Kleine Parteien werden in Siegen ganz groß
31.08.2009 | 07:09 Uhr 2009-08-31T07:09:00+0200
Die großen Parteien sind nicht mehr ganz so groß. Verluste bei der CDU, insbesondere im Siegener Süden, Verluste bei der SPD, wenn auch weniger als erwartet, Verluste bei der UWG, Gewinne bei der FDP. Die Linke startet mit 5,5 Prozent in den Siegener Rat.
Besonders bemerkenswert war das Ergebnis des FDP-Spitzenkandidaten Klaus Volker Walter, der seinen Wahlbezirk in Oberschelden und Gosenbach mehr als eindeutig verteidigte. Er kostete damit auch den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Andre Schmidt das Ratsmandat, der nur auf 24 Prozent kam. Schmidt rangierte in der CDU-Reserveliste auf Platz vier. Über die Liste zog jedoch kein CDU-Vertreter in den Rat ein.
Die SPD holte nach dem Stand von 21 Uhr immerhin zwei Direktmandate. Traute Fries holte ihren Wahlkreis ebenso wie der Eiserner Klaus Eckhardt, der während der Wahperiode von der CDU zur SPD übergetreten war. Um so bedauerlicher fand CDU-Fraktionschefin Ute Höpfner-Diezemann das Ergebnis ihrer Partei.
CDU verliert im Siegener Süden
Gerade im Siegener Süden bedauerte die Eiserfelderin starke Verluste. Hierfür machte sie insbesondere die Kreisel-Diskussion in Eiserfeld und die Gewerbeflächenproblematik in Eisern und Oberschelden verantwortlich. Und auch Günter Langer schaffte die Rückkehr in den Rat. Der ehemalige SPD-Stadtverordnete kandidierte nach seinem Austritt aus der SPD als Einzelbewerber und ereichte 49 Prozent. Auch die NPD schafft es mit einem Sitz in den Siegener Rat.
Damit wird es im künftigen Siegener Rat sechs Fraktionen und zwei fraktionslose Abgeordnete geben. Die SPD schrumpft nach dem Stand von 21 Uhr auf 15 Sitze, die CDU auf zwanzig, die UWG auf vier Sitze. Die Grünen strahlten im Ratssaal um die Wette. Insbesondere in der Siegener Innenstadt setzten sie ihren Aufwärtstrend fort, der bereits bei den vergangenen Kommunalwahlen erkennbar war. Joachim Boller schaffte es zwischen Wellersberg und Albertus-Magnus-Schule auf 21 Prozent, Claudia Jabbour kam in der Altstadt sogar auf 23 Prozent. Hier holte die Linke ebenfalls acht Prozent. Die Grünen sind im kommenden Rat mit neun Mitgliedern vertreten – so viele wie noch nie. Die FDP bekommt sieben Ratsherren.
Bertelmann mit 23 Prozent im Norden
Letzter Vorzeigemann der UWG ist Günter Bertelmann, der in seinem Wohnort Langenholdinghausen auf 23 Prozent kam. Ansonsten rutschten die Unabhängigen deutlich ins Minus und haben nur noch vier Ratsvertreter.
Der Rat wird in den kommenden fünf Jahren deutlich größer: Insgesamt drängeln sich dann 69 Ratsherren und –damen im Ratssaal in Geisweid.

12:41
Zum Teufel mit den Altparteien ! Wählt die morsche Bande endlich ab !