Knappe Niederlage im letzten Gefecht
01.02.2009 | 22:16 Uhr 2009-02-01T22:16:45+0100FECHTEN. Die Moerser A-Jugendlichen gewinnen bei den Deutschen Meisterschaften vor heimischer Kulisse die Bronzemedaille.
Ein feierlicher Moment. Die Deutsche Nationalhymne ertönt. Die Sportler stehen in einer Reihe nebeneinander und lauschen. Um den Hals der Moerser Fechter baumelt die Bronzemedaille. Ihre Züge sind entspannt, aber nicht ganz gelöst. Zu greifbar war die Möglichkeit, den entscheidenden Siegtreffer zu setzen. Max Gluma, Matthias Maxem und Vincent Scheper hatten sich im Halbfinale mit den Gegnern aus Heidenheim duelliert.
Konzentriert hatte sich Matthias Maxem auf der Planche Fabian Nick entgegen gestellt und Treffer um Treffer aufgeholt. Beim Ausgleich zum 18: 18 schreit er seine Anspannung heraus. In der Vorwärtsbewegung treibt er den Gegner vor sich her. "Nicht aus der Mensur herausgehen, bleib am Gegner", ruft sein Trainer Herbert Wagner ihm zu.
Matthias Maxem verkürzt mit einem schnellen Schritt die Distanz, stößt zu und trifft Fabian Nick am Hals. Die grüne Lampe leuchtet auf und der Nachwuchsfechter ballt entschlossen die Faust. Im nächsten Moment attackiert er schon wieder, sucht die Blöße des Gegners, findet sie und stößt zu. Wieder piept die Signalanlage und das grüne Licht leuchtet auf. Mit zwei Treffern Vorsprung macht Matthias die Bahn frei für seinen Mannschaftskollegen Max Gluma.
Er hatte sich im Einzel überraschend bis ins Finale vorgekämpft und den achten Platz belegt. "Das war bisher mein bestes Ergebnis bei Deutschen Meisterschaften. Meine Taktik ist aufgegangen und es hat alles gepasst", sagt der A-Jugendliche vom Fechtclub Moers mit leuchtenden Augen. Er trägt zwei unterschiedliche Schuhe. Den Linken hat er sich von einem Konkurrenten geliehen, um seinen geschwollenen Knöchel zu stabilisieren. "Ich bin gestern umgeknickt. Die Verletzung merke ich schon, aber sie behindert mich nicht."
Stoß um Stoß
Die Tafel zeigt 34:28 für Heidenheim an. "Auf geht´s, komm los!", feuern die Teamkollegen Max Gluma an. Er geht in die Offensive, nimmt das Risiko und trifft. Stoß um Stoß rückt er dem Gegner näher. "Es gibt nichts zu verlieren, Max", ermuntert ihn Herbert Wagner. Auf jeden Treffer reagiert der kleine Moerser Fanblock mit einem Aufschrei, der durch die Halle der Heinrich-Pattberg-Realschule gellt.
Beim Stand von 37:40 für die Gegner greift Matthias Maxem zum Florett, schiebt die Maske vor das Gesicht und betritt die Bahn zum letzten Gefecht. Er greift an und trifft. Der nächste Stoß findet sein Ziel ebenfalls. Der Gegner wird sichtlich nervös, reißt die Maske herunter und verzieht das Gesicht. Bis auf 41:42 kämpft sich Matthias Maxem an ihn heran. Noch vier Treffer bis zum Triumph. Doch dann kassiert er eine rote Karte, weil er die Trefferfläche verdeckt hat, der Gegner setzt nach, trifft, stößt nochmal zu und die Moerser sind geschlagen. "Mann, so knapp!", sagt Matthias Maxem verärgert und wischt sich die Schweißperlen aus dem Gesicht.
Das Duell um Platz drei gewinnen die Moerser souverän gegen das Team aus Thürigen. Als die Nationalhymne ertönt, stehen sie geschlagen neben den Deutschen Meistern aus Heidenheim und den Silbermedaillengewinnern aus Tauberbischofsheim.
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