Katzen und Schwangerschaft - gefährlich?
24.03.2009 | 00:30 Uhr 2009-03-24T00:30:00+0100
Essen. Es ist Online-Sprechstunde. Und die Tierärzte Dr. Gmeiner und Dr. Höptner geben Antworten auf Ihre Fragen. In dieser Woche geht es unter anderem um Katzen in Schwangerschaft und Epilepsie bei Hunden.
Christoph Höptner studierte Tiermedizin an der Università Degli Studio Milano. Seine Approbation als Tierarzt erhielt er im Mai 1995.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind die "Kardiologische Diagnostik" - einschließlich Farbdopplersonographie - und die "abdominale Chirurgie".
Frage: Wir haben eine fünfjährige Hauskatze. Sie legt sich abends sehr gerne zum kuscheln auf unsere Oberkörper. Da meine Frau bald Zwillinge zur Welt bringen wird, haben wir Angst, dass die Katze sich auch in einem unbeobachteten Moment auf die Zwillinge legt. Kann man das irgendwie von vorneherein verhindern?
Antwort: Damit sie es verhindern können, müssen sie konsequent sein . Eine Katze hat nichts im Babyzimmer zu suchen. Wie sollte die Katze unterscheiden können, das sie auf ihnen liegen darf und nicht auf den Babys. Man kann versuchen den Kinderwagen oder die Krabbelecke aufzustellen und durch deutliche Verbote, diese zu benutzen, eine klare Grenze für die Katzen zu ziehen. Dies wird aber nur gelingen, wenn man auch schon vorher solche "do not " - Bereiche in der Wohnung hatte (Katze geht nicht in die Spüle oder über den Küchentisch).
Frage: Ich bin schwanger und habe eine Katze. Ich habe gehört, dass Katzen, die nicht nach draußen gehen keine Toxoplasmose haben, weil sie es vom Fressen von Mäusen bekommen. Wie kann ich testen, ob sie Toxoplasmose hat?
Antwort: Für den Menschen gelten als Hauptinfektionsquellen der Toxoplasmose die sporulierten Oozysten aus dem Kot infizierter Katzen sowie vor allem zystenhaltiges, unzureichend gekochtes Schaf und Schweinefleisch. Eine Ansteckung über den Kontakt mit einer Katze, die keine Oozysten ausscheidet ist nicht möglich. In der Literatur ist jedoch beschrieben dass der Kontakt zu Hunden ein größeres Risiko darstellt als der Kontakt zu Katzen. Der Hintergrund ist folgender: wenn Hunde Katzenkot mit sporulierten Oozysten aufnehmen, scheiden sie diese zu einem großem Teil in infektiösem Zustand wieder aus. Da solche Darmparasiten in der Regel einmalig mit dem Kotabsatz ausgeschieden werden, ist eine koprologische Untersuchung von Hunden daraufhin nicht sinnvoll. Außerdem können über Hunde, die sich in Katzenkot wälzen, der infektiöse Oozysten enthält, die Oozysten in die Wohnung eingeschleppt werden. Weitere mögliche Quellen oder Risikofaktoren für sporulierte Oozysten sind kontaminierte Erde, Staub (Inhalation von Oozysten nach Staubaufwirbelung durch Pferde im Reitstall ist beschrieben..), sowie kontaminiertes Trinkwasser. Auch der Verzehr von ungewaschenem, rohen Gemüse und Früchten wird als Risikofaktor genannt.
Wichtig wäre es für Sie zu klären wie Ihr Antikörpertiter bezüglich der Toxoplasmose ist, da dieser beim Verdacht einer Infektion während der Schwangerschaft als Basiswert dient.
Helmut Gmeiner ist Fachtierarzt für kleintiere. Er studierte Tiermedizin an der LMU München. 1991 erhielt er seine Approbation als Tierarzt.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind "Orthopädische Chirurgie" und "Augenheilkunde".
