In heißer Endphase behalten Phoenix-Spieler kühlen Kopf
22.11.2009 | 19:30 Uhr 2009-11-22T19:30:00+0100
Hagen. Das West-Duell ging an die Gastgeber: In der Basketball-Bundesliga rang Phoenix Hagen die Giants Düsseldorf mit 85:77 (36:36) nieder.
Draußen herrschten eher Frühlings- als Spätherbst-Grade auch in der ehemaligen Industriehalle wurde es von Minute zu Minute wärmer. Als sich dann Trainer Ingo Freyer am Spielfeldrand des Jacketts entledigte, war Phoenix Hagen endgültig auf Betriebstemperatur. In der heißen Endphase behielten die Gastgeber beim dringend benötigten 85:77-Sieg gegen die Giants Düsseldorf zudem ganz kühlen Kopf.
Verkehrte Welt in der Phoenix-Halle: Mit schnellem Spiel und wurfstarken Hagener Guards hatte Düsseldorfs Trainer Achim Kuczmann gerechnet, doch von Beginn an suchten die Gastgeber über diszipliniertes Spiel über die Center die Entscheidung. Auch weil die Phoenix-Wurfquote aus der Distanz (5 von 15) erneut mager blieb. Matthias Grothe und - erstmals überhaupt in heimischer Arena - Thomas Dreesen als erfolgreiche Dreierschützen dürften die Gäste dagegen kaum erwartet haben, auch den Beweis von Freiwurf-Sicherheit war Phoenix bisher vollends schuldig geblieben. Doch ausgerechnet an der Linie blieben die sonst so zittrigen Hagener Hände diesmal ruhig. Neben dem hier makellosen Chase Griffin (14 Treffer bei 14 Versuchen) war es ausgerechnet Andre McGee, der mit ungewohnter Nervenstärke für die Entscheidung sorgte.
17 Sekunden vor der Sirene - Düsseldorfs Bobby Walker hatte gerade per Dreier auf 79:77 verkürzt - wurde der Aufbauspieler von Logan Kosmalski per unsportlichem Foul gestoppt. Und der vor der Pause schwache McGee, noch ohne Punkte und bisher daheim mit einer Freiwurfquote von unter 40%, blieb cool und verwandelte beide Male. Der endgültige Knock-out für die Gäste, die gegen die bissige Hagener Defensive keine Antwort mehr wussten.
Nicht von ungefähr war es John Turek, der am Ende noch zwei Düsseldorfer Würfe blockte. Der nachverpflichtete US-Center stand nicht nur neben Griffin am längsten auf dem Parkett, seine Leistungskonstanz suchte ihresgleichen. Der 2,06-m-Mann verkörperte die Taktik von Phoenix-Coach Ingo Freyer, die Vorteile am Brett zu suchen, was ihm, Bernd Kruel und dem am Ende starken Jonathan Kale gelang.
Am starken Hagener Start, den der vor allem in Halbzeit eins überzeugende Aaron Fleetwood mit zwei spektakulären Fastbreak-Dunkings zum 20:10 (8. Minute) krönte, war Turek beteiligt. Und als sich die Gastgeber dann wieder das obligatorisch schwache zweite Viertel mit acht Ballverlusten leisteten, hielt er sie gemeinsam mit dem bei seinem Kurzeinsatz zwei Dreier beisteuerndem Grothe im Spiel.
Mit Koko Archibong, der mit Haken und Ösen agierte, lieferte Turek sich überdies ein emotionales Duell, wie überhaupt die zweite Hälfte stark von Kampf geprägt war. Beim 54:61 (31.) schienen die Gäste das bessere Ende für sich zuhaben. Doch lautstark unterstützt von nun stehenden Fans kämpfte sich Phoenix zurück, mit einem Dreier und guter Defensivarbeit trug auch der im Schlussviertel erstmals daheim von Freyer gezogene Joker Dreesen bei. Beim 69:67 durch Turek (36.) lagen die Hagener erstmals wieder in Führung - und gaben diese nicht wieder ab. „Das war ein wichtiger Sieg, den besonders der heute ganz starke John Turek gebraucht hat”, freute sich Freyer, „seitdem er da ist, hatten wir bisher ja jedes Spiel verloren.”
Statistik
Hagen - Düsseldorf
85:77 (34:36)
Phoenix Hagen: Pryor (8, 2/2 Dreier, 5 Assists), Griffin (18, 0/5 Dreier, 14/14 Freiwürfe, 9 Rebounds), Malte Schwarz, Gothe (6, 2/3 Dreier), Dreesen (3), Fleetwood (7), Kruel (10, 100 % Wurfquote), Kale (12, 11 Rebounds), McGee (2), Turek (19).
Giants Düsseldorf: Winters (29, Geib (11), Archibong (16), Carter (7, 0/8 Dreier), Hartmann, Walker (13), Whiting (4), Cox (12), Kosmalski (12).
Spielviertel: 24:15, 10:21, 20:22, 31:19.
Teamstatistik: 53:41% Wurfquote, 5/15:7/25 Dreier, 22/25:10/17 Freiwürfe, 37:34 Rebounds, 15:14 Assists, 16:8 Ballverluste, 4:2 Blocks. - 2396 Zuschauer.
Stimmen
Ingo Freyer (Trainer Hagen): Kompliment an meine Mannschaft, von der kämpferischen Einstellung her war das ganz stark. Die Düsseldorfer Stärken haben wir zum größten Teil weggenommen. Nach der Pause haben wir unser Problem mit den Ballverlusten zum Glück abstellen können.
Achim Kuczmann (Trainer Düsseldorf): Nach unserer Führung haben wir leichte Fehler gemacht und nicht so clever gespielt. Am Ende war die Leistung von Hagen super, bei uns fehlte ein bisschen Energie.
Bernd Kruel (Spieler Hagen): Wir haben 40 Minuten sehr gut verteidigt. Und es stimmte die Balance zwischen schnellem Spiel und Setplay. (aki)

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