Hunde, Katzen, Vögel - was Tierbesitzer bei Sommerhitze wissen müssen

Im Sommer braucht auch der Hund viel Wasser und nur kurze Spaziergänge.
Im Sommer braucht auch der Hund viel Wasser und nur kurze Spaziergänge.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Steigen im Sommer die Temperaturen, verbringen viele Hundehalter ihre Freizeit gerne draußen. Doch Vorsicht: Für die Tiere werden lange Spaziergänge bei großer Hitze schnell zur Tortur, warnt der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater. Was sollten Hundehalter im Sommer beachten? Unser Ratgeber klärt auf.

Waldems-Esch.. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius können die Vierbeiner ihren Körper kaum selbst herunterkühlen. Die Folge sind zunächst Erschöpfungszustände - und dann im schlimmsten Fall ein Hitzeschlag, der zum Tod führen kann. An heißen Tagen gehen Halter deshalb mit ihrem Tier besser immer nur kurz und im Schatten Gassi - dafür drehen sie idealerweise jeden Tag eine zusätzliche Runde.

Bei Hitze immer Wasser für den Hund mitnehmen

Sind doch einmal längere Ausflüge geplant, sollten Besitzer ihr Tier genau im Blick behalten. Um die Hitze so erträglich wie möglich zu machen, haben Herrchen am besten immer etwas Wasser und eine Trinkschale dabei. Bekommt der Hund dennoch glasige Augen oder eine tiefrote Zunge, muss er so schnell wie möglich raus aus der Sonne.

Beides sind erste Anzeichen dafür, dass dem Tier die Hitze zu viel wird. Kommen Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen oder Bewusstlosigkeit hinzu, fahren Halter am besten sofort zum Tierarzt - der Hund hat dann einen Hitzeschlag erlitten.

Im Sommer das Wasser für Vögel zweimal täglich austauschen

Vogelhalter tauschen das Wasser im Badebecken und im Trinknapf im Sommer am besten zweimal täglich aus. Denn bei Hitze ist das Wasser meist nach wenigen Stunden mit Keimen verseucht, warnt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT). Trinken die Vögel davon, bekommen sie häufig Durchfall. Im schlimmsten Fall sterben die Tiere daran.

Im Vergleich zu Hunden oder Katzen verschmutzen Vögel ihren Trinknapf stärker. Bei ihnen kann es schon einmal passieren, dass Kot in das Wasserbecken gerät. An kühlen Tagen reicht es aus, das Wasser einmal täglich zu wechseln.

Hunde mit rosa Schnauze brauchen am Strand Sonnencreme

Rosa Schnauze und Ohren sind beim Hund Anzeichen dafür, dass das Tier ein heller Hauttyp ist. Genau wie beim Menschen droht dann schneller ein Sonnenbrand, teilt die Organisation Vier Pfoten mit. Ist der Hund etwa an einem Badestrand praller Sonne ausgesetzt, sollte der Halter an diesen empfindlichen Stellen Sonnencreme auftragen. Weil Hunde gern ihre Schnauze ablecken, sei es wichtig, dass keine Zusatzstoffe wie Parfüm enthalten seien. Solche Cremes gibt es zum Beispiel in der Apotheke.

Auch Hunde brauchen Sonnencreme

Hat der hellhäutige Hund auch noch sehr kurze Haare, bekommt die Haut nicht nur an Schnauze und Ohren schnell einen Sonnenbrand. «So komisch das auch klingt, aber dann sollte man ihn auch zum Beispiel am Rücken eincremen», rät eine Mitarbeiterin von Vier Pfoten. Langhaarige Tiere schütze deren Fell vor UV-Strahlen. Damit Hunden bei großer Hitze nicht zu warm wird, könne es helfen, die Haare ein wenig zu trimmen - aber nicht zu scheren. Denn dann dringe wiederum zu viel Sonne durch.

Im Badeurlaub am Meer sollten Halter ihren Hund gründlich abduschen, wenn er aus dem Wasser kommt. Trockne das Salz, verklebe das Fell, und es bilde sich eine unangenehmen Kruste, warnt die Organisation. Bei kühlem Wind sollten Herrchen oder Frauchen das Tier mit einem Handtuch abtrocknen, sonst erkälte es sich möglicherweise.

