Hoffen auf politisches Erwachen der Olper
10.01.2011 | 11:00 Uhr 2011-01-10T11:00:00+0100
Olpe. Alles klar in Sachen Bestattungswald? Das wird sich bald zeigen. Bis zum 30. Januar um 16 Uhr muss der Stimmbrief im Rathaus eingehen, dann wird öffentlich ausgezählt.
Inzwischen wurde allen Wahlberechtigten eine entsprechende Abstimmungsbenachrichtigung zugestellt, mit der die Wahlunterlagen persönlich bei der Stadt abgeholt oder schriftlich – per Brief, E-Mail oder Internet – angefordert werden können.
In dieser letzten heißen Phase des Bürgerentscheids hatten die Initiatoren am Freitagabend zu einem Informationsabend in das Kolpinghaus eingeladen, um das nach Gebrauchsanleitung rufende Abstimmungsverfahren zu erläutern und zu erklären, was bei der Beantragung des Stimmscheins sowie bei der Stimmabgabe zu beachten ist:
Der Abstimmungsbenachrichtigung hängt der Antrag auf Erteilung des Stimmscheins an. Rückseitig ist das Geburtsdatum anzugeben sowie die Postadresse per Kreuz zu bestätigen. Falls der Stimmschein an eine andere Adresse gesandt werden soll, ist dieses ebenfalls anzukreuzen und die Adresse anzugeben. Der Umschlag ist zu frankieren. Etwas einfacher ist die Beantragung per E-Mail, Internet und mit einem Spaziergang zum Rathaus. Hat man den Stimmbrief schließlich vorliegen, ist dieser gemäß beiliegender Anweisung auszufüllen.
Nun konnte man an diesem Abend durchaus nicht von einem voll besetzten Haus sprechen. Peter Kühn und seine Mitstreiter nahmen das keineswegs als Indikator für einen möglichen Ausgang der Wahl und zeigten sich guten Mutes, die erforderlichen Stimmen zu bekommen. Von den 20 174 wahlberechtigten Bürgern müssen sich 20% (4035) für den Bestattungswald aussprechen. Auch wenn die Wahlunterlagen nicht gerade sehr bürgerfreundlich ausgearbeitet seien, man habe gute Argumente, müsse nach vorne schauen und nicht resignieren.
„Jetzt erst recht“, lautet also die Marschrichtung der Initiative, die auf ein politisches Erwachen der Bürgerinnen und Bürger zählt. Wolf Heller betonte noch einmal, dass man mit einem Bestattungswald dem Wandel in der Bestattungskultur Rechnung trage. „Man verpennt die Zukunft“, so Heller. Volker Reichel, Fraktionsvorsitzender der SPD, konnte dem nur zustimmen. Er bekräftigte, dass es letztendlich, ungeachtet vieler weiterer Argumente, darum ginge, den Anspruch der Menschen zu respektieren. Immer mehr wünschten eine Form der naturnahen Bestattung, weg vom straff organisierten Bestattungswesen. Dazu gehöre auch der Bestattungswald. Dem zu entsprechen sei das Kernanliegen des Bürgerentscheids. Dabei könne man durchaus mit einem kommunalen Bestattungswald auch unternehmerisch umgehen, heiße also, die Leute und damit das Geld am Ort halten.
Auch Fritz-Ewald Klocke von den Grünen unterstrich, dass Betreiber wie „Friedwald“ mit merkantilen Interessen agieren, der Standort in Sondern sei immerhin in kommunaler Trägerschaft. Das Problem sahen einige Teilnehmer aber gerade beim Standort. Auch wenn man noch nicht wisse, wo und wie man seine letzte Ruhe finden wolle, in Sondern aber sicherlich nicht. Die Initiatoren zeigten durchaus Verständnis. Letztendlich gehe es darum, Möglichkeiten zu eröffnen. Kühn: „Man kann durchaus gegen Sondern als Standort sein. Den richtigen Platz für alle wird man nie finden. Lieber in Sondern als weit weg“.
Ein neuer Flyer, der ittwoch in einer Auflage von 11.500 Stück an Olper Haushalte verteilt wird, informiert über die Ziele der Interessengemeinschaft „Bestattungswald Olpe“, über den Ablauf des Bürgerentscheids und die Schritte zur Abstimmung.

13:31
Hoffentlich ist diese Abstimmung bald zu Ende. Man kann die Zeitung ja nicht mehr aufmachen, nur noch schwachsinnige Leserbriefe, Kommentare und Bericht.
Habt ihr drei Weihnachtsmänner keine anderen Sorgen, als mit diesem Mist zu nerven????