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Basketball-Bundesliga

Kleinigkeiten lassen Pendel für Trier ausschlagen

03.11.2010 | 23:59 Uhr
Kleinigkeiten lassen Pendel für Trier ausschlagen
Ein Kampfspiel lieferten sich am Mittwoch Abend die Phoenix-Basketballer (in Gelb-Blau) und TTB Trier. Die Gäste von der Mosel waren am Ende glücklicher. Foto: Michael KLEINRENSING

Hagen.Die Bundesliga-Basketballer von Phoenix Hagen hätten die neue „Ische XXL“ allzugern vorläufig zu einer Festung gemacht. Aber schon im zweiten Anlauf wurde ihre umgebaute Halle vom Gegner gestürmt. TBB Trier feierte gestern vor 2493 zahlenden Zuschauern einen 77:70 (35:34)-Auswärtssieg.

Was sich auf den ersten Blick wie ein relativ glatter Gästeerfolg liest, war in Wirklichkeit ein Korbkrimi, der das Publikum bis in die Schluss-Sekunden in Atem hielt. So schönen Basketball, wie Phoenix ihn in dieser Saison schon gespielt hat, sahen die Zuschauer gestern nicht, die Partie lebte von der Spannung.

74 Sekunden vor dem Ende erzwang Spielmacher David Bell mit seinem ersten Dreipunktewurf - es war sein fünfter Versuch - den 70:70-Gleichstand. Und als die Trierer bei ihrem folgenden Angriff den Ball verloren, schien alles für Hagen zu sprechen. Aber den Gastgebern erging es nicht besser. Auch sie konnten ihre Angriffschance nicht nutzen. Als die Moselstädter in Ballbesitz kamen, bat TBB-Coach Henrik Rödl zur Auszeit. Genau 40 Sekunden waren noch auf der Uhr.

„Ein Dreier, ein Ballverlust, ein Offensivrebound - so ging das Momentum am Ende an Trier“, fasste Phoenix-Trainer Ingo Freyer später die Schluss-Sekunden zusammen. „Es waren Kleinigkeiten, die heute das Spiel entschieden haben.“ Für den Dreier sorgte Philip Zwiener, der damit sein Team 73:70 in Führung brachte. Der folgende Ballverlust unterlief 20 Sekunden vor Schluss Quentin Pryor. Bernd Kruel, der ihn auszubügeln versuchte, fing sich dabei sein fünftes Foul ein. Und als John Bynum die daraus resultierenden Freiwürfe cool zum 75:70 für Trier verwandelte, war die Pleite praktisch besiegelt. Zwei verzweifelte Dreier-Versuche der Feuervögel gingen noch als „Airballs“, also ohne Ringberührung, daneben. Den Schlusspunkt unter ein äußerst umkämpftes Spiel setzte mit den letzten Punkten Triers Oskar Fassler.

„Meine Mannschaft hat heute gegen einen starken Gegner sehr gut verteidigt“, zollte Henrik Rödl seinen Schützlingen ein großes Lob. „Hagen hat nicht so gut getroffen wie sonst, ich denke, dass dies zum Teil auch unser Verdienst war.“

Die von Phoenix ungewohnt schwache Dreier-Quote - nur 4 von 21 Versuchen fanden das Ziel - kann man vielleicht zum Teil damit erkläre, weil David Bell, Jacob Burtschi und Co. gegen die aggressiven Trierer selten frei zum Wurf kamen und deshalb auch schwierige Schüsse nahmen. Die Freiwurfquote von nur 50 Prozent (12/24) allerdings nicht. Drei Tage zuvor beim 95:82-Erfolg gegen Ludwigsburg hatten die Gastgeber an der Linie noch 15 von 17 Würfen versenkt.

Da auch die Trierer nicht unbedingt Zielwasser getrunken hatten - die US-Guards Barry Stewart und Dru Joyce verwandelten zusammen zwei Dreier bei elf Versuchen - war die Partie immer eng.

Vielleicht hätte sich Phoenix ein Übergewicht erspielen können, wenn „Zygi“ Jonusas nicht nach 17 Minuten mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgeschieden wäre. „Das hat uns natürlich nicht gerade in die Karten gespielt“, resümierte Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, der abschließend meinte: „Wir wissen, dass wir immer für eine Überraschung sorgen können. Aber wir sind uns auch im Klaren darüber, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen.“

Phoenix Hagen: Pryor (5, 0/4 Dreier), Bell (5, 1/5 Dreier), Schwarz (1), Jonusas (5, 1/3 Dreier), Spohr (4), Kruel (12, 8 Rebounds), Burtschi (19, 2/5 Dreier), Seward (4), Dorris (15, 0/1 Dreier), Terwilliger (0/3 Dreier. - TBB Trier: Steward (3, 1/6 Dreier), Joyce (7, 1/5 Dreier), Zwiener (21, 2/4 Dreier), Dojcin (9), Faßler (9), Bynum (13), Evans (8), Clay (7), Zirbes.

Viertel: 20:21, 14:14, 19:16, 17:26.

Teamstatistik: 43,5:49,2 % Wurfquote, 4/21:7/19 Dreier, 12/24:8/13 Freiwürfe, 35:37 Rebounds, 12:18 Ballverluste, 17:17 Assists, 4:3 Steals, 3:1 Blocks. - Zuschauer: 2493.

Rainer Hofeditz

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Kommentare
04.11.2010
12:16
Kleinigkeiten lassen Pendel für Trier ausschlagen
von Doppti | #4

Das Niemandsland der Tabelle wäre doch super! Ein Mittelfeldplatz ist diese Saison spitze! Die Mannschaft spielt attraktiv (run and gun), und dass finde ich klasse. Natürlich hat sie Defizite im Setplay, aber damit sie beides beherrschte, müsste man Spieler haben, die jung, schnell, sprungstark und trotzdem abgezockt, international erfahren und extrem clever sind. Und die kommen nicht nach Hagen . Also ich finde man kann stolz darauf sein, was man hat und hoffen, dass es so weiter geht und sollte nicht nach 2-3 Niederlagen in Serie (die kommen werden) alles schlecht reden! Eine deutliche Steigerung zur letzten Saison ist jetzt schon zu erkennen!

04.11.2010
10:49
Kleinigkeiten lassen Pendel für Trier ausschlagen
von Schlaues Schwein | #3

Damit du mal klar siehst. Mit dem geringen Etat müssten wir eigentlich nur mit Düsseldorf knobeln wer den LETZTEN platz einnimmt. Immer so ein Stuss. Der Verein hat ganz klar KLassenerhalt ausgegeben und wir sind auf einem guten Weg. Nur weil man sich jetzt von 2-3 Partien blenden lässt braucht man nicht vom Halbfinale träumen

04.11.2010
10:13
Kleinigkeiten lassen Pendel für Trier ausschlagen
von maxundmoritzdiesebeiden | #2

Gegen Ludwigsburg fehlte der Center, das war unerheblich. Jetzt fehlt Jonusas und es ist erheblich. Du kannst von der 3-er Linie kein Spiel gewinnen. Das Spiel über die Center ist noch deutlich verbesserungsfähig. Und wenn aggressiv verteidigt wird sieht es so aus wie gestern. Meine Prognose: Es endet im Niemandsland der Tabelle und dann muss der ach so geringe Etat herhalten. Immer die gleiche Leier.

04.11.2010
06:21
Kleinigkeiten lassen Pendel für Trier ausschlagen
von Branz Feckenbauer | #1

Das ist nicht Ische XXL sondern Sauna XXL

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