Maite Kelly - Eine Rolle wie auf den Leib geschneidert
19.11.2009 | 07:49 Uhr 2009-11-19T07:49:00+0100
Statt ewig im Altkleider-Fummel (The Kelly Family) durch die Welt zu tingeln, schlüpft Maite Kelly jetzt in die Rolle des molligen Teenagers Tracy Turnblad. Vor dem Start des Musicals „Hairpray” sprachen wir mit der 30-jährigen Darstellerin über Perücken, anstrengende Proben und ihre Pfündchen.
Maite, du spielst die rundliche Tracy. Ist das zur Abwechslung mal schön, nicht aufs Gewicht achten zu müssen?
Kelly: (lacht) Naja, wenn ich abnehme, dann immer nur für mich privat. Aber nie für den Beruf. Denn: Auch bei der Kelly Family war ich immer Publikumsliebling – vielleicht ja gerade wegen der Pfunde.
Diese Rolle ist dir also wie auf den Leib geschneidert?
Kelly: Natürlich! Wenngleich ich keine 15 mehr bin, sondern inzwischen zweifache Mutter. Aber als Teenager war ich Tracy schon sehr ähnlich. Auch ich hatte Ideale, für die ich gekämpft habe. Tracy will die Welt verändern – und deshalb ist die Rolle auch für mich als 30-Jährige interessant.
Bist du also auch jemand, der die Welt verändern möchte?
Kelly: Ja. Ich glaube, jeder möchte nicht grundlos auf dieser Welt sein, sondern etwas bewirken. Deshalb können sich auch schlanke Menschen so wunderbar mit Tracy identifizieren.
Tracy hat mit Vorurteilen zu kämpfen. Hast du auf deinen Reisen mit den Kellys ähnlichen Erfahrungen gemacht?
Kelly: Ein bisschen in Frankreich. Als ich schwanger war und dort viel mit Krankenhäusern telefonieren musste, hat man mich wie Schrott behandelt. In Deutschland hingegen spüre ich sehr viel Toleranz.
Bist du das unstete Nomaden-Leben inzwischen leid oder packt dich ab und zu noch das Fernweh?
Kelly: Inzwischen suche ich Ruhe und Sesshaftigkeit. Als junger Mensch war es wichtig, verschiedene Länder und Mentalitäten kennen zu lernen. Aber jetzt wünsche ich mir für meine Kinder mehr Stabilität. Deutschland ist meine Heimat.
Du hast elf Geschwister. Was sind die Vorteile einer so großen Familie?
di., do. & fr. 20 Uhr, mi. 18.30 Uhr, sa. 15 & 20 Uhr, so. 14 & 19 Uhr in Köln (Musical Dome). Ab 19.11. Previews, am 6.12. Premiere. Karten gibt's für ca. 42-113 € unter 01805/280123 sowie www.derwesten.de/tickets
Für die Preview am 1.12. können unsere Leser vergünstigte Karten (PK 2 & 3) zu 49,90 € in den Leserläden und Geschäftstellen dieser Zeitung kaufen.
Kelly: Ein Vorteil ist, dass man nie alleine ist. Aber: Ich war immer das Nesthäkchen, meine älteren Geschwister haben lange nicht geschnallt, dass ich eine erwachsene Frau bin. Ich musste da erst einige Nabelschnüre durchtrennen.
Bei den ersten Proben zu „Hairspray” sollst du dich auch klein gefühlt haben...
Kelly: Klar. Ich bin da als Laie umgeben von lauter Top-Profis und musste in kurzer Zeit das gleiche Level erreichen. An manchen Tagen fühlte ich mich wie ein Wurm (lacht).
Ein Wurm mit ziemlich ausladendem Kopfputz, oder?
Kelly: Stimmt! Unter dieser riesigen Perücke wird mir übrigens ganz schön warm. Ich mag diese verrückten Frisuren, aber selber würde ich so nie vor die Türe geben. Weisst du, wie diese Perücke aussieht? Wie ein Skunk, ein Stinktier!
Wie macht sich Uwe Ochsenknecht in der Frauenrolle? Gibst du ihm Schminktipps?
Kelly: Nee, Uwe hat es auch so drauf. Der Kerl ist echt clever. Man denkt nie: „Oh, eine Tunte!” Er kommt nie rüber wie eine Karikatur. Tja, ich darf eben mit Meistern spielen.

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