Kevin Kuranyi und Jefferson Farfan stürmen nach vorne
09.08.2009 | 14:56 Uhr 2009-08-09T14:56:00+0200Schnapszahl! 55 Bundesligatore hat Kevin Kuranyi jetzt für den FC Schalke 04 geschossen. Der 27-jährige Stürmer hat am Samstag in Nürnberg, wo er beide Tore zum Schalker 2:1-Sieg erzielte, einen guten Saisonstart erwischt.
Natürlich war Kuranyi nach dem Abpfiff gut drauf. „Die Saison hat für mich gut angefangen”, freute er sich. „Ich habe zwei Tore gemacht, und die Mannschaft hat, Gott sei Dank, gewonnen.”
Trainer Felix Magath sah das Spiel zwar kritisch (siehe Bericht im Hauptsport), aber für Kevin Kuranyi und seinen Mitstürmer Jefferson Farfan, der auswärts wohl eher eine Art hängende Spitze spielen soll, hatte er nur lobende Worte. „Ich bin mit der Vorstellung von Kevin und auch der von Jefferson natürlich zufrieden. Beide passen von ihren Fähigkeiten her gut zusammen.”
Das neue Spielsystem verlangt von den Stürmern große Umstellungen. „Wir haben vorne viel mehr Räume, und wir sind für den Gegner unberechenbarer geworden”, sagt Kevin Kuranyi über die neue Spielweise, die in Nürnberg eher einer 4-3-2-1-Taktik ähnelte. Das ist aber wohl nur als Auswärtstaktik gedacht. „Es kann sein, dass die Offensive auswärts nicht so spektakulär funktioniert” hatte Felix Magath vor dem Spiel erklärt. In den Heimspielen soll es mit einer 4-4-2-Formation etwas offensiver aussehen. „Ich bin überzeugt, dass wir von der neuen Spielweise profitieren”, sagt Kevin Kuranyi. Insgesamt käme das neue System der gesamten Mannschaft entgegen.
Zwei Tore zum Saisonstart, das fordert zu Fragen nach dem weiteren Saisonverlauf heraus, aber diesbezüglich gibt sich Kuranyi eher zurückhaltend. „Ein gelungener Saisonstart ist schon gut, nicht nur für mich, sondern für uns alle”, erklärt er. „Aber es gibt keinen Grund zur Euphorie. Es ist erst ein Spiel gespielt. Schön, dass es gut gelaufen ist.”
Kevin Kuranyi mag nicht gerne darüber reden, dass die Voraussetzungen, in Schalke einen neuen persönlichen Torrekord aufzustellen, gut sind. Der liegt bisher bei 15. In seiner jetzt fünften Schalker Saison hat er durchaus größere Ziele. Wenn er über diese überhaupt spricht, dann fällt meist das Stichwort WM 2010. Er will unbedingt dabei sein, auch wenn ihn Bundestrainer Joachim Löw, wie dieser ausdrücklich betont, nicht will. Aber es ist dennoch ein offenes Geheimnis, dass Kevin Kuranyi glaubt, er könne durch gute Leistungen Umstände heraufbeschwören, die Löw zwingen, den gegen ihn in der Vorsaison ausgesprochenen Bann wieder aufzuheben.
Solche Hoffnungen hat Kuranyis Sturmpartner Jefferson Farfan sicher nicht. Zum einen hat sich der 24-Jährige ebenfalls unter letztlich schwer erklärbaren Umständen aus der Nationalmannschaft seines Landes herausgespielt, und zum anderen hat Peru keine Chance auf die WM-Teilnahme. Trotzdem hofft Trainer Felix Magath, dass Jeff, so wird Farfan gerufen, endlich den Durchbruch schafft. „Das ist für den Jungen nicht einfach”, sagt der Schalker Trainer.
Die Familie, seine Freundin Melissa und sein Sohn Adriano leben in Lima. „Da kann man nicht eben mal hinfliegen, wenn man möchte oder muss”, sagt Felix Magath. Und deshalb müsse man Verständnis haben, wenn die Entwicklung nicht immer so glatt verlaufe. Es gibt wohl Bestrebungen, Frau und Kind nach Deutschland zu holen. Deshalb darf man auch bei Jefferson Farfan auf eine Steigerung hoffen.

16:16
allen unkenrufen zum trotz - vorbereitungsspiele sagen gar nix aus das hat SCHALKE bewiesen