Ingo Wolf sticht in Vancouver Erich Honecker aus
19.02.2010 | 18:35 Uhr 2010-02-19T18:35:00+0100
Vancouver.Es fällt auf, dass viele Athleten, die in den Wettkämpfen von Vancouver zu sehen sind, am nächsten Tag schon wieder starten. „Wie geht’s?“, fragt jemand. „Gar nicht gut, mit Platz elf bin ich nicht zufrieden!“ Abreise? Olympia vorbei? Nein!
Wir sehen uns ja morgen wieder, zum Beispiel beim Biathlon: Michael Greis startet im Sprint, im Verfolgungsrennen, im Rennen über 20 Kilometer, im Massenstart-Rennen und in der Staffel. Skifahrerin Maria Riesch hat ebenfalls fünf Versuche: Slalom, Riesenslalom, Super-G, Abfahrt und die Super-Kombination.
Die Skispringer fliegen von der kleine Schanze, von der großen Schanze und noch mal im Mannschaftsspringen. Schanzengleichheit für die Nordischen Kombinierer: Auch drei Wettbewerbe.
Wie wütend ist darüber eigentlich Eiskunstläufer Jewgeni Pluschenko? Der Star der Russen hatte nur eine einzige Siegchance, und die hat er vergeben.
Aber was ist das alles gegen die Politiker? Ingo Wolf ist in Kanada eingetroffen. Der NRW-Innenminister hat sich Vancouver ausgesucht, um genau hier die Vorzüge des Wintersportlandes Nordrhein-Westfalen zu rühmen. Sicher keine Reise zum Schnäppchen-Preis, aber sie hat sich gelohnt. In der Zeitung „Olympische Momente“, die im Deutschen Haus von Vancouver verteilt wird, hat der FDP-Mann alle Sportler abgehängt: Sechs Farbfotos von ihm auf einer Doppelseite. Selbst der frühere DDR-Chef Erich Honecker hat nur in seinen besten Zeiten an einem Tag mehr Fotos von sich im Neuen Deutschland untergebracht.
Zeit, zurück ins Hotel zu fahren. Im Fernsehen läuft die Wiederholung vom Biathlon. Noch eine Chance für Michael Greis, vielleicht gewinnt er ja dieses Mal.

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