Jacke landete auf Oberleitung der U-Bahn
10.01.2011 | 19:01 Uhr 2011-01-10T19:01:00+0100
Düsseldorf.Es war eine dumme Idee, das weiß der 19-Jährige inzwischen auch: Er hatte versucht, im U-Bahnhof Hauptbahnhof seine Strickjacke auf den gegenüberliegenden Bahnsteig zu werfen. Die Jacke blieb in der Oberleitung hängen, führte zur Vollbremsung der nächsten U-Bahn.
Der junge Mann musste sich jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr vor dem Amtsgericht verantworten. „Das war keine Absicht“, beteuerte er. Er habe an jenem Julitag zur Rheinkirmes fahren wollen. Da sah er auf dem Gleis der Gegenrichtung Freunde. „Ich wollte die Jacke auf der Kirmes nicht mir mir rumtragen“, erklärte er. Daher habe er sie den Freunden zugeworfen.
„Er war einfach zu faul, auf den anderen Bahnsteig zu laufen und die Jacke abzugeben“, wusste ein Sicherheitsmitarbeiter (46) der Rheinbahn. Dass sie in der Leitung hängenblieb, sei kein Wunder: „Auch bei 1000 Versuchen schafft man das nicht.“
Das Kleidungsstück auf der Oberleitung löste eine computergesteuerte Zwangsbremsung einer U 79 aus. Ohne diese automatische Bremsung hätte der Vorfall größere Auswirkungen gehabt: Die Jacke hätte sich um den Stromabnehmer gewickelt, die Oberleitung wäre komplett abgerissen, erklärte der Sicherheitsmitarbeiter. So aber waren die Folgen relativ harmlos geblieben. Fahrgäste seien nicht gefährdet gewesen, denn die gestoppte Bahn war je eben erst angefahren.
Das Gericht stellte das Verfahren daher gegen einige Auflagen ein: Der 19-Jährige, der bisher unauffällig ist, aber nach seinem Hauptschulabschluss keine Arbeit gefunden hat, soll sich beraten lassen und muss 15 Arbeitsstunden ableisten.

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