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Keine Medaillen für Behles Langläuferinnen

15.02.2010 | 21:38 Uhr
Keine Medaillen für Behles Langläuferinnen

Whistler.Die deutschen Langläuferinnen haben in Whistler die von Bundestrainer Jochen Behle vorgegebene einstellige Platzierung über 10 Kilometer Freistil zwar verfehlt, durften sich aber immerhin über den besten deutschen Olympiaauftakt seit Calgary 1988 freuen. Evi Sachenbacher-Stehle wurde Zwölfte, Claudia Nystad landete auf Rang 16.

„Wir müssen realistisch sein, in diesem Rennen ging es für uns nicht um die Medaillen. So gesehen dürfen wir nicht unzufrieden sein, obwohl wir unser Ziel Top Ten knapp verpasst haben“, sagte Behle.

Das Rennen gewann die schwedische Mitfavoritin Charlotte Kalla vor der Doppel-Olympiasiegerin von Turin, Kristina Smigun (Estland), und Marit Björgen (Norwegen). Topfavoritin Justyna Kowalczyk (Polen) wurde nur Fünfte.

Am ersten Whistler-Olympiatag mit richtigem Winterwetter präsentierte sich die wegen schlechter Präparierung im Vorfeld stark kritisierte Strecke im Callaghan Valley bei leichten Minustemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit in perfektem Zustand. „Ich hätte gerne die Top Ten erreicht, aber auch mit diesem Einstand bin ich zufrieden. Ich hoffe, dass es jetzt immer besser wird“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl).

„Die Form war nicht so, dass wir von Medaillen reden konnten. Das Rennen hat Spaß gemacht, auch wenn es für mich noch ein paar Plätze weiter nach vorne hätte gehen können“, ergänzte Claudia Nystad (Oberwiesenthal). „Bei den Frauen kann nur ein Platz unter den ersten Zehn unser Ziel sein. Wir haben in den letzten Wochen deutliche Fortschritte gemacht“, hatte Behle vor dem olympischen Langlauf-Auftakt angekündigt.

Sachenbacher-Stehle und Nystad bestimmten die Zwischenzeiten

Von Beginn an waren vor allem seine Routiniers Sachenbacher-Stehle und Nystad präsent und bestimmten die Zwischenzeiten mit. Die „gelernte“ Biathletin Miriam Gössner (Garmisch), die lange in den Bereichen von Sachenbacher-Stehle und Nystad lief, verhakte sich auf der letzten Runde in ihren Schuhschnallen, kam auf einer Eisplatte zu Fall und landete unsanft auf der Schulter. „Es tut höllisch weh“, sagte die 19-Jährige: „Ich konnte keinen Schritt mehr ohne Schmerzen tun.“ Ohne dieses Malheur wäre für sie mehr drin gewesen als der 21. Platz.

Deutsches Schlusslicht war Steffi Böhler (Ibach) auf Rang 23. Letztmals hatten deutsche Langläuferinnen beim Olympia-Einstand vor 22 Jahren ebenfalls in Kanada besser abgeschnitten. Damals belegte Simone Opitz über 10 km Platz zehn. Vor vier Jahren vor Beginn der Wettbewerbe in Pragelato bei Turin war Evi Sachenbacher-Stehle mit einer Schutzsperre belegt worden, weil ihre Hämoglobinwerte zu hoch waren. Begründet wurde das mit der Höhenlage der Strecken (1800 Meter).

Die Loipen in Whistler sind nur etwa 600 Meter hoch, Sachenbacher-Stehle fühlte sich deshalb an ihre ersten Winterspiele 2002 in Salt Lake City erinnert. „Da bin ich unbekümmert rangegangen und mit zwei Medaillen heimgekommen. Es wäre schön, wenn mir sowas auch diesmal gelingen könnte“, sagte die 29-Jährige, die sich für den Massenstart und die Staffel Chancen ausrechnet. (sid)

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