Hoher Benzinpreis kann sich zur sozialen Frage entwickeln
22.02.2012 | 19:17 Uhr 2012-02-22T19:17:00+0100
Essen. Die Steigerung bei den Benzinpreisen kann sich in den nächsten Jahren auch zu einem wichtigen sozialen Thema entwickeln. Ein niedriges Lohn-Niveau und ein unattraktives ÖPNV-Netz werden die Debatte befeuern. Eine Erhöhung der Pendlerpauschale wäre da nur eine kleine Beruhigungspille. Ein Kommentar von Peter Hahne.
Karneval ist vorüber, an der Tankstelle aber haben die tollen Tage gerade erst begonnen. Noch nie war Sprit so teuer wie heute, bei Preisen von knapp 1,70 Euro je Liter scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Benzinpreis auch noch die Zwei-Euro-Marke knackt.
Sicher: Das passiert nicht heute, nicht morgen, und mit großer Gewissheit auch nicht mehr dieses Jahr. Autofahrer aber müssen sich darauf einstellen, dass die Zeit, günstiger, ja selbst erträglicher Spritpreise endgültig vorüber geht. Nach allem, was man heute erkennen kann, setzt sich der Preis für ein Fass Rohöl deutlich jenseits der 100-Dollar-Marke fest.
Bürger müssen ihre Fahrweise den Rekord-Benzinpreisen anpassen
Was das bedeutet, kann sich jeder an zwei Fingern abzählen. Weil Jammern und Schimpfen auf die Multis und die Politik noch nie geholfen haben, muss jeder sein Verbrauchsverhalten anpassen. Sparsame Autos, umsichtige Fahrweise und eben auch gelegentlicher Verzicht sind die Stichworte, die nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima schonen.
Alles schon x-mal gehört? Sicher. Aber wer ehrlich zu sich selbst ist, wer sich im Bekanntenkreis, im Berufsverkehr und auf der Autobahn umsieht, stellt fest, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit oft noch eine beachtliche Lücke klafft. Die meisten können mehr tun, und hier haben hohe Energiepreise nun einmal eine geradezu therapeutische Wirkung. Das soll nicht zynisch klingen. Der Benzinpreis ist natürlich auch der Brotpreis der Moderne. Junge Familien, Berufspendler und gerade Geringverdiener können sich Mobilität künftig kaum noch leisten.
Politik muss sich was langfristig etwas einfallen lassen
Das Thema hat das Zeug, in den nächsten Jahren zum Dreh- und Angelpunkt einer neuen sozialen Frage zu werden. Schuld daran ist aber nicht allein der Benzinpreis, Schuld daran sind auch niedrige Löhne und oft ein unattraktives Netz im Öffentlichen Personennahverkehr. Die Politik jedenfalls wird die Augen davor nicht länger verschließen können. Mit einer Erhöhung der Pendlerpauschale oder ähnlichen Beruhigungspillen wird es auf Dauer kaum getan sein.

11:13
In einigen Punkten hat Herr Hahne Recht , aber in einem ganz entscheidenden Punkt fehlt ihm der Durchblick .
Es ist leicht , von angepaßter Fahrweise und spasamen Autos zu reden !
Ich werde unverzüglich auf ein Auto mit sparsamem Motor umsteigen , wenn mir Herr Hahne eben ein solches Auto kauft .
Woher soll ich das Geld nehmen , wenn ich bis dato einen 400.- Euro Job bei HERMES inne hatte und mein eigenes Auto benutzen mußte . Bei Verkauf meines Autos habe ich über drei Jahre die Rechnung aufgemacht und einen Stundenlohn von 1,78 Euro bei HERMES verdient .
Mit anderen Worten : Ohne Geld kein neues Auto und vor allem , kein sparsames !
Ohne Auto auf dem Land kaum eine Arbeit !
Also Herr Hahne was ist mit dem Spritsparenden Auto ?
23:47
Steigt der Benzinpreis um 10 Cent verdient Vater Staat zusätzlich 1,5 Cent Mehrwertsteuer., die er wahrscheinlich an anderer Stelle verliert, weil die Leute an anderer Stelle sparen.und dem Staat in selber Höhe die Mehrwertsteuer entgeht.
Steigt der Benzinpreis, dann steigen die Energiesteuern nicht, da die Mineralölsteuern nach einem festen Satz berechnet werden.
Steigt der Benzinpreis, dann sinkt der Mineralölsteueranteil.
