Kein Happy End in Unterhaching
22.02.2009 | 21:18 Uhr 2009-02-22T21:18:00+0100
Unterhaching. Innerhalb von 92 Sekunden kassierte Fortunazwei Gegentore, vergab danach zu viele Chancen und verlor mit 1:2 im Münchner Vorort.
„Aus! Aus! Das Spiel ist aus!” Der Jubelschrei von Herbert Zimmermann nach dem deutschen WM-Gewinn von 1954 ertönte gestern Nachmittag aus den Lautsprechern im Unterhachinger Sportpark und klang wie Hohn in den Ohren der Fortunaspieler. Denn als für sie das Spiel aus war, da hatten sie gar keinen Grund zum Jubeln. 1:2 (0:2) verloren die Düsseldorfer das Verfolgerduell der 3. Fußball-Liga, erlitten einen Dämpfer im Aufstiegsrennen.
„Es war ein rassiges Drittligaspiel, aber leider ohne Happy End für uns”, bilanzierte Fortuna-Trainer Norbert Meier die insgesamt 94 Minuten von Unterhaching, die eigentlich in 92 Sekunden schwarzen Sekunden der Düsseldorfer entschieden waren. Denn in diesen anderthalb Minuten erzielte SpVgg.-Torjäger Anton Fink zwei Treffer. Beide mit freundlicher Unterstützung der in den schwarzen Auswärtstrikots angetretenen Düsseldorfer.
Nach 26 Minuten und 28 Sekunden traf Fink per Foulelfmeter, weil Schiedsrichter Robert Kampka aus der pfälzischen Karnevalshochburg Mainz das Duell zwischen Fortuna-Keeper Melka und Stürmer Rathgeber ganz humorlos als unfaire Attacke wertete. Nach 27:01 Minuten erzielte „Toni” Fink mit seinem 13. Saisontreffer auch noch das 2:0, als zuvor Rathgeber den Ball an den Pfosten geschossen und Fortunas Abwehr einen kollektiven Sekunden-Tiefschlaf gehalten hatte. Danach zeigte wenigstens der Stadionsprecher am Karnevalssonntag närrischen Humor: „Alaaf und Danke!”
„Durch den vermeidbaren 0:2-Rückstand standen wir mit dem Rücken zur Wand. Für uns gab es nur noch Sekt oder Selters”, meinte Trainer Norbert Meier. Am Schluss gab's keinen Schampus, obwohl Marco Christ in der 54. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß den 1:2-Anschlusstreffer erzielte, seine Teamkollegen allerdings eine Vielzahl von guten Chancen vergaben. Allen voran der in der zweiten Halbzeit für den 45 Minuten lang unauffällig agierenden Simon Terodde eingewechselte Deniz Kadah, der in der 62. und 78. Minute jeweils frei vor dem Unterhachinger Tor stand, den Ball aber einmal in Torhüter Kampas Arme und danach weit vorbei schoss.
„Wir hatten in Halbzeit eins durch Cebe eine Riesenchance zur 1:0-Führung und dann einige Möglichkeiten den Ausgleichstreffer zu erzielen. Besonders die von Kadah war tausendprozentig”, meinte Meier. Entscheidend dabei war auch, dass neben dem Langzeitverletzten Axel Lawaree mit Ranisav Jovanovic auch der zweite Torjäger aufgrund eines grippalen Infektes fehlte. Meier: „Darüber dürfen wir aber nicht jammern und nun Kadah zum Sündenbock erklären. Was uns fehlt ist noch ein bisschen mehr Abgeklärtheit. Was mich ärgerte, ist dass wir nach dem 0:1 die Ordnung verloren haben. Egal, ob der Elfmeter berechtigt ist oder nicht, du musst immer weiter hellwach sein!”
Für Unterhachings Coach Ralph Hasenhüttl, dessen Team nach dem Platzverweis für Milan Susak (grobes Foul gegen Olivier Caillas) die letzten fünf Minuten in Unterzahl kicken musste, war es „ein leidenschaftliches Spiel mit vielen rassigen Szenen. Wir hatten aber Glück, dass das 2:2 nicht gefallen ist.” Die Bayern sind durch ihren Sieg bis auf zwei Punkte heran gerückt an Fortuna, die durch den Emder 3:1-Sieg über Jena wieder auf Tabellenplatz vier abgerutscht ist.
Unterhaching: Kampa – Susak, Bucher, C.Hain, Schulz – O.Fink, Tyce, Copado (90.+3 Konrad), Zillner - A.Fink (88. Schaschko), Rathgerber (67. Villar).
Fortuna: Melka – Halet (81. Custos), Palikuca, Langeneke, Hergesell – Sieger (65. Kastrati) – Lambertz, Christ, Caillas – Cebe, Terodde (46. Kadah).
Schiedsrichter: Kampa (Mainz).
Zuschauer: 3000.
Tore: 1:0 (27.) A.Fink (Foulelfmeter), 2:0 (29.) A. Fink, 2:1 (54.) Christ
Gelbe Karten: Susak – Melka (3.), Cebe (3.), Hergesell (2.).
Rote Karte: Susak (Unterhaching/85., grobes Foulspiel).
Eckbälle: 5:5; Torchancen: 8:7.
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