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Basketball-Bundesliga

Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party

20.03.2010 | 19:45 Uhr
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party

Düsseldorf. Von wegen Brathähnchen, diesmal blieben die Feuervögel ungerupft. Dafür schrumpften die schon lange nicht mehr großen Giganten auf Zwergengröße. In einem hoch dramatischen „Abstiegs-Endspiel" der Basketball-Bundesliga gewann Phoenix Hagen bei den Düsseldorf Giants mit 70:68 (40:33).

Basketball Bundesliga Giants Düsseldorf - Phoenix Hagen Michael Jordan

Und 1000 mitgereiste Hagener feierten wie vor Jahresfrist beim Aufstiegs-Duell in Bayreuth.

Das Transferfenster der Bundesliga ist seit fast einem Monat geschlossen. Und doch präsentierten die Phoenix-Basketballer zum genau richtigen Zeitpunkt eine neue Kraft, die die entscheidenden Impulse gab. Genauer gesagt eine eigentlich altbekannte, denn Michael-Hakim Jordan hatte wegen eines Muskelfaserrisses vier Wochen gefehlt. Pünktlich zum überlebenswichtigen Kellerduell in Düsseldorf aber meldete sich der 32-jährige Routinier topfit zurück. Und mehr als das. Jordan sorgte - wie im Dezember bei den drei Siegen direkt nach seiner Verpflichtung - für den Neuzugangs-Effekt. Weitgehend überlegt lenkte er das Phoenix-Spiel, als ob es die atmosphärischen Störungen vor seiner Verletzung vor allem mit Chase Griffin nicht gegeben hätte. Und er übernahm auch beim Wurf die Verantwortung. Fünfmal nahm Jordan jenseits der Dreierlinie Maß, fünfmal rauschte der Ball durch den Ring.

„Nach vier Wochen Pause hatte ich wohl frische Beine”, erklärte Jordan schmunzelnd seine dominante Vorstellung. Zwar monierte Ingo Freyer zurecht auch überflüssige Ballverluste des Spielmachers, der das ein oder andere Mal nach erfolgreichen Würfen überdrehte und defensiv manches Mal zu spät kam. „Wenn jemand fünf von fünf Dreiern schießt, ist alles gut”, erkannte aber auch der Phoenix-Coach den großen Anteil Jordans an. Zumal dessen Pendant Griffin am Ende ebenso wichtig für den Hagener Erfolg wurde. In der ersten Halbzeit noch wirkungslos, wurde der US-Aubauspieler mit zwei Dreiern zum Mann der letzten Minute - und alle waren glücklich.

Sofern sie aus Hagen kamen - und das waren mehr als je zuvor bei einem Auswärtsspiel seit der Meisterschaft des SSV 1974 in Heidelberg. Die in elf Bussen und ungezählten Pkw angereisten etwa 1000 Phoenix-Anhänger beherrschten optisch gut ein Viertel des mit 3640 Fans offiziell erstmals ausverkauften Burg-Wächter-Castello. Und hatten akustisch ohnehin komplett die Oberhand. Dies umso mehr, als die Gäste von Beginn an in nervös geführter Partie das bessere Team stellten. Beim 6:15 durch Jordans zweiten Dreier (6. Minute) stieg das Stimmungspegel bereits an, mit unnötigen Ballverlusten vergaben die defensivstarken Hagener indes eine mögliche höhere Führung. So eroberte Düsseldorf mit Dreiern von Brendan Winters und Jonathan Cox diese sogar kurzfristig zurück (24:22, 14.), doch Jordan, der einsatzfreudige Zygi Jonusas und John Turek brachten Phoenix wieder nach vorn.

Dabei blieb es bis zum 33:44 (21.) durch Quentin Pryor, ehe Phoenix sich den ersten richtigen Offensiv-Hänger leistetet. Sechs Minute blieben die Gäste ohne Korb, auch weil Jordan schwächelte, die Giants nutzten es zur 14:0-Serie. Dann fingen sich die Hagener wieder, zumal Griffin per Dreier zum 49:49 (29.) endlich der erste Korb gelang und auch Jonathan Kale stärker wurde. Nun blieb es eng, auch nach der vermeintlichen Vorentscheidung durch zwei weitere Jordan-Dreier zum 55:63 (34.) kamen die Gastgeber noch einmal zurück.

Bis zum 65:64 72 Sekunden vor dem Ende blieb Phoenix ohne Feldkorb. Erst dann erlöste Griffin mit einem Dreier, der von der Kante hoch wegsprang und dann doch in den Ring plumpste, alle Hagener - und legte nach dem 67:67 durch Zack Whiting 23 Sekunden vor dem Ende noch einen Distanztreffer nach. Per Freiwurf verkürzte Whiting erneut auf 68:70, dann zeigte Turek 17 Sekunden vor der Sirene von der Freiwurflinie gleich zweimal Nerven. Es rächte sich nicht, weil mit T.J. Carter Düsseldorfs Bester im letzten Angriff gegen intensiver Gegenwehr mit zwei Würfen auch scheiterte. Es war die Initialzündung für unbändigen Jubel auf dem Parkett und in den Hagener Blöcken - und der Auftakt eines langen Feier-Abends. Zunächst in den Fan-Bussen, in denen die Spieler mit zurück nach Hagen fuhren, dann dort bei der Basketball-Partynacht. Die Basis für beste Stimmung hatte ein starkes Phoenix-Team gelegt. . .

