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Karate Kid

20.07.2010 | 14:18 Uhr
Karate Kid. © Sony Pictures
Karate Kid. © Sony Pictures

Neuauflage des Originals: Will Smiths Sohn Jaden boxt sich in "Karate Kid" durch.

Für Dre Parker (Jaden Smith) ist eine Welt zusammengebrochen. Mit seiner Mutter musste der vorlaute Schüler von Detroit nach Peking auswandern. Die kulturellen Unterschiede machen ihm ganz schön zu schaffen. Als Dre auf dem Pausenhof ausgerechnet das falsche Mädchen anspricht, legt er sich zu allem Überfluss mit einer schlagkräftigen Jugendgang an. Um sich fortan gegen die Kung-Fu-Kämpfer behaupten zu können, geht Dre bei seinem Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan) in die Kampfkunstlehre.

Ein gutes Vierteljahrhundert nach dem legendären Original hat sich Hollywood an "Karate Kid" erinnert. Bei der Handlung ist in der Neuauflage weitgehend alles beim Alten geblieben. Bis auf die Tatsache, dass die Geschichte von den USA nach China transferiert wurde, statt japanischem Karate nun chinesisches Kung-Fu gelehrt wird und der weise Meister, gespielt von Jackie Chan ("Rush Hour"), erheblich jugendlicher und frischer als sein weißhaariges Vorbild wirkt.

Mit Kung-Fu gegen Schulhofrüpel und Schlamperei

Darüber hinaus geht es jedoch erneut um einen flippigen Jungen, der sich in das falsche Mädchen verliebt und durch den Kampfsport frisches Selbstvertrauen tankt sowie eine neue Lebenseinstellung erlangt. Und am Ende sorgt ein Turnier für ein furioses Finale, in dem alle Rivalitäten mit sportlichen Mitteln ausgetragen werden.

In der zentralen Titelrolle ist Jaden Smith zu sehen. Für den zweitältesten Sohn von Will Smith ist der Film die erste große Kinohauptrolle, ohne den berühmten Vater an seiner Seite. In "Das Streben nach Glück" standen sie bereits nebeneinander vor der Kamera. Diesmal fungierte Will Smith hingegen nur als Koproduzent.

Jaden Smith überzeugt

Doch auch im Alleingang weiß Smith Junior zu überzeugen. Er verleiht dem Kung-Fu-Kind, das aufgrund seiner seltsamen Bewegungen von seinen Rivalen als "Karate Kid" verspottet wird, seinen eigenen Charme, ohne das Original kopieren zu wollen. Hier ist schlichtweg ein ganz neuer Knirps auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in einer fremden Umgebung.

Erfolg in den USA

In den USA kam der Film bereits vorzüglich an. An den dortigen Kinokassen spielte das Werk bisher mehr als 165 Millionen US-Dollar ein und stieß bei Zuschauern und Kritikern gleichermaßen auf positive Resonanz. Wie bei den Wiedergeburten anderer Filmklassiker darf der Zuschauer nur nicht mit allzu vielen Erinnerungen ans Original ins Kino gehen. Als eigenständiges Werk funktioniert der Actionfilm jedoch wunderbar.

"Karate Kid" wurde von Regisseur Harald Zwart ("Eine Nacht bei McCool"s") solide inszeniert, bietet mit Smith und Chan zwei sympathische Hauptdarsteller, die sich vorzüglich ergänzen, und sorgt auch ansonsten für gute Stimmung in Überlänge. (ddp)

Sina Clemendt

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