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Herberge im Aufwind

12.02.2010 | 17:52 Uhr
Herberge im Aufwind

Hilchenbach. Die Hilchenbacher Wilhelm-Münker-Jugendherberge bleibt auf Erfolgskurs.

Von 3 878 im Jahr 2008 auf 4 701 im Jahr 2009 hat sich die Zahl der Übernachtungen erhöht. Die Zahl der Gäste stieg von 1 639 auf 2 272. Verglichen mit der Talsohle in der Mitte des vorigen Jahrzehnts haben sich die Gästezahlen sogar verdoppelt.

„Das hätte ich nicht erwartet”, sagt der seit April 2008 amtierende Herbergsvater Jürgen Hof hörbar erfreut. Und auch der Verband, der 2009 sein 100-Jähriges feierte, habe das Geburtstagsgeschenk gern entgegengenommen. Immerhin ist die Hilchenbacher Herberge, die 1933 eröffnet wurde und 2008 auf 75 Jahre Geschichte zurückgeblickt hat, zwei Jahre früher als vorgegeben aus den roten Zahlen herausgekommen.

Zwei Halbtagskräfte und demnächst drei Zivildienstleistende verstärken das Team, das nun gewährleisten kann, dass das Haus rund um die Uhr besetzt und erreichbar ist. Schulklassen, die in den letzten Jahren ausblieben, haben Hilchenbach wieder in ihr Programm aufgenommen. Grillhütte, Beachvolleyballfeld und Hochseilgarten machen den Aufenthalt attraktiver, aber auch die renovierten Räume und die neun mit Duschen ausgestatteten Zimmer für die Gruppenleiter – und die Preise: „Ich bin etwas runtergegangen”, berichtet Herbergsleiter Hof. Besonders günstig ist es in der neu erfundenen „Nebensaison” vom 1. November bis 28. Februar, und noch günstiger reisen die, die das „Schnäppchenangebot” für Gruppen ab zehn Personen in Anspruch nehmen: Da gibt es dann vier Tage Vollpension für ununterbietbare 59,80 Euro pro Person.

Angebote auch für den Kindergeburtstag

Jürgen Hof, gelernter Verwaltungswirt und 2008 mit 46 Jahren Seiteneinsteiger ins Jugendherbergsgeschäft, lässt wenig aus, um die Jugendherberge im Gespräch zu halten. So hat er das Haus an der Wilhelm-Münker-Straße auch zur Adresse für Tagesveranstaltungen gemacht, die – naturgemäß – in die Übernachtungsstatistik nicht einfließen: Firmen, Parteien, Vereine tagen dort; eine Grundausstattung mit Beamer, Leinwändern und Flipcharts ist angeschafft worden.

Ein halbes Dutzend Kinder feierten voriges Jahr ihren Geburtstag in der Jugendherberge – der Klettergarten ist dann einer der Programmpunkte zwischen Kaffeetrinken und Abendessen. „Auch für dieses Jahr gibt es schon wieder Anfragen”, berichtet Hof, der sich in Kürze die Südterrasse der mittlerweile einzigen Jugendherberge in Siegen-Wittgenstein vornehmen wird: Dort könnten in Zukunft zum Beispiel die Touren über den „Wind(park)wanderweg” ausklingen.

Steffen Schwab

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