Kein billiger LLK-Strom für Olper und Attendorner
10.06.2008 | 17:07 Uhr 2008-06-10T17:07:36+0200Kreis Olpe. Eine NRW-weite Strompreisabfrage der Landeskartellbehörde hat auch für den Kreis Olpe bemerkenswerte Unterschiede ergeben.
Für einen Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden bezahlen Kunden der Stadtwerke Olpe 794,57 Euro, die Stadtwerke Attendorn berechnen 736,47 Euro und wer Kunde der Lister- und Lennekkraftwerke (LLK) ist, muss 719,31 Euro bezahlen.
Die teuersten Anbieter, zu denen auch die Stadtwerke Olpe gehören, wurden von der Landeskartellbehörde aufgefordert, ihre Preise zu begründen. Angesichts der Preisunterschiede forderte Wirtschaftsministerin Christa Thoben die Verbraucher auf, Anbieter konsequent zu wechseln.
Was aber in der Praxis nicht so einfach ist, wie man es sich vielleicht wünscht. Zumindest dann nicht, wenn man in Olpe vom teueren Strom der Stadtwerke auf den billigeren LLK-Strom wechseln möchte. Das ist sogar unmöglich. LLK beliefert keine Kunden im Bereich der Stadtwerke Attendorn und Olpe.
Nach Aussage von Tonis Arens, Technischer Leiter der Lister- und Lennekraftwerke, rechnet sich eine Durchleitung von Strom in andere Netze für einen Anbieter wie LLK nicht: "Unter 100 000 Kunden ist das nicht sinnvoll." Die Investitionen im technischen wie personellen Bereich könnten mit den möglichen Wechslern nicht aufgefangen werden. Arens: "Auch aus dem Raum Finnentrop bekommen wir immer wieder Anfragen, aber das sind vielleicht zwanzig im Jahr."
Dass LLK nicht liefert, bedeutet allerdings nicht, dass unzufriedene Stromkunden in Attendorn und Olpe nicht wechseln könnten. Preisvergleiche liefern sogenannte Stromrechner im Internet wie zum Beispiel www.verivox.de, die Anbieter nach Preis, Verbrauch und Region aufschlüsseln.
Ingo Ehrhardt, Geschäftsführer der Olper Stadtwerke (SWO) auf den hohen Strompreis im Kreis Olpe angesprochen, macht u.a. historische Gründe sowie einen besonderen Lastgang der SWO für den Preis verantwortlich.
Auf keinen Fall aber bilde laut Ehrhardt der Energieversorger In der Trift ein Preiskartell. Denn der Verbund "Bigge-Energie", in den sich die Stadtwerke Olpe, Attendorn und auch die Lister- und Lennekraftwerke eingebracht haben, sei eine Marke, mit der lediglich geworben werde. "Bigge-Energie" habe keine Satzung im weitesten Sinne. Keinesfalls habe man beschlossen, Kunden des jeweiligen anderen nicht zu bedienen. Ehrhardt: "Wir beliefern grundsätzlich niemanden außerhalb unseres Netzgebietes, da wir es nicht können, weil wir auf Grund unseres Bilanzpreismanagements diese Strommengen nicht zur Verfügung haben."

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is klar...