Kaya Yanar - Scherzen ohne Schmerzen
16.05.2010 | 04:35 Uhr 2010-05-16T04:35:00+0200
Essen. Comedy als völkerverbindende Maßnahme: Kein Komiker macht es den Menschen unterschiedlicher Herkunft so leicht, über die eigenen Macken zu lachen, wie Kaya Yanar. Getreu dem Motto: Geteilter Scherz ist halber Schmerz. Vor dem Start der nächsten Tour sprach Carsten Dilly mit dem 36-Jährigen.
Herr Yanar, nach zehn Jahren im Comedy-Geschäft gehen Sie jetzt mit einem „Best-of”-Programm auf Tour. Fällt Ihnen nichts Neues mehr ein?
Yanar: Doch, doch. Aber nach der TV-Ausstrahlung von „Live & unzensiert” im letzten Jahr haben wir viele Anfragen von Leuten bekommen, die genau das auf der Bühne noch einmal sehen wollten, was schon im Fernsehen zu sehen war. Da kratze ich mich am Kopf und sage: „Aber ihr kennt doch alle Nummern bereits.” Da bekommt man als Antwort: „Genau deswegen!” Es ist seltsam. Trotzdem werde ich auch neue Nummern spielen.
Bei ihren Auftritten sitzen sowohl Deutsche als auch Türken im Publikum und amüsieren sich königlich. Gelingt Ihnen der Spagat so gut, weil Sie nie wirklich böse sind?
Yanar: Das ist auf jeden Fall so. Man merkt einfach, dass ich nicht auf die Bühne gehe, um jemanden herunterzumachen. Und das schätzen die Leute. Vor allem, wenn es um Stereotype, Klischees und Ausländerfeindlichkeit geht.
Was glauben Sie: Wann wird der erste deutsche Comedian einen Witz über Gastarbeiter machen können, ohne in den Verdacht der Ausländerfeindlichkeit zu geraten?
Yanar: Ehrlich gesagt: Ich warte darauf! Denn entscheidend ist nicht der Pass, sondern die Einstellung. Wenn ich weiß, der Komiker hat keine Probleme mit Ausländern, dann darf er auch sagen: „Hört mal, ich lebe gerne mit euch zusammen – aber ihr habt einen Schuss!” Darüber würde ich lachen.
Hierzulande wird zurzeit viel über Kopftücher und Kruzifixe diskutiert. Wären Sie in diesem Spannungsfeld nicht ein idealer Vermittler?
21.10. Hagen (Stadthalle)
4.11. Siegen (Siegerlandhalle)
11.11. Duisburg (Theater am Marientor)
14.11. Dortmund (Westfalenhalle)
9.12. Essen (Grugahalle)
11.12. Hamm (Maxipark)
12.12. Münster (Halle Münsterland)
Karten (jeweils 29 €) sind in den Geschäftsstellen und Leserläden dieser Zeitung erhältlich, sowie in unserem TICKET-SHOP: 01805/280123 oder im Internet unter www.DerWesten.de/tickets
Yanar: Oh, da überschätzen Sie mich. Die Leute wollen in erster Linie von mir unterhalten werden. Eine Meinung habe ich schon. Aber wenn ich die äußere, könnte ich instrumentalisiert werden. Ich kann nur sagen: Für mich spielt es keine Rolle, ob einer ein Kopftuch trägt oder ob ein Kruzifix im Klassenzimmer hängt.
Es heißt, Sie hätten sich sehr früh schon eine eigene Religion zusammengezimmert. Wie muss man sich die vorstellen?
Yanar: Ich habe ein humanistisches Gymnasium besucht, das mich sehr geprägt hat. Ich habe ein gewisses Wertesystem und einen großen Respekt vor Lebewesen. Deshalb bin ich auch Vegetarier. Es geht nicht so sehr um Dogmen, es ist mehr eine Lebenseinstellung.
Seit Sie 2001 mit „Was guckst du?!” auf Sendung gegangen sind, ist eine Ethno-Comedy-Welle übers Land geschwappt. Kollegen wie Bülent Ceylan oder Serdar Somuncu haben Sie die Tür geöffnet, oder?
Yanar: Ich hatte das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Viele meiner Kollegen haben zwar schon vor „Was guckst du?!” eine Karriere gehabt. Aber für die Breitenwirkung hat die Sendung schon eine Rolle gespielt – auch wenn meine Kollegen das nicht gerne hören.
Ihre Eltern stammen aus der Türkei, Sie sind in Deutschland geboren. Fühlen Sie sich im Türkei-Urlaub eher als Deutscher oder als Türke?
Yanar: Das ändert sich von Jahr zu Jahr. Grundsätzlich gilt: Als „Deutschländer” bewegt man sich einfach etwas anders durchs Leben – das merken auch die Türken in der Türkei.
Fühlen Sie sich als Deutsch-Türke nirgends heimisch – oder privilegiert, weil in Ihrer Brust zwei Herzen schlagen?
Yanar: An guten Tagen fühle ich mich tatsächlich reich – an Erfahrung und Kultur. An schlechten Tagen denke ich: Wo gehöre ich eigentlich hin? Klar ist: Deutschland ist meine Heimat. Trotzdem gibt es eine Sehnsucht in mir.
Sie waren eine Zeit lang mit Mirja Boes liiert. Sie wollte uns letztes Jahr im Interview nicht sagen, ob Ihnen privat auch mal ein „Ranjid” rausgerutscht ist. Verraten Sie's uns?
Yanar: Ja, definitiv rutscht mir mal eine Figur raus. Wenn man dann im Bett zusammen liegt, ist es schnell aus mit der Romantik.
Letzte Frage: Was wurde aus Ihren Kinofilm-Plänen?
Yanar: Die Verträge sind unterschrieben. Aus der Nummer komme ich nicht mehr raus – selbst wenn ich wollte.

14:38
Nur dumme Menschen lesen die Bildzeitung!
Bist du auch Dumm?
14:37
@5 Toll das du die Bild liest!Die hat nämlich auch ein paar Menschen auf dem Gewissen,.....
Mit jedem Klick spülst du Geld in ihre Kasse.
14:33
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12:56
Wenn er gute Witze über Multikulturelles Zusammenleben machen würde,....gäbe es nur Sprüche ala Du beleidigst unsere Religion alda Isch mach disch messa
Aber das wird hier nicht kommen, weil er nicht mal anähernd so gut ist wie Serdar SemuncVroou!
12:18
Extrem unsympathischer Zeitgenosse mit latenter Feindlichkeit den Deutschen gegenüber in seinen Sprüchen.
11:00
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10:35
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