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Kirchgang vor dem Spiel hat bei Croatia Hagen Tradition

16.02.2010 | 18:36 Uhr
Kirchgang vor dem Spiel hat bei Croatia Hagen Tradition

Hagen. Es ist durchaus möglich, mit Fußball eine Brücke zwischen Sport, Kultur und Religion zu schlagen. Bestes Beispiel hierfür ist der Kultur- und Sportverein Croatia Hagen, der seinen zehnten Geburtstag feiert.

Gestartet sind die Feierlichkeiten mit der traditionell jährlich stattfindenden Feier im Schulzentrum Helfe. Seit nunmehr einem Jahrzehnt steht das Team für Fairness und Sportlichkeit auf dem Feld - und Zusammenhalt auch abseits des Sportplatzes.

1993 wurde in Lüdenscheid eine kroatische Mannschaft gegründet, der in den Folgejahren der direkte Durchmarsch aus der C- in die A-Liga gelang. 1999 kam es dann zum Bruch des mit vielen Kroaten aus Hagen gespickten Teams. Ein Jahr später wurde der KSV Croatia Hagen gegründet. „In der Premierensaison wurde dann direkt der Aufstieg in die Kreisliga B realisiert", erinnert sich Ivica Bosnjak, ehemaliger Coach der Kroaten. „Seitdem haben wir des Öfteren den Aufstieg in die A-Liga knapp verpasst.”

Dabei schreiben sich die Kroaten Fairness und gutes Benehmen auf und abseits des Spielfeldes auf die Fahne. „Wir versuchen, zu anderen Vereinen stets ein gutes Verhältnis zu pflegen”, berichtet Bosnjak, der zudem auf eine im Hagener Fußball wohl einzigartige Verwurzelung zur Religion hinweist: „Wir sind bemüht, sonntags vor jedem Spiel geschlossen die Kirche zu besuchen. Das ist der Grund, weswegen wir am liebsten um 15 Uhr spielen.”

Über den Sport die Gemeinschaft zu fördern, ist dabei eine wichtige Prämisse. „Sport ist wichtig für den Menschen”, ist daher nicht nur für Don Stipan Vrdoljak, kroatischer Pastor und erstes Ehrenmitglied im Verein, klar. Eine Seniorenmannschaft, aktuell mit 24 Punkten Tabellensechster in der Kreisliga B2, kickt momentan in den kroatischen Farben rot, weiß und blau.

"Die Jungs unternehmen auch in der Freizeit viel zusammen”, berichtet Bosnjak. Mit Jörg Wolzenburg, Rene Krasowski und Christoph Wilhelmus gehören auch drei Deutsche dem Kader an. „Natürlich sind ebenso Nicht-Kroaten herzlich willkommen”, betont Bosnjak. Auch innerhalb der kroatischen Gemeinschaft genießen die Croatia-Kicker über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir ein gern gesehener Gast sind”, freut sich Bosnjak.

Gemeinsame Aktivitäten sollen dabei den Teamzusammenhalt stärken. So unternahm die Mannschaft zum Beispiel schon gemeinsame Fahrten nach Budapest oder Hamburg, wo sich HSV-Star Mladen Petric über seine Landsleute beim Training freuen konnte. „Das ist im Fußball leider selten geworden”, sagt Bosnjak. Den sportlichen Ehrgeiz fördert dabei keinesfalls der finanzielle Aspekt: „Bei uns gibt es nichts zu verdienen. Wir achten da viel mehr auf Komponenten wie eine gute Ausstattung.”

Dasselbe Bild wie Bosnjak beschreibt auch Vinko Mrcela, Präsident des rund 65 Mitglieder starken Klubs: „Unser Ziel ist es nicht nur, uns sportlich weiterzuentwickeln, sondern auch unserem Nachwuchs eine Identität zu vermitteln.” Er selbst hat fünf Kinder, für die es nach eigener Aussage schwer wäre, ohne den Verein die kroatische Kultur vermittelt zu bekommen. „Wir haben keine Probleme, uns in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und tun dies sogar sehr gern. Doch trotzdem ist es wichtig zu wissen, wo man her kommt”, so Mrcela.

Für die sportliche Zukunft hegt der Verein keine allzu ehrgeizigen Ziele: „Natürlich wollen wir immer gewinnen. Aber ob wir letztlich in der A- oder B-Liga spielen, ist nebensächlich. Um einen möglichen Aufstieg zu realisieren, fehlen uns auch ganz einfach die Mittel”, sagt Mrcela. So möchte das Team um die Trainer Anto Kobas, Barac Frano und Drazen Goles die gute Hinrunde in den verbleibenden Saison-Partien bestätigen.

Jedes Jahr gibt es eine große Croatia-Feier. Traditionell wird zu diesem Anlass auch eine humanitäre Aktion gestartet. „Das Geld aus der Tombola wird gespendet”, berichtet Mrcela und fährt fort: „Der Verein rundet diesen Betrag dann auf. Dieses Jahr werden die Erlöse den Opfern auf Haiti zur Verfügung gestellt. Wir haben eine soziale Einstellung und wollen Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns.”

Das Fazit nach zehn Jahren Croatia Hagen fällt durchweg positiv aus. „Für uns ist es etwas Besonderes, für den Verein zu spielen. Wir können auf viele schöne Ereignisse zurückblicken. Nochmal zehn Jahre und dann können wir schon ein kleines Buch schreiben”, scherzt Ivica Bosnjak und blickt zusammen mit seinen Klub-Kollegen durchweg positiv in die Zukunft.

Jan Funke

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Kommentare
17.02.2010
08:30
Kirchgang vor dem Spiel hat bei Croatia Hagen Tradition
von Andreas Röttenbacher | #1

Viel Grüße an Iviza Bosjnak von AndresRatte Röttenbacher,für einen tollen Sportler.

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