Schwangere Frauen und immun supprimierte Personen sollten das Reinigen der Katzentoilette anderen überlassen. Frisch ausgeschiedene Oozysten sind noch nicht infektionstüchtig und benötigen für die Sporulation in der Außenwelt 24 Stunden bei Raumtemperatur. Tägliches reinigen der Katzentoilette würde somit den Kontakt mit infektiösen Oozysten verhindern. Zur Abklärung des Infektionsstatus Ihrer Hauskatze, im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung von Menschen durch eine mögliche Oozystenausscheidung, sollten Sie eine Kot sowie eine Serumblutuntersuchung Ihrer Katze bei dem Haustierarzt Ihres Vertrauens veranlassen. Dieser wird Ihnen dann anhand der ermittelten Befunde erklären können ob zur weiteren Diagnose nochmalige Kotuntersuchungen notwendig sind oder nicht.
Frage: Unser Labradorrüde (geb.13.11.03) hatte im Dezember 2004 eine Hirnhautentzündung, die er überlebt hat, leider hat er aus diesem Grund Epilepsie (seit vier Jahren jetzt). Er bekommt regelmässig seine Medikamente, die nach und nach erhöht worden sind (Luminal 3,5 Tabletten pro Tag und seit letztes Jahr Dezember zusätzlich eine halbe Dibro-Be), die Medikamente schlagen aber nicht an. Er hat alle 2-3 Wochen einen oder manchmal auch zwei starke Anfälle pro Tag. Habe alle Untersuchungen schon machen lassen, es wird nichts gefunden, spricht das heißt, ansonsten ein kerngesunder Hund. Wir sind am Ende mit unserer Kraft, da die Anfälle zum größten Teil nachts sind. Sollten wir ihn einschläfern lassen (schweren Herzens) oder gibt es noch andere Möglichkeiten, das die Anfälle nicht so häufig sind? Selbst unser Tierarzt (kennt den Hund schon als Welpe) ist mit seinem Latein am Ende.
Antwort: Bei der Behandlung einer sogenannten symptomatischen Epilepsie --wie sie scheinbar bei ihrem Labrador vorliegt -- sollte ein erfolgreich eingesetztes Medikament zunächst einmal , von der Dosierung ausgereitzt werden; zu beachten ist dabei eine entsprechende Blutsättigung bzw. auftretende Nebenwirkungen. Kann damit keine ausreichende Wirkung erzielt werden , müssen weitere Untersuchungen ( z.B. Schädel -CT , Liquor- untersuchung ) durchgeführt werden . Eine Umwidmung moderner humanmedizinischer Medikamente ( aus der Kinderheilkunde) ist möglich, wenngleich auch sehr teuer! Lassen Sie sich von ihrem Haustierarzt die Adresse eines spezialisierten Tierneurlogen geben oder nehmen sie Kontakt mit den Fachabteilungen der Tierärztlichen Universitätskliniken auf.
Frage: Wie kann ich meine Katze beruhigen vor dem Tierarztbesuch?
Antwort: Man muß überlegen , was der Auslöser für die Angst der Katze ist. Häufig ist es die Fahrt zum Tierarzt oder einfach nur der ungewohnte Katzenkäfig , es kann ebenso eine schlechte Erfahrung (z. B. schmerzhafte Injektion) sein. Ist die auslösende Ursache bekannt , kann man daran arbeiten, sprich trainieren. Autofahren ohne Tierarztbesuch, Tierarztbesuch ohne Behandlung oder mit lediglicher anschließender Belohnung usw. Handelt es sich um panikartige Zustände, so ist ein anxiolytisch, sedativ wirkendes Medikament sinnvoll. Wir beraten sie gerne detailiert, vereinbaren sie einfach einen Termin.
Die Online-Sprechstunde
Haben auch Sie eine Frage zu Ihrem Haustier? Dann senden Sie diese einfach an tiere@derwesten.de
Die Antworten werden jeden Dienstag auf www.DerWesten.de/tiere vorgestellt.
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Weitere Informationen zur Praxis von Dr. Gmeiner und Dr. Höptner finden Sie unter http://www.kleintierpraxis-mh.de

20:04
sollte geistreich heißen
20:04
gestreicher kommentar
19:06
Sollte meine Katze schwanger werden, lebt sie auch gefährlich. Ne?