Der heilige St. Martin dargestellt von Martin Laipold im Martinsspiel Fotos: Hartmut Reeh

Das Familienverbund Herz-Jesu Dielfen (FHD) hatte zum traditionellen Zug eingeladen und einem Gemeindemitglied einen Wunsch erfüllt.

Über viele Jahre spielte Martin Laipold seinen Namenspatron. Nach einem schweren Schlaganfall im Sommer 2008 saß er am Samstag wieder hoch zu Ross. 

Für den 59-Jährigen ein hart erkämpftes Comeback: Nach der Erkrankung war er beinahe vollkommen gelähmt. Auch heute noch lebt er im Pflegezentrum „Haus an der Weiss” in Niederdielfen – aber sein Zustand hat sich dank seines starken Willens erheblich verbessert. Nach einem langem Krankenhausbesuch folgte eine umfangreiche Rehabilitation. Vor allem in den Wochen vor dem St. Martinszug hat sich sein Zustand sehr stark verbessert. „Er hat sich immer kleine Ziele gesetzt, die er auch erreicht hat”, erinnert sich Gregor Kölsch, zweiter Vorsitzender des FHD. Sein bislang größtes Ziel sei es gewesen, wieder mit Mantel und Schwert auf dem Pferd zu sitzen. Diesen Wunsch erfüllte der FHD dem 59-Jährigen gerne und Laipold bestieg am Samstag kurz vor 17 Uhr den großen Rappen – wenn natürlich auch nur mit Hilfe von Freunden und langjährigen Martinszug-Weggefährten.

Die Gemeinde zeigte sich beeindruckt von so viel Stärke und leuchtet ihrem Reiter gerne den Weg. 

Auch für den FHD war es ein Novum, denn mit Laipold ritt zum ersten Mal ein Pflegeheim-Bewohner dem Zug voraus. „Dieses Ereignis kann vielen anderen kranken Menschen Hoffnung und Zuversicht geben”, so Gregor Kölsch. Sein nächstes Ziel hat Laipold schon ins Auge gefasst: In den kommenden Wochen möchte er das Pflegeheim wieder verlassen und zurück in seine eigene Wohnung ziehen.

Hartmut Reeh

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