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Lehrerbesoldung gerechter machen

22.08.2012 | 17:44 Uhr
Lehrerbesoldung gerechter machen
Grundschulleiter sind weit stärker in den Unterricht eingespannt.Foto: dapd

Die Besoldung der Lehrer anzupacken und ein Stück gerechter zu machen, ist eine lohnende Aufgabe für Rot-Grün. - Ein Kommentar.

Mit Geld lässt sich fast alles regeln. Wahrscheinlich wäre der Mangel an Grundschul-Rektoren längst behoben, wenn sie besser bezahlt würden. Welches Loch das in den Landesetat reißt, wäre eine andere Frage.

Lehrerverbände fordern mehr Geld – sie machen ihren Job. Unberechtigt sind die Klagen deshalb nicht.

Denn die Arbeit im Primarbereich, wo es Pädagogen mit Kindern jeder Herkunft und jeder sozialen Schicht zu tun haben, ist nicht geringer zu schätzen als der Job am, sagen wir mal, Gymnasium. Zumal Grundschulleiter weit stärker in den Unterricht eingespannt sind.

Bisher wurde das steile Gehaltsgefälle mit unterschiedlich langen Studienzeiten begründet – ein Argument, das seit der Reform der Lehrerausbildung nicht mehr sticht. Die Besoldung der Lehrer anzupacken und strukturell ein Stück gerechter zu machen, ist also eine lohnende Aufgabe für Rot-Grün.

Theo Schumacher

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Kommentare
24.08.2012
19:08
Lehrerbesoldung gerechter machen
von meinemeinung47 | #10

Warum sollte es eine "gerechte" Entlohnung nur im ÖD geben?
Regt sich einer der Lehrer auch mal darüber auf, daß in der freien Wirtschaft 2 Leute in der gleichen Firma die gleiche Arbeit erledigen und die gleiche Qualifikation haben, der eine aber 20% - 30% weniger bekommt als der andere und das nur, weil einer von beiden nur eine Leihkraft ist und der andere das Glück hat zum Stammpersonal zu zählen!
Hier ist der Gehaltsunterschied nicht - wie bei Grundschul- bzw. Gymnasiallehrern - durch die Qualifikation begründet!
Und was die Frage der Verbeamtung angeht, der Staat kann sich nicht einen "Lehrerpool" an den Hals hängen, der bei den z.Zt. sinkenden Geburtenraten in 10 Jahren gar nicht mehr gebraucht wird!
Auch der Staat muß die Möglichkeit haben, seinen "Mitarbeiterstamm" auf allen Ebenen den Erfordernissen anzupassen, und das kann er nur, wenn es nur einen verbeamteten Kern gibt!

24.08.2012
12:43
Lehrerbesoldung gerechter machen
von nylie | #9

In einer gerechten Welt sollte es doch so sein: Wer viel Verantwortung trägt, der sollte auch entsprechend gut bezahlt werden. Und das tun vor allem Grundschullehrer/leiter, die die kleinsten Kinder anleiten, unterrichten und Werte vermitteln. Die Bezahlung dafür ist blanker Hohn, gesehen auf die Verantwortung. Und von wegen: die Lehrer haben Nachmittags frei - Pustekuchen! Unterricht nachbereiten, vorbereiten, korrigieren. Das alles dauert - länger als 8 Stunden; das sieht nur kaum jemand, weil es nicht offen, "im Klassenraum", passiert.
Und von wegen der Verbeamtung: Ja, klar - ist ne schöne Sache - aber auch sinnvoll. Wir haben in Deutschland eine Schulpflicht. Jetzt stellt euch mal vor, alle sind angestellt und wir bekommen französische Verhältnisse, in denen einfach mal alle streiken. Dann ist aber der Aufschrei der Eltern groß, von wegen: "Und wer bringt meinem Kind jetzt Lesen bei?"

23.08.2012
14:27
Lehrerbesoldung gerechter machen
von Juelicher | #8

Anfang der 80er hatte ich an der Berufsschule einen außerordentlich engagierten u. qualifizierten Klassenlehrer, der ursprünglich als Ingenieur ausgebildet worden war. Auf die Frage, warum er als Lehrer arbeiten würde, antwortete dieser, er hätte im ÖD Privilegien, die er als Ingenieur nirgendwo erreichen könnte, seine Arbeitszeit sei geringer, sein Gehalt eher höher. Er müsse woanders im ÖD schon eine sehr hohe Position erreichen, um das Gehalt eines Lehrers zu bekommen.

23.08.2012
14:08
Lehrerbesoldung gerechter machen
von Juelicher | #7

Mein Vorredner arbeitet wohl selbst im öffentlichen Dienst? Wie kommt er auf diese unrealistischen Traumgehälter in der Privatwirtschaft? Ein Verwandter hat beispielsweise Vorbildung als Bankkaufmann, Ökologiestudium, Netzwerkadministrator u. dann BWL studiert. Trotz gutem Abschluss suchte er rund 9 Monate, um überhaupt eine Stelle antreten zu können. Das Gehalt liegt nach inzwischen drei Jahren kaum bei der Hälfte der obigen Zahlen bei weit höherer Stundenzahl als im ÖD. Ich weiß, dass dies kein Einzelfall ist. Vor bald 25 Jahren argumentierte schon eine ehemalige Freundin, eine Justizsekretärin, im öffentlichen Dienst würde wesentlich schlechter bezahlt. Dies ist ein typisches Märchen, dass insbesondere bei den öffentlich Bediensteten kursiert. Von den sonstigen Privilegien des öffentlichen Dienstes: Unkündbarkeit, hohe Pensionen, Familienzulagen, Kinderzulagen (was Familienstand u. Kinderzahl mit der Leistung zu tun) ganz abgesehen. Bei Lehrern kommen rund 13 Wochen Ferien hinzu

23.08.2012
13:47
Lehrerbesoldung gerechter machen Teil 2
von lass_mal_laufen | #6

Nur mal so zum Genuß! Ein Lehrer am Gymnasium, sagen wir mal mit 3 Jarhen Berufserfahrung- verdient ca. 3.000 € Netto. Ein Lehrer an der Grundschule verdient auf Grund der Tatsache, dass diese Stellen erheblich niedriger bewertet sind entsprechend weniger.
Ein ebenso ausgebildeter Akademiker mit 3 Jahren Berufserfahrung schafft es in der IT Branche auf ca. 75.000 €, also nach allen Abzügen ca. 3.300€ monatlich. Na?
Ein BWLer bringt es mit der Berufserfahrung im Beraterumfeld ganz schnell auf über 80.000€ plus Dienstwagen. Macht ca. 3.666€ montl.
Der Aufstieg für diese beiden Kollegen ist wesendlich einfacher als für den Lehrer. Sie bewerben sich zu neuen Firmen und erhalten i. d. R. besser dotierte Pöstchen...
Der Beamte erhält mehr Besoldung auf Grund der Alterstufen. Ach ja und wenn eine Planstelle für ihn geschaffen wird.
Der Unterschied: Der eine wird vom Staat bezahlt, die anderen von den Einnahmen der Firmen. Die Einnahmen zahlen wir und ich denke wir sind der Staat...

1 Antwort
Lehrerbesoldung gerechter machen
von meinemeinung47 | #6-1

Warum suchen Sie sich die "Wirtschaftsrosinen" raus, wie IT-Technik?
Warum nicht mal Maschinenbau, Chemie- oder Stahlbereich?
Da werden Sie mit ihren 3000 netto mit 3-jähriger Berufserfahrung böse Schiffbruch erleiden! Das sind dort locker 500 weniger!

23.08.2012
13:43
Lehrerbesoldung gerechter machen
von milasuperstar4 | #5

Verbeamtung hin oder her - Fakt ist, dass es eine Geringschätzung der Grundschullehrer gibt!
Der Grundschullehrer verdient weniger als ein Realschullehrer und dieser wiederum weniger als ein Gymnasiallehrer. Diese Geringschätzung der Arbeit mit jüngeren Kindern ist ungerecht. Da der Erziehung und dem Lernen in der Grundschule eine viel höhere Bedeutung zukommt, müssten dort auch die am besten ausgebildeten Lehrer unterrichten. Sollte die Bezahlung da nicht eher genau umgekehrt sein?

"Bisher wurde das steile Gehaltsgefälle mit unterschiedlich langen Studienzeiten begründet – ein Argument, das seit der Reform der Lehrerausbildung nicht mehr sticht". Dieser Aussage von Herrn Schumacher kann ich nur zustimmen.

Zudem finde ich das Besoldungssystem generell leistungsfeindlich und ungerecht. Die Gehälter dürften nicht an die Zahl der Dienstjahre, sondern sollten an die Leistung gekoppelt sein. Zusätzliches Engagement sollte mit Gehaltszulagen honoriert werden.

23.08.2012
13:37
Lehrerbesoldung gerechter machen
von lass_mal_laufen | #4

Toller Bericht, tolle Kommentare, die mir wieder einmal zeigen: Jawohl, das jahrelange zermürben der Bürger in Deutschland zeigt Wirklung. Man schläg -zum Glück verbal- endlich wieder auf einander ein. Ungerecht! Warum bekommt der mehr als ich?!? Und überhaupt! Warum eigentlich Beamte?
Was ist das denn für ein Schei*. Mir ist doch vollkommen egal, was mein Nachbar verdient. Ich muss mit dem auskommen, was ich verdiene und wenn mir das nicht reicht, muss ICH mich weiterqualifizieren, auf ein Profil, das in der Wirtschaft die Bezahlung bewirkt, die ich mir wünsche. Glaubt hier irgend jemand, dass Schule besser würde, wenn man den Lehrern die Gehälter gerechter, d. h. ja für viele herunter schraubt? Mit dem Lehrer Beruf ist es so, wie mit den Pflegeberufen. Entweder es ist eine Berufung oder eine Qual. Und die Qual wirkt auch nach außen, und bedingt dann solche Kommentare, wie sie hier zu lesen sind. Schulleiter sollte man werden, weil man daran interesse hat und nicht, wegen der Kohle!

22.08.2012
22:19
Lehrerbesoldung gerechter machen
von JanundPitt | #3

Unverständlich ist mir, aus welchem Grund Lehrer auch im 21. Jahrhundert noch verbeamtet werden. Es gibt dafür keinen sachlichen Grund. Sie üben keinerlei "hoheitliche Aufgaben" aus. Die öffentliche Hand geht aufgrund der hohen Pensionslasten für die Beamten in die Knie, für die sie - fahrlässigerweise - nie Rücklagen gebildet hat. Die Rechnung für die Vorsorgeversäumnisse zahlt - wie immer - der Steuerzahler.

2 Antworten
Lehrerbesoldung gerechter machen
von lass_mal_laufen | #3-1

Lehrer sind deshalb verbeamtet, weil sie nicht streiken sollen und auch nicht auf die Idee kommen sollen, den Job von heut auf morgen zu wechseln. Das würde dann nämlich im Schulbetrieb zu erheblichen Problemen führen!

Lehrerbesoldung gerechter machen
von Juelicher | #3-2

Zum Vorredner: Lehrer haben laut EuGH i.d.R. Streikrecht! Dies Argument zieht nicht mehr. In anderen Ländern gibt es den Beamtenstatus bei Lehrern nicht. Er wirkt sich praktisch auch eher leistungsfeindlich aus.

22.08.2012
20:21
...
von sebas | #2

Grundschullehrer werden nach A12 besoldet.

Das ist die gleiche Besoldungsgruppe, in der sich z.B. ein Polizeihauptkommisar befindet - oder auch ein Hauptmann bei der Bundeswehr.
(Polizeikommissar und Hauptmann bekommen unter Umständen auch nur A11).

Für skandalös halte ich nicht den Abstand zwischem Grundschul-und Gmnasial-Lehrer,
sondern den Abstand in der entlohnung zwischen Lehrer und Erzieher(in) im Kindergarten!

Der Link:
http://www.beamtenbesoldung.org/besoldungsgruppe.html
zeigt die Eingruppierungen.

Ich schließe mich Kommentar #1 an:
Lehrer sollten sich nicht beschweren!

1 Antwort
Lehrerbesoldung gerechter machen
von Juelicher | #2-1

Sowohl Ausbildung als auch Arbeit eines Lehrers sind sicherlich anspruchsvoller als dies bei Erziehern der Fall ist. Studium u. Fachschule lassen sich auch nicht vergleichen. Im übrigen steht die Höhe von Gehältern in unserer Gesellschaft meist im Zusammenhang mit diversen Hierarchien, Gewerkschafteinfluss oder ähnlichem. Oft kommt es hier weniger auf Arbeitsaufwand, Arbeitslänge. Ausbildungszeiten etc. an. Immerhin liegt das Einstiegsgehalt einer jungen Erzieherin ohne Familienzulagen etc. schon höher als die Gehälter, die bespielsweise für langjährige Zahntechniker heutzutage bezahlt werden. Dieser ist einer von vielen Bereichen, wo die Gehälter in den letzten 20 Jahren aufgrund des Fehlens von Gehaltstarifen (Gegensatz dazu ÖD) stehen geblieben oder sogar gefallen sind. Sonderzahlungen wurden komplett abgeschafft, junge Zahntechniker arbeiten für Hungerlöhne Vollzeit um 1000 Euro brutto - obwohl die Ausbildung sicher nicht weniger anspruchsvoll ist als diejenige der Erzieher.

22.08.2012
18:31
Lehrerbesoldung gerechter machen
von Juelicher | #1

Weltweit erzielen nur in Luxemburg, der Schweiz u. Korea Lehrer höhere Einkommen als in Deutschland. Hinzu kommt, dass sie hier meist Beamte sind u. keine Sozialabgaben abführen müssen. Gerechtere Besoldung würde in meinen Augen dazu führen, die Bezahlung der Lehrer durchschnittlich deutlich abzusenken. Man könnte sich an den Lehrervergütungen in Skandinavien orientieren, wo bis zu einem Drittel weniger verdient wird. Ob z.B. die Grundschulrektoren nach dieser Anpassung allerdings aus Gerechtigkeitsgründen mehr verdienen sollen oder auch Grundschullehrer, müsste diskutiert werden. Der rein fachliche Arbeitsaufwand eines Gymnasiallehrers ist allerdings sicherlich meist deutlich höher.

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