Bildungsstreik
In einer Viertelstunde war der Hörsaal geräumt
20.11.2009 | 19:38 Uhr 2009-11-20T19:38:00+0100
In einer Viertelstunde war die Besetzung geräumt: Unangekündigt löste die Polizei am gestrigen Freitag die studentische Runde auf.
Am Tag zuvor hatten sich nach einer Filmvorstellung laut der Gruppe der Besetzer rund 150 Gäste zur Jam-Session dort eingefunden und nachts musiziert.
Die Polizei hatte den Studierenden genügend Zeit zur Räumung des Hörsaals gelassen. Seit Dienstag hatten sie dort campiert (wir berichteten). Das Ziel der Aktion war, auf die Misstände in den neuen Bachelor - Studiengängen hinzuweisen.
Bildungstheoretischer
Konflikt
So planen die Studenten nun Aktionen im Rahmen einer „Freien Universität Siegen”, bei denen sie mit freiwilligen Referenten einen Uni-Betrieb simulieren wollen, der einem freieren Bildungsverständnis entspricht. Denn das Bachelor-System ziele auf eine zweckrational festgelegte Eingrenzung von Bildungsinhalten, so die Kritik. Damit entsprechen die Ziele der Studentischen Gruppe teils denen der Protestgruppen aus den Reihen der Schüler, die sich auch beim bundesweiten „Bildungsstreik” beteiligt hatten.
Die Studierenden sprachen sich auch für die Abschaffung von Studiengebühren aus.
Kooperation durch
die Institutionen
Der Dezernent für Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten der Universität bedankte sich ausdrücklich bei den Studierenden für ihre „konstruktive Mitarbeit”. Am Wochenende hätte man den Hörsaal aus Sicherheitsgründen nicht weiter besetzt lassen können, hieß es von Seiten der Universität. Gestern morgen hatte es von studentischer Seite geheißen, man wolle den Saal so lange wie möglich besetzt halten. Besonders erfreulich sei es, so die Studenten, dass Dozenten und Kommilitonen sich am Diskurs im Hörsaal beteiligt hatten.

02:01
Liebe leute,
was ist das denn hier? da gibt es mal ein paar leute in siegen die was auf die beine stellen wollen und wenns nicht beim ersten versuch hinhaut wird alles direkt kleingemacht, und zwar von leuten die ihr schlechtes gewissen plagt weil sie zu faul sind um selbst mal den arsch hoch zu bekommen.
wer es nötig hat auf einer derart unsachlichen ebene zu argumentieren wie kai, der sollte sich überlegen was er an einer universität verloren hat.
ich bin exil-siegenerin und wohne mittlerweile in münchen, einer stadt die sich noch nichtmal von siegen an spießigkeit überbieten lässt. die proteste fingen hier vor fast 3 wochen mit 50 leuten an, die die kunstakademie besetzten. heute abend waren ca. 2000 leute da und haben die plenumssitzung verfolgt, u.a. war der bayerische wissenschaftsminister heubisch anwesend.weitere 420 menschen sahen die veranstaltung über livestream im internet.
wer hätte das von münchen gedacht?
glücklicherweise habe ich gerade erfahren dass siegen erneut besetzt wurde :)
spart euch die dummen kommentare und macht mit! bei uns wurde der anfang auch von sehr linken gruppen gemacht, aber wer sich davon abschrecken lässt macht es ja auch nicht besser, damit räumt ihr den radikalen nur noch mehr stimmen im gesamtplenum ein.
also haut rein siegen! es kommt auf jeden von euch an ihr faulen schweinchen :P
14:03
hallo leute, wo bleibt eure toleranz gegenüber jungen leuten. in diesem fall hat die polizei schnell gehandelt. wäre der einsatz in duisburg rockerkrieg doch nur halb so rigoros erfolgt . aber da hätte es evtl. gegenwehr gegeben.
13:36
Niemand nimmt das ernst. Die ganze Aktion war peinlich und bemitleidenswert. Aber was sollte man erwarten?
Die Streikenden sollten sich erstmal die Haare waschen, ich habe immer Angst dass mich etwas anspringt, wenn solche Leute in meiner Nähe sind. Vom Geruch ganz zu schweigen. Vielleicht fördert Haarewaschen ja nebenbei auch die Durchblutung vom Gehirn.
An des Rektors Stelle hätte ich den Hörsaal schneller räumen lassen, um Gebäudeschäden vorzubeugen. Wahrscheinlich muss da jetzt erstmal kernsaniert werden.
Schickt man für die Öffentlichkeitsarbeit nicht normalerweise halbwegs kompetente und medientaugliche Leute vor die Kamera? - Wenn Versammlungsleiterin und andere Sprecher, die man in den letzten Tagen im TV sehen konnte, die Creme de la Creme der ganzen Aktion waren, na dann gute Nacht.
Dann streikt ruhig weiter, ihr habt ja nichts zu verlieren, denn für einen akademischen Abschluss wird es bei euch kaum reichen. Macht das am besten irgendwo im Wald, dann stört ihr auch die Studenten nicht, aus denen noch etwas werden kann.
20:10
Wenn ich mir die jungen Menschen auf dem Foto anschaue, dann frage ich mich welche Fachbereiche am Protest beteiligt sind? Wahrscheinlich wieder die üblichen 20-30 linken Studis. Laaangweilig. Wer nimmt die ernst?
16:54
Der Rektor hat mit dieser Räumung eines bewiesen:
Er ist nicht glaubwürdig und man kann sich auf seine Äußerungen nicht verlassen.
Er hat angekündigt, die Besetzung zu dulden, solange die Besetzer sich friedlich verhielten. Die Besetzer haben angekündig, sich friedlich zu verhalten. Das haben sie getan, selbst als der Rektor sein Versprechen schon längst gebrochen hatte.
Damit wird der Rektor es in Zukunft sher schwer haben, weil niemand sich je wieder auf ein mündliches oder schriftliches Zugeständnis von Seiten des Rektorates verlassen wird.
Der Rektor wird sich also darauf einstellen müssen, dass ab jetzt bei Forderungen solange massiver Druck ausgeübt wird, bis die Forderungen auch tatsächlich erfüllt sind.
Das Vertrauen der Studierendenschaft hat er bereits jetzt, also zwei Monate nach Amtsantrit, vollständig verloren.
16:52
Ich sach doch: Siegen - Provinz ohne Lachen und Leben!
13:28
Das Problem der Studenten in Siegen ist, dass sie es nicht schaffen einen vernünftigen Protest auf die Beine zu stellen. Dieser wäre durchaus gerechtfertigt, da das momentane Bildungssystem um Bologna stark hinkt.
An anderen Universitäten sind Hörsäle über Wochenende besetzt. Die Ansage des Rektorats, dass man eine Besetzung über das Wochenende nicht aufrecht erhalten könne, schlichtweg gelogen. Damit will man über die eigentliche Haltung wegtäuschen, nämlich, dass man den Protest einfach nicht will. Der neue Rektor hätte notfalls auch mit Polizeigewalt räumen lassen. Ein Rektor Schnell hätte wenigstens im Vorfeld einer Räumung das Gespräch gesucht. Das neubesetzte Rektorat, gemeinsam mit dem Kanzler, ist kein guter Segen für die Universität. Sie werdeb sich in Zukunft als Handlanger der Wirtschaft und Politik selbst entlarven.