16:29
- Der Staat verdient prächtig an den steigenden Preisen durch unverschämt hohe Steuern
- Pendlerpauschalen werden nicht erhöht
- Die Autos werden immer größer
- Auf den Autobahnen wird gerast wie immer
- Vor den Schulen stauen sich die Mamas und Papas, weil der Kleine keine 500m eigenständig gehen darf
= Dass der Spritpreis steigen wird, ist bekannt, wir verhalten uns aber nicht angemessen und jammern lieber. Die Politik besteuert die Energie wie verrückt und wundert sich über die fehlende Kaufkraft der Bevölkerung.
16:24
das Fahrradfahren würde erleichtert, sicherer und gesünder, Kinder könnten viel öfter selbständig und ohne Muttis SUV die Schule erreichen.
Der Verzicht auf sämtliche Straßenneubauten könnte dringend benötigtes Geld für die öffentlichen Verkehrssysteme freisetzen – aber die Betrachtungen gibt’s alle Jahre wieder und schon bei den Rote-Punkt-Aktionen Anfang der 70er Jahre wurde vor einem Rückbau der Bahn gewarnt, ein kostengünstiger ÖPNV statt Straßenbau gefordert.
Hallo Findling ,
ich glaube ganz sicher , daß Du aus der Stadt kommst , sonst müsstest Du folgendes wissen ;
Vor ein paar Jahren hat man Gemeinschaftsschulen gebaut und den Eltern auf dem Land versprochen , daß ihjre Kinder mit Schulbussen zur Schule geholt werden .Ein Jahr funktionierte das , dann wurden die Fahrten eingestellt , oder zu teuer und die Kinder bis zu zwei km zum Laufen verdonnert und das z.B. morgens um 7 Uhr , wenns noch stockdunkel ist .Würdest Du das Deinen Kindern auf dem Lande zumuten ?
Fährst Du mit dem Fahrrad auf dem Land bis zu 50 km zur Arbeit , wenn kein Bus fährt ? Das geschieht auf dem Land häufig .Die ersten Busse (Bahnen gibts nur selten) fahren ab sieben Uhr bis 20 Uhr und Schichtler müssen um 5 Uhr los und kommen erst um 23 Uhr nach Hause ! Übrigens fahren oftmals zwischen Samstag Mittag und Montag Morgen KEINE Busse - was dann ?
Deine Meinung kann also nur aus einer Stadt kommen !
15:58
was für ein klägliches gejammer von denen, die die meinung verbreitung ohne auto geht`S nicht!
Zeit, dass sich Velomobile und Elektromobilität entwickeln!
ich habe auch einen arbeitsweg von 65km täglich, fahr umsonst und bin so fit wie kaum ein anderer in meinem bekanntenkreis.
alle können- wenige wollen.
ps: nach einer rechnung von Ernst u. v. Weizäcker, liegen die wahren Kosten für unsere individuelle mobilität bei einem vielfachen der spritpreise. von den ökologischen kosten die ja eh niemand auf sich nehmen würde mal abgesehen.
also: spritpreis rauf!
15:51
Wieso sollte die Politik das Thema interessieren.
Verdient der Staat doch, durch satte 56 Prozent Steuern, fleißig mit.
Jeder Liter Benzin fühlt das Säckel vom Finanzminister.
Wenn der Statt wollte gebe es genug Möglichkeiten die Monopolisten in die Schranken zu weisen. Er möchte aber nicht, ER verdient halt mit!
15:40
Die einen thematisieren die SUVs, jetzt sind wohlhabende Studenten dran.
Das alles ändert aber nichts daran, dass es für eine bestimmte, stark anwachsende Bevölkerungsgruppe, nämlich die Geringverdiener und Leiharbeiter, sehr wohl ein Riesenproblem ist.
Für diese Menschen ist es alles andere als eine Frage der Bequemlichkeit und des Verstandes. Da ist es eine Frage des Überlebens.
15:31
Aber immerhin, wenn man sich die Fahrt zur Arbeit nicht mehr leisten kann, dann muss man auch nicht mehr so viel Pendelzeit einrechnen.
Die Balance zwischen Arbeiten um zu leben oder Leben um zu arbeiten (und Benzingeld verdienen) wird nun völlig aus dem Gelcihgewicht kommen.
15:23
Wieso sollte das eine soziale Frage sein, die möglicherweise unsere Politiker beschäftigen sollte ?
Denn wen trifft es denn in erster Linie ?
Die arbeitende Bevölkerung, die jeden Tag brav zur Arbeit fahren muß.
Und unsere Politiker hofieren doch nur die extrem Reichen oder den sozialen Bodensatz.
15:09
Die Politik muss sich nichts langfristig einfallen lassen. Sie muss das schleunigst, bevor die Situation eskaliert. Es ist töricht, nur auf die mit steigenden Mehrwertsteuern zu schielen. Die Leute müssen nicht nur tanken, auch konsumieren und mobil den Arbeitsplatz erreichen. Punkt.