Junge Jazzer eröffneten Programm
21.09.2009 | 18:08 Uhr 2009-09-21T18:08:00+0200
„Ein kleines Comeback”: So bezeichnete Schlagzeuger Moritz Mann den Auftritt seiner Band „JazzConference” im Lyz. Dabei war das Publikum der ehemaligen Siegener gar nicht klein: Exakt 100 Zuhörer hatten sich gefunden.
Für den Jazzclub Oase nicht wenig, insbesondere an einem Sonntagabend. Die vierköpfige Band bot ein sehr solides, technisch anspruchsvolles Programm mit vielen Glanzlichtern.
Band beleuchtete viele Facetten
Die Band, die fast nur eigene Stücke spielte, zeigte mit ihren Kompositionen eine große Liebe zum Detail. Andererseits zeugten die Stücke auch von der großen Erfahrung der Musiker im Jazz-Genre: Südamerikanische Einschläge, orientalische Klänge und überraschende Taktartwechsel - das Spektrum traditioneller Jazz-Stile war weit ausgeleuchtet. Jedoch nie so weit, dass die Stücke erzwungen gewirkt hätten. Der rote Faden: Ein Fusion-Jazz, bei dem die Rhythmusgruppe im Vordergrund stand.
Die Liebe zum Detail wurde besonders beim Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass deutlich. So arbeiteten Drummer Moritz Mann und Bassist Matthias Siembab präzise zusammen: Eingeprobte Pausen und Betonungen saßen punktgenau. Die beiden feuerten teils richtig donnernde Fills ab. Allerdings brauchte die Rhythmusgruppe ein wenig, um sich warmzuspielen. Dafür begeisterten die letzten vier Stücke des Abends, bei denen Keyboarder Sebastian Nitsch mitspielte, umso mehr: Hier bot sich mehr Raum für freiere Improvisation, und das gesamte Ensemble gewann nochmals an Fahrt.
Auch filigrane Stücke im Programm
Sehr filigran hingegen wirkte „Desert Nights”, ein Stück, dass mit Akkordspiel auf dem Bass begann, um sich dann zu einem Fluss von Partituren zu entwickeln, die sich scheinbar karawanenartig fortschleppten. Wer die Band noch einmal erleben möchte: Für November haben die Musiker angekündigt, sich zu einer Jam-Session im Musikclub Meyer zu treffen.
Nächster Termin: Die Uni-Big-Band, 09. Sept., 20 Uhr.
AK 20 Euro, VVK 18 Euro.

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