Makiadis Dreierpack
19.09.2008 | 21:52 Uhr 2008-09-19T21:52:00+0200Die Zebras leisten mit 3:2-Sieg über Alemannia Aachen Wiedergutmachung. Zuschauer sorgen für Misstöne.
Groteske Szenen in der MSV-Arena. Die meisten Duisburger unter den 15 029 Zuschauern gingen zufrieden nach Hause, doch eine Minderheit gab den Ton an. „Bommer raus”, schallte es noch immer durch das Stadion. Trotz des 3:2 (3:0)-Erfolges der Zebras über Alemannia Aachen in der 2. Fußball-Bundesliga forderte ein Teil der Fans den Rauswurf des Trainers. Das lag nicht an den späten Gegentoren der Aachener, die so nach einem 0:3-Rückstand noch Ergebniskosmetik betrieben. Selbst als der MSV klar führte, wiederholten diese Zuschauer, die klar in der Minderheit waren, ihre Rufe. Andere Besucher konterten dies mit Pfiffen. „Selbst nach dem 2:0 haben sie noch ,Bommer raus' gerufen. Ich verstehe nicht, was die Leute wollen”, war Mittelfeldspieler Cedrick Makiadi fassungslos. Die Mannschaft solidarisierte sich nach dem Spiel mit ihrem Trainer und lief aus Protest nicht in die Fankurve. MSV-Chef Walter Hellmich, aufgrund einer starken Erkältung kaum bei Stimme, ging die Sache an die Nieren. „Die Rufe enttäuschen mich. Man sollte schon fair sein. So geht man nicht mit Menschen um”, so Hellmich. Bommer selbst verlor kaum Worte über die Vorgänge: „Ich habe mich aufs Spiel konzentriert und das gar nicht mitbekommen.”Ein Bad in der Fan-Menge hätten sich die Zebras ansonsten verdient gehabt. Allen voran Cedrick Makiadi, der mit einem Hattrick in der ersten Halbzeit den MSV mit 3:0 in Führung schoss. Drei Tore in einer Halbzeit – das war zuletzt Markus Beierle beim 4:1-Erstliga-Sieg gegen Hansa Rostock am 5. März 1999 gelungen. Für Makiadi könnte es derzeit kaum besser laufen: Vor neun Tagen kam Töchterchen Princess Deliah zur Welt, gestern führte er den MSV zum Sieg. Auch Marcel Herzog hatte nach 90 Minuten genügend Gründe zum Feiern. Der Schweizer feierte ein starkes Debüt im MSV-Tor. Ruhig und abgeklärt, dazu zwei Glanzparaden: Der Keeper untermauerte gestern bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz in 14 Monaten seinen Anspruch, mehr als nur eine Krankheitsvertretung für den verletzten Tom Starke zu sein. Da Szilard Nemeth erst in letzter Sekunde auf 3:2 verkürzte, geriet der Sieg der Zebras nicht mehr in Gefahr. Trotzdem waren die beiden Gegentore Wasser für den Duisburger Wein. Wegen später Treffer hatte der MSV in der vergangenen Saison im Abstiegskampf wichtige Punkte liegen lassen. „Einige junge Spieler waren übermotiviert und haben den besser postierten Mann übersehen”, so Bommer, der mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden war. Gegen schwache Aachener, die in den letzten 16 Minuten wegen einer gelb-roten Karte gegen Lukasz Szukala in Unterzahl spielten, hätten die Meidericher im zweiten Durchgang noch mehrfach nachlegen können. Doch Gregory Christ und der eingewechselte Sandro Wagner vergaben die besten Möglichkeiten. Wagner saß erstmals zunächst auf der Bank. Damit zog der Trainer Konsequenzen aus den zuletzt schwachen Leistungen des Bayern. Dorge Kouemaha war einzige klassische Spitze, dafür waren aber Chinedu Ede und Gregory Christ auf den Flügeln offensiver ausgerichtet.

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