Statistik

Düsseldorf - Hagen

68:70 (33:40)

Giants Düsseldorf: Winters (9), Geib, Archibong (9), Carter (20, 2/3 Dreier), Bailey (11), Walker (2), Whiting (5), Cox (9, 3/6 Dreier, 10 Rebounds), Taylor (3), Goddek.

Phoenix Hagen: Pryor (9), Griffin (11, 3/7 Dreier, 3 Assists), Malte Schwarz, Jonusas (9, 5 Rebounds, 5 Ballverluste), Kristof Schwarz, Grothe, Fleetwood, Kruel (2), Alijevas, Jordan (21, 5/5 Dreier, 3 Assists, 4 Ballverluste), Kale (10, 100% Wurfquote, 7 Rebounds), Turek (8, 3 Assists, 3 Steals, 3 Blocks).

Viertel: 14:19, 19:21, 18:11, 17:19. Teamstatistik: 43:46 % Wurfquote, 8/20:10/20 Dreier, 14/16:16/26 Freiwürfe, 30:32 Rebounds, 13:13 Assists, 13:17 Ballverluste, 8:6 Steals, 2:5 Blocks. - 3640 Zuschauer.

Stimmen

Ingo Freyer (Trainer Hagen): Unsere Defensive war Ausschlag gebend, wir haben Düsseldorf in eigener Halle bei 68 Punkten gehalten. Wieder haben wir uns zu viele Ballverluste geleistet, doch das haben wir mit einer Dreierquote von 50 Prozent kompensiert. Der Sieg ist auf unserem Weg ein wichtiger Schritt, man darf ihn aber auch nicht überbewerten.

Hans-Jürgen Gnad (Trainer Düsseldorf): Das tut natürlich weh. Beim letzten Dreier von Griffin hat meine Verteidigung gepennt, auch beim letzten Angriff hätte ich mir mehr Besonnenheit gewünscht. Die Jungs sitzen jetzt natürlich frustriert in der Kabine, aber da müssen sie als Profis durch.

Oliver Herkelmann (Geschäftsführer Hagen): Ich war immer davon überzeugt, dass wir gewinnen. Den Sieg haben sich die Jungs verdient. Schön, wenn in solch einem Spiel die Defensive funktioniert und man sich darauf verlassen kann.

Chase Griffin (Spieler Hagen): In der ersten Halbzeit hat mich Düsseldorf aus dem Spiel genommen. Aber ich bin geduldig geblieben, habe auf meinen Wurf gewartet - und ihn bekommen.

Axel Gaiser

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Kommentare
22.03.2010
10:29
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von habegroßeAhnung | #7

Drinbleiben, Trainer raus und neue Mannschaft, das ist das Credo !!

22.03.2010
10:16
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von derWissende | #6

Ich habe das Spiel auch live gesehen. Bei aller Euphorie - das war Zweitliganiveau und eigentlich nur spannend. Wenn man mal darüber nachdenkt, dass diese Mannschaft mit der Mannschaft zu Saisonbeginn kaum noch etwas gemein hat, so stellt sich die Frage nach dem Trainer und dem Manager. Und Düsseldorf wird in der Liga bleiben. Gute Halle, gute Verbindungen in die BBL, da gibt es dann schon mal ne Wildcard.

21.03.2010
22:08
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von S.Sauer | #5

Quatsch nach der normalen Tabelle wäre Phoenix jetzt 16. und damit auf einen Nichtabstiegsplatz. Ausserdem der direkte Vergleich gegenüber Dummdorf.

21.03.2010
20:41
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von Mollo | #4

Das war leider noch längst kein Endspiel. Noch ist man auf einem Abstiegsplatz. Aber es war ein Zeichen, dass die Mannschaft lebt und kämpfen kann, wenn es drauf ankommt. Und dass keiner gegen den Trainer spielt. Diskussionen um Trainernwechsel sollten nun verstummen.

21.03.2010
18:48
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von Läch_er_lich | #3

hut ab vor den fans! und vor der mannschaft! aber die Schlagzeile Phoenix triumphiert im Abstiegsduell...naja ein triumph sieht anders aus :P

21.03.2010
10:53
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von Horst Linke | #2

sensationelle Fans aus Hagen. Danke für die Unterstützung.

20.03.2010
22:59
Jordan und Griffin legen Basis für Phoenix-Party
von jadann | #1

jadann, bravo phönix. ein erster richtiger, wichtiger schritt, trotzdem war es kein trainersieg.

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