Kleingärtner kämpfen gegen Kanalanschluss
14.04.2010 | 21:20 Uhr 2010-04-14T21:20:00+0200
Düsseldorf.Die Kleingärtner vom Düsseldorfer Kikweg lassen sich nicht kleinkriegen. Im Konflikt mit der Stadt um den Anschluss ihres Vereinsheims an das öffentliche Kanalnetz wollen sie jetzt ein Berufungsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht erstreiten.
Die Stadt Düsseldorf will die „Kik-Klause“, in der ein Pächter bisher Kaffee, Cola und Bier ausschenkte, ans städtische Kanalnetz anschließen. Das verlange das Landeswassergesetz, erläutert Thomas Eberhardt-Köster vom Gartenamt. Alle Kleingartenvereine seien seit 2003 aufgefordert, das bis 2009 umzusetzen. Viele Vereine hätten das bereits getan, anderen arbeiteten daran.
Die Grünfreunde vom Kikweg fürchten die Kosten: Über 700 Meter müsse der Kanal zu ihnen gelegt werden, so der Vorsitzende Helmut Klier, das koste sicher mehrere 100 000 Euro. Warum könnten sie die geringe Menge Abwasser der „Kik-Klause“, „nur 41 Kubikmeter im Jahr“, nicht mehr über ihre Kleinkläranlage entsorgen? Die nimmt seit 1964 das Abwasser auf.
Die Stadt verlangte 2008 per Ordnungsverfügung die Stilllegung der Anlage, drohte mit einem Zwangsgeld von 1000 Euro. Stattdessen sollte die Grube vorübergehend umgebaut werden, um das Abwasser zu sammeln, dann fachmännisch zu entsorgen, bis es einen Kanal gibt.
Die Schreberfreunde klagten vorm Verwaltungsgericht. Das gab ihnen recht, der Umbau sei nicht zu verlangen. Aber die Stilllegung sei rechtens. Dagegen will der Verein in die zweite Instanz gehen, beantragte beim Oberverwaltungsgericht Münster die Zulassung der Berufung.
Die Argumente: Es sei nicht klar, ob der Verein zuständig für die Entsorgung sei, ob ihm die Kosten zugemutet werden könnten, ob eine Modernisierung der Kläranlage nicht preiswerter als das Verlegen eines Kanals sei. Zudem führten weitere Leitungen für Öl, Wasserstoff und Ethylen durchs Gelände, die der Kanalbau gefährden könnten

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