Kraftwerk im Keller – für Wärme und Strom
28.04.2011 | 16:19 Uhr 2011-04-28T16:19:00+0200
Niedereimer.Kraftwerke stellt man sich gemeinhin anders vor: Groß und laut vielleicht, und mit qualmendem Schornstein. Doch das Kraftwerk im Keller der Familie Keck in Niedereimer ist ganz anders: Seit gut einem halben Jahr verrichtet dort ein kompaktes kleines Blockheizkraftwerk (BHKW) seinen Dienst: Erzeugt Wärme und Strom zugleich – mit einem Wirkungsgrad, von dem andere Kraftwerke nur träumen können.
„Unsere vorige Gasheizung war rund 30 Jahre alt, da musste was neues her“, berichtet Josef Keck. Erst dachte er daran, eine normale Modernisierung vorzunehmen – doch dann entschied er sich zusammen mit seiner Frau Bozena anders. „Wir hatten gerade mal wieder eine Stromerhöhung hinnehmen müssen“, erinnern sich die beiden. „Da fiel die Entscheidung: Wir machen unseren Strom selber, um von den Preisschwankungen unabhängiger zu sein“, schildern die Kecks ihre Motivation. Drei Jahre lang informierten sie sich, um die richtige Wahl zu treffen. „Uns war wichtig, einen Fachbetrieb zu haben, der die gesamte Installation aus einer Hand bieten konnte“, berichten die Hauseigentümer. Hintergrund: Bei dieser Lösung, bei der es um Strom und Wärme geht, wollten sie nicht, dass sich zwei oder mehr Betriebe die Verantwortung für möglicherweise auftretende Probleme gegenseitig zuschieben konnten. „Und es war uns wichtig, eine Technik möglichst hier aus der Region einsetzen zu können, damit wir auch immer die nötigen Ersatzteile bekommen“, schildern Bozena und Josef Keck.
Strombedarf zu 80% gedeckt
So läuft nun seit September ein Blockheizkraftwerk der Olsberger Firma OTAG im Keller der Familie – und die ist begeistert. In dem einer normalen Heizung sehr ähnlichen Kasten, rund 1,50 Meter groß, surrt ein Kolben hin und her und erzeugt einerseits über eine Magnetspule elektrischen Strom – und zugleich Wärme, die für die Herstellung von Brauchwasser (Dusche, Wasserkräne) und Heizungsradiatoren genutzt wird. Ein großer, gut isolierter Wasserspeicher ist dafür zwischengeschaltet.
„Über ein kleines Display kann ich genau einstellen, wann wir Wärme und heißes Wasser brauchen – das geht ganz einfach“, sagt Bozena Keck. So läuft das kleine Kraftwerk optimal auf den individuellen Bedarf der Familie.
Der Strom, der im Keller entsteht, deckt zu 80 Prozent den eigenen Bedarf. Der Rest wird zugekauft. Wird mal weniger Strom benötigt, wird der ins öffentliche Netz eingespeist. Die Entscheidung für das Blockheizkraftwerk haben die Kecks nicht bereut – auch nicht unter finanziellen Aspekten. Sehr günstige Kredite der KfW-Bank finanzieren die Investition (ca. 20 000 Euro), die etwa 50% höher ist als der Einbau einer „normalen“ Heizung.
Die Entscheidung
nicht bereut
Dazu kommen noch weitere Vergünstigungen im laufenden Betrieb: Der gesparte Einkauf von Strom (je höher der Strompreis, umso mehr rechnet sich die Anlage) und im Falle von einer Netto-Einspeisung ins Netz kommt noch der Erlös des Stromverkaufs dazu. Außerdem wird als „Kleinunternehmer“ in Sachen Stromverkauf das Gas ohne Mehrwertsteuer eingekauft.
Blockheizkraftwerke wie das der Familie Keck sind sowohl mit Gas als auch mit Heizöl und auch mit Pellets zu betreiben. Bei Gasbetrieb verspricht der Hersteller in der Gesamtbilanz bei gleichem Energieverbrauch im Haus eine CO2-Einsparung von 40 Prozent. Die Anlage amortisiere sich je nach Auslastung nach etwa zehn Jahren - so hat es Josef Keck für seine Anlage grob geplant.
Das Interesse an den Blockheizkraftwerken ist in der Bevölkerung enorm. Bei zwei Veranstaltungen (einmal vom Hersteller, einmal von der VHS zusammen mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale), drängten sich jeweils um 50 Interessierte im Keller der Familie Keck.
Info
Eine animierte Darstellung des Blockheizkraftwerkes finden Sie auf den Seiten der Firma OTAG:
http://www.otag.de/de/lion-powerblock/Funktion-Animation.php

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