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Integration per Gesetz

05.02.2012 | 19:44 Uhr

Gesetze setzen Regeln, Integration lässt sich aber nicht von oben verordnen. Das gilt vielleicht besonders für das neue Integrationsgesetz in NRW. Der Ernstfall ist der Alltag: Nur wenn Vorurteile auf beiden Seiten verblassen, wird ein Miteinander gelingen. Integrationszentren können einen Beitrag leisten. Es bleibt die Sorge, dass eine neue Bürokratie viel Geld verbrennt. Dreh- und Angelpunkte der Integration sind Bildung und Ausbildung. Junge Menschen mit Migrationshintergrund holen auf, die Quote der Schulabbrecher liegt aber immer noch deutlich zu hoch. Wenn jedes vierte Kind mit ausländischen Wurzeln daheim nicht Deutsch spricht, muss die verpflichtende Förderung früh in der Kita einsetzen.

Migranten können Unterstützung erwarten. Das aber ist keine Einbahnstraße. Im Integrationsgesetz wird deshalb auch festgelegt, was die Mehrheitsgesellschaft erwartet. Menschen, die nach 30 Jahren in NRW 20 deutsche Worte sprechen, zeigen wenig Interesse an Integration. Hier stehen die Migrantenverbände in der Verantwortung, auf ihre Mitglieder stärker einzuwirken. Mit dem Integrationsgesetz prescht NRW vor. Es ist nicht der ganz große Wurf – aber ein Anfang.

Wilfried Goebels

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Kommentare
07.02.2012
10:42
Integration per Gesetz
von DifesSanoscri | #2

Seit zwei Jahren dröhnt dienstagsmorgens vom Schulhof einer Grundschule überlaute Bumm-Bumm-Musik zum Tanzen für die Kleinen.
Noch nie ein deutsches Lied !
Gibt es kein einziges tanzbares deutsches Lied?
Oder sind die Lehrer zu einfallslos?
Wie soll da die Integration der vielen Migrantenkinder gelingen?
Oder meint die rotgrüne Politik, die Deutschen sollten sich gefälligst an die Migranten anpassen?

06.02.2012
14:16
Statistiken...
von jcm | #1

...können bei der Beurteilungen auch auf eine falsche Fährte führen!
Ich selber kenne einige Kinder, die schon im Vorschulalter zweisprachig unterwegs sind, also deutsch sowie die Sprache der Eltern sprechen.
Es sind dann meist die nur schlecht sprechenden Eltern, welche die Kinder zuhause veranlassen, in der "Heimat"-Sprache zu sprechen, um schneller Infos aus zu tauschen.

Die "Bringschuld" des Sprach-Erlernens ausschließlich den Migranten auf zu oktruieren greift - angesichts jahrzehntelanger Untätigkeit des Staates in Sachen Förderung und generell fehlender Integrations-Politik - ebenfalls zu kurz.

Und wer sich mal bei facebook umschaut, dem wird ganz anders, wenn er betrachtet, wie es um die Rechtschreibfähigkeit im Allgemeinen und der generellen Fähigkeit sich aus zu drücken (was unmittbelbar mit der Fähigkeit zu selbständigem Denken zusammenhängt) von Deutschstämmigen bestellt ist.

Aber dieses Bildungssystem wurde schon vor geraumer Zeit der irrigen Annahme geopfert, dass es künftig ausreicht, in der Hauptsache Anlernlinge in die freie Wirtschaft zu pumpen.
Die Folge darf nicht sein, dass es Fachkräften aus dem Ausland mehr als erschwert wird, hier Fuss zu fassen. Und angesichts fehlender Anerkennung von ausländischen Abschlüssen soll mir jetzt keiner damit kommen, diese Abschlüsse würden den hohern deutschen Standards nicht gerecht. Demjenigen empfehle ich zusätzlich einen Blick in die Pisa-Studie - die -wie unlängst in einem TV-Bericht offenbart - dazu noch geschönt ist. Aber sowas von geschönt...

Merke: Unzureichende Bildung ist längst nicht mehr nur auf Migranten beschränkt. Sich nur denen auf diesem Gebiet zu widmen wäre Flickschusterei...

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