Hunden und Katzen vor Abflug nichts mehr zu fressen geben

Kommen Hund und Katze mit auf eine Flugreise, werden sie sechs Stunden vorher besser nicht mehr gefüttert. Denn das könnte den Tieren leicht auf Magen oder Kreislauf schlagen. "Kleine Mengen an Wasser sind hingegen sehr wichtig", erläutert Birgitt Thiesmann von der Organisation Vier Pfoten.

Besitzer sollten aber darauf achten, dass der Trinknapf im Transportkäfig nur soweit gefüllt ist, dass die Flüssigkeit nicht herausschwappen kann.

Mit Tieren am besten morgens oder abends fliegen

Bei großer Hitze ist es günstig, möglichst auf einen Flug morgens oder abends auszuweichen. Zum einen ist bei einem Flug in den Süden die Temperatur dann am Zielort nicht so hoch. Zum anderen gibt es in den Laderäumen der Flugzeuge keine Kühlung oder Belüftung. Die Vierbeiner sind dort unter Umständen lange Zeit stickiger und aufgeheizter Luft ausgesetzt.

Gefrorene Brühwürfel verschaffen Hunden Abkühlung

Ein kühles Eis verträgt der Hundemagen nicht gut. Als Alternative können Besitzer ihrem Vierbeiner aber gefrorene Würfel aus Fleisch- oder Gemüsebrühe anbieten, die sie im Eiswürfelbehälter zubereiten. «Sie dürfen aber nicht zu stark konzentriert sein», sagt Tina Hölscher, Veterinärin bei Aktion Tier. Sonst könne der Mineralienhaushalt durcheinandergeraten. Die Flüssigkeit sollte so dosiert sein, wie der Halter sie auch selbst trinken würde.


Ansonsten gilt für Hunde: «Viel frisches Leitungswasser, das am besten dreimal täglich gewechselt wird.» So haben Bakterien, die durchs Fressen in den Napf gelangen, keine Chance, sich zu vermehren.

Nagern brauchen im Sommer mehr Gemüse

Kaninchen und Meerschweinchen dürfen bei Hitze ruhig etwas mehr Gemüse bekommen als sonst. Als Faustregel gelten circa 80 Gramm frisches Grünfutter pro Tier. «Besonders von wasserhaltigem Gemüse wie Gurke dürfen es jetzt ruhig ein paar Scheiben mehr sein», sagt Hölscher.

Abkühlung und Schatten verschafft den Nagern ein feuchtes, gut ausgewrungenes Handtuch über dem Käfig.Alternativ eignen sich auch Kühlakkus, die in ein Tuch gewickelt in die Behausung gelegt werden.

Im Sommer bleibt der Käfig drinnen - Vögel vertragen keine Hitze

Den Vogelkäfig bei schönem Wetter raus auf den Balkon zu stellen, ist zwar gut gemeint. Bei hohen Temperaturen staut sich die Hitze dort aber besonders. Besser vertragen es Vögel, wenn ihr Käfig oder ihre Voliere an einem schattigen, zugfreien Platz aufgestellt werden.

Bei Wärme sollten Besitzer außerdem mehrmals täglich das Wasser in der Schale zum Baden und in den Trinkgefäßen austauschen. So können sich erst gar keine Bakterien bilden, erläutert Birgitt Thiesmann von der Organisation Vier Pfoten.

Bei Hitze nicht mit dem Hund ins Auto

Auch Hunde reagieren auf Sonne schnell empfindlich. Da sie nicht wie Menschen schwitzen, drohen ihnen schwere Herz- und Kreislaufstörungen. Spaziergänge werden deshalb besser auf den frühen Morgen oder späten Abend verschoben und sollten sofort abgebrochen werden, wenn der Hund erschöpft wirkt. Wer eine Flasche Trinkwasser im Gepäck hat, kann das Tier zwischendurch gut abkühlen oder ihm etwas zu trinken geben.


Ganz vermeiden sollten Halter Autofahrten mit dem Vierbeiner - vor allem, wenn es keine Klimaanlage gibt. Lässt es sich nicht vermeiden oder geraten sie in einen Stau, sorgen feuchte Handtücher für Schatten und Abkühlung. Sie werden einfach ins Autofenster geklemmt. (dpa)