"Jammerschade für Kreuztal"
20.06.2007 | 08:38 Uhr 2007-06-20T08:38:39+0200Kreuztal. "Ich habe ihm die Daumen gedrückt", sagt Kreuztals Bürgermeister Rudolf Biermann zu dem bevorstehenden Karrieresprung seines Kulturamtsleiters Michael Townsend. Der soll (wie berichtet) Kulturdezernent in Bochum werden.
"Eine größere Chance im Leben kann man nicht kriegen", meint der Noch-Chef des designierten Kulturmanagers der Stadt im Ruhrgebiet, der allerdings erst noch am 23. August vom Rat gewählt werden muss. Biermann arbeitet seit seiner Wahl zum Kreuztaler Bürgermeister vor acht Jahren eng mit Michael Townsend zusammen. "Es ist schmerzlich, dass wir ihn für Kreuztal verlieren. Er hat sich sehr verdient gemacht um die Kulturszene." Persönlich gönne er Michael Townsend "von Herzen", wenn es auch für die Stadt "jammerschade" sei, ihn zu verlieren. Für Kreuztaler empfindet der Bürgermeister den Ruf Townsends nach Bochum als schmeichelhaft. Kulturausschussvorsitzender Jochen Schreiber (SPD) ist überzeugt, dass Townsend in Bochum "eine gute performance" abgibt und das neue Amt mit Bravour ausfüllen wird: "Seine Kreativität und sein Organisationstalent werden ihm zugute kommen."
Michael Townsends langjähriger Mitstreiter in der Kulturszene des nördlichen Siegerlandes, der Geschäftsführer des Hilchenbacher Busch-Kreises, erfuhr gestern aus der WR von der Veränderung seines Kreuztaler Kollegen: "Das spricht für seine erfolgreiche Arbeit und ist eine tolle Herausforderung." Sicherlich seien die Bochumer darauf aufmerksam geworden, was Townsend im Siegerland bewegt habe: "Schade für Kreuztal. Die Stadt verliert einen hochkarätigen Mitarbeiter."
Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner hat mit Michael Townsend 15 Jahre lang KulturPur organisiert: "Ganz toll, das gönne ich ihm", sagte er der WR. Vor allem bewundere er Townsend dafür, dass er "sich diese Tortur antut". Denn ein großstädtischer Dezernent im Ruhrgebiet habe es mit vielen Finanz- und Akzeptanzproblemen zu tun. "Reizvolle Aufgabe, aber schwierig", sagte Suttner.
Der Vorsitzende des Kulturrings Siegen-Wittgenstein, Otto Marburger aus Bad Berleburg, hat diese Funktion von Michael Townsend erst voriges Jahr übernommen und findet, dass sein Weggang "für Siegen-Wittgenstein ein Verlust" wäre. Persönlich habe er zu ihm ein gutes Verhältnis. Marburger hat "die gute Zusammenarbeit" mit Townsend schätzen gelernt.

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