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Integration an der Matthias-Claudius-Schule

03.12.2010 | 16:49 Uhr
Integration an der Matthias-Claudius-Schule

Bochum.Menschen mit Behinderungen werden in unserer Gesellschaft benachteiligt, finden die Zeus-Reporterinnen Jana und Megan. An ihrer Schule ist das anders: Dort lernen alle gemeinsam.

Wie geht man mit behinderten Menschen um? Worauf muss man im Umgang mit ihnen achten? Was ist bei ihnen „anders“ als bei uns? Warum werden sie so wenig integriert?

Schwierige Fragen, mit denen sich auch Politiker unserer Meinung nach mehr beschäftigen sollten, denn Menschen mit Behinderung werden in unserer Gesellschaft viel zu stark benachteiligt. Unsere Schule, die Matthias-Claudius-Gesamtschule, ist nicht irgendeine Gesamtschule.

Sie setzt sich für die Integration behinderter Menschen ein, indem sie diese in ihrer schulischen Entwicklung unterstützt. Wir haben viele Schüler mit Handicap auf unserer Schule und zugegeben, es war am Anfang nicht so leicht, weil wir keine Ahnung hatten, wie wir mit ihnen umgehen sollten.

Drei Jugendliche mit Downsyndrom in der Klasse

„Zuerst hatte ich sogar ein wenig Angst vor ihnen“, sagt eine Schülerin unserer Schule, die mittlerweile die neunte Klasse besucht. „Doch inzwischen komme ich super mit ihnen klar und hab sie richtig gerne.“ In unserer Klasse haben wir drei Jugendliche mit Downsyndrom. Das ist eine Krankheit, bei der ihr geistliches Alter nicht ihrem körperlichen entspricht.

Außerdem sehen sie etwas anders aus. Sie haben ziemlich kleine Augen und sind auch von der Körpergröße her recht klein. Sie führen häufiger Selbstgespräche und denken sich in eine Art Traumwelt. Doch meistens sind sie gut drauf und lachen gerne über viele Dinge, die wir möglicherweise nicht lustig fänden. Doch wenn sie lachen, muss man meistens einfach mitlachen.

Vom Verhalten her benehmen sie sich eher kindlich, aber gerade das macht sie so liebenswert. Man kann mit ihnen natürlich nicht so reden, wie man es vielleicht mit Mitmenschen ohne Behinderung tun würde. Was nicht heißt, dass man gar keine richtigen Gespräche mit ihnen führen kann. Ganz im Gegenteil, man kann sich mit ihnen sogar recht gut unterhalten.

Eine Bereicherung für unsere Gesellschaft

Zudem sind sie sehr feinfühlig, sie merken sofort, wenn jemand traurig ist und kommen, um einen zu trösten. Eine andere Schülerin unserer Schule hat eine solche Situation schon einmal selbst erlebt. Sie saß traurig im Klassenraum, als einer der Schüler mit Förderbedarf zu ihr kam und ihr sein Malbuch unter die Nase hielt, was er sonst nie tun würde, weil ihm dieses Malbuch quasi heilig ist. Er grinste frech und schon war ihre schlechte Laune verflogen.

Das ist nur einer der vielen Gründe, weshalb Menschen mit Behinderung eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sind. Wir sind der Meinung, dass sich Politiker mehr mit Integration beschäftigen und diese auch in anderen Schulen einführen sollten. Viele Kinder und Jugendliche, aber auch einige Erwachsene wissen nicht mit solchen Menschen umzugehen und reagieren deshalb abweisend auf sie. Dies ist ein entscheidender Grund, weshalb jeder den Versuch starten sollte, vernünftig auf eine ruhige Art und Weise mit ihnen in Kontakt zu treten und sie zu tolerieren, so wie sie sind.

Jana Kötter, Megan Gregorius, Klasse 9a, Matthias-Claudius-Schule Bochum

Zeus-Reporter

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