Kreuztaler Arzt möchte unbedingt in Haiti helfen
19.01.2010 | 21:00 Uhr 2010-01-19T21:00:00+0100Kreuztal. Dr. Manfred Kemper will unbedingt den vielen verletzten Menschen in Haiti helfen. Aber der 66-jährige pensionierte Arzt aus Kreuztal hat bislang keine Organisation gefunden, die seine Dienste in Anspruch nehmen möchte.
Deshalb will der Mediziner eine eigene Gruppe auf die Beine stellen, die sich auf den Weg in die Karibik macht, um bei der Bewältigung der Folgen des Erdbebens Hilfe zu leisten. Kemper, der über 20 Jahre lang eine eigene Praxis im Siegener Stadtteil Seelbach betrieb, hat zehnjährige Erfahrung als Arzt im Notdienst. Deshalb kann er sich vorstellen, den Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei chirurgischen Eingriffen zu assistieren. Obwohl er bereits vor einem Jahrzehnt aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist, glaubt der Kreuztaler Arzt, noch fit zu sein für einen solchen Kraft raubenden Einsatz.
Schreckliche Situationen
nicht unbekannt
„Spenden kann jeder”, findet Manfred Kemper, „das ist der einfachste Weg”. Aber der auch im Ruhestand als Autor medizinischer Ratgeber tätige Mediziner bringt aus seiner Notarzterfahrung einen entscheidenden Vorteil mit: „Mir sind auch schreckliche Situationen nicht unbekannt.” Und bei mehreren hunderttausend Menschen, die bei dem großen Erdbeben verschüttet oder auf andere Weise verletzt wurden, sieht er ein weites Betätigungsfeld, um seine Kenntnisse anzubringen.
Tätigkeit unter
Extrembedingungen
Als Betreuer von fünf Herzsportgruppen, die Dr. Kemper in Siegen, Weidenau und Kredenbach mit einem Kollegen leitet, ist der Arzt auch noch fachlich auf dem laufenden. Aber er weiß, dass große Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen” auch erfahrene Mediziner noch für solche Noteinsätze schulen, weil die Arbeit unter Ausnahmebedingungen ganz besondere Anforderungen stellt. Dazu sei er bereit, sagt Dr. Kemper.
Sollte es mit den international tätigen Ärzte-Hilfsorganisationen nicht klappen, setzt Manfred Kemper indes auf Eigeninitiative. Er selbst sähe sich durchaus in der Lage, den potenziellen Teilnehmern in einem Intensivkurs das notwendige Grundwissen für den Einsatz unter Extrembedingungen zu vermitteln. Natürlich sollten sich die Freiwilligen aus medizinischem Fachpersonal und verwandten Berufen rekrutieren. „Schwestern oder Pfleger, auch Kollegen, ob im Ruhestand oder nicht”, stellt sich Manfred Kemper vor.
Sinnvoll fände er es, wenn jemand Kenntnisse der haitianischen Landessprache mitbrächte: Das ist zwar Kreolisch, aber Französisch hilft auch weiter. Auch die Bereitschaft, in die eigene Tasche zu greifen, um den humanitären Einsatz zu ermöglichen, setzt Dr. Kemper voraus. Natürlich müsste jeder Helfer für seine eigene Sicherheit sorgen, sich schutzimpfen und versichern lassen. Vier bis sechs Wochen, so Kemper, müssten durchaus eingeplant werden.
Ungeachtet dessen will Kemper weiter bei Organisationen insistieren - in der Erwartung, dass jede hilfreiche Hand willkommen ist. Spenden aus der Bevölkerung, die sein Anliegen unterstützen, wird er auf jeden Fall weiterleiten, falls der selbst initiierte Einsatz nicht zustande kommt.
Kontakt: 02732/